Autor

Bernd Bösch

16.07.2012 12:32

Geplante Anflugroute erhöht Atomgefahr

Grüne warnen vor Konsequenzen des Nordanflugs zum Flughafen Zürich

„Das ist fahrlässig“, nimmt der Energie- und Verkehrssprecher der Grünen, LAbg. Bernd Bösch, zu den Plänen der Schweizer Bundesregierung Stellung, die Anflugroute zum Zürcher Flughafen über den Aargau festzulegen. „Im Bereich dieses Anflugs – dem so genannten gekröpften Nordanflug – liegen drei Atomanlagen. Und die Route gilt als besonders riskant.“

„Die Flugzeuge würden über die Kernkraftwerke Beznau und Leibstadt und über das Zwischenlager Würenlingen fliegen“, so Bösch. „Das ist eine zusätzliche Gefährdung, die aus unserer Sicht nicht akzeptabel ist. Die Lehren aus der Atomkatastrophe von Fukushima dürfen nicht ignoriert werden.“

„Das Problem des Fluglärms kann nicht um den Preis eines zusätzlichen atomaren Risikos gelöst werden“, verweist der Abgeordnete auf Stellungnahmen der Swiss-Air-Pilotenvereinigung Aeropers, die den Nordanflug als „komplex und riskant“ bezeichnet. „Selbst mit Satellitenunterstützung hat dieses Manöver nicht die gleiche Qualität wie der Anflug mit einem gebräuchlichen Instrumentenlandesystem, zitiert das Schweizer Magazin ‚Sonntag’ einen Aeropers-Sprecher. Das ist einigermaßen beunruhigend.“

„Auslöser dieser riskanten Variante ist der geplante Ausbau des Zürcher Flughafens“, hält Bösch fest. „Wir haben auch im Zusammenhang mit den steigenden Überflügen über Vorarlberg darauf hingewiesen, dass hier Grenzen des Erträglichen überschritten werden. Den Menschen im Umfeld der großen Flughäfen ist der Fluglärm nicht zumutbar. Deshalb haben die Münchner/innen den Ausbau abgelehnt.“

„Ich fordere die Landesregierung auf, alle Mittel des Protests gegen diese gefährliche Entwicklung auszuschöpfen“, so Bösch abschließend.





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