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20.05.2022 Newsmeldung

Blüh­strei­fen statt Grau­zo­nen

Eine Landesstraße ist zweigeteilt sichtbar, einmal mit karger Wiese und einmal mit einem Blühstreifen voller Blumen und Insekten

Landesstraßen haben großes Potential für die Biodiversität

„Intakte Ökosysteme und eine hohe Biodiversität sind unser größtes Kapital! Hier liegt viel im Argen, aber eine Vielzahl kleiner Beiträge kann Großes bewirken“, so die Abgeordneten Christoph Metzler, Umweltsprecher, und Christine Bösch-Vetter, Landwirtschaftssprecherin. Anlässlich des Internationalen Tags der Biodiversität am 22. Mai stellen die beiden Grünen eine kleine, aber höchst effektive Maßnahme zur Erhaltung der Biodiversität in den Mittelpunkt: Blühstreifen entlang von Straßen.

Unbezahlbare Rechnung für Klimakrise und Artensterben

Intakte Ökosysteme versorgen uns mit wertvollen Diensten – wie sauberer Luft und Trinkwasser, Nahrung, Energie, einem Erholungsraum und vielem mehr – von denen wir Menschen profitieren und im höchsten Maße abhängig sind. „Gehen wir sorgsam mit unserer Umwelt um, versorgt sie uns gratis mit allem was wir brauchen. Derzeit schaut es aber so aus, als ob wir bald eine unbezahlbare Rechnung für Umweltverschmutzung, Ausbeutung der Natur und klimaschädliches Verhalten bezahlen müssen!“, betont Metzler die Auswirkungen von Artensterben und Klimakrise auf unsere Lebensgrundlage.

Mehr als 60 Prozent der weltweiten Ökosystemleistungen sind bereits eingeschränkt oder werden nicht nachhaltig genutzt. Der Verlust und die Trennung von Lebensräumen, die Übernutzung von Ressourcen, oder Schadstoffeinträge sind wesentliche Faktoren, die weiter zum Biodiversitätsverlust und der Destabilisierung von Ökosystemen beitragen. „Dabei sind auch Vorarlbergs Landwirtinnen und Landwirte auf eine hohe Biodiversität angewiesen, damit sie gegen Schädlinge, Krankheiten, Naturkatastrophen und die Klimakrise gewappnet sind. Das ist für die Zukunft der Lebensmittelversorgung in unserem Land zentral“, bestätigt Bösch-Vetter.

Ungenutzte Zwischenräume für Biodiversität bedeutend

Jeder Fleck unbebauten Bodens ist für den Erhalt der Biodiversität wichtig. „Bewirtschaften wir nicht genutzte Zwischenflächen – wie die Streifen neben Fahrbahnen, Gleisen oder Gehwegen – so, dass sie Nahrung für Insekten oder Lebensraum für Mikroorganismen sind, stärken wir die Biodiversität der gesamten Umgebung“, so Metzler. Leider gäbe es noch zu viele Straßenränder, die entweder regelmäßig kahlgeschoren oder mit exotischen Pflanzen arbeits-, ressourcen- und kostenintensiv (Wechselflorbepflanzung) gepflegt werden, dass sie weder Nahrung noch Lebensraum für die heimische Fauna bieten und Artensterben vorantreiben.

Blühstreifen neben Gemeindestraßen

„Blühstreifen neben Gemeindestraßen sind ein gern genutztes und effektives Mittel, um die regionale Biodiversität zu stärken. In Vorzeigegemeinden wie Rankweil oder Lustenau gehören Straßenränder mit heimischen Wildblumen und -kräutern bereits zum normalen Umgebungsbild und erfreuen die Bewohner:innen“, berichten Metzler und Bösch-Vetter aus ihren Heimatgemeinden. Wildkräuter neben Fahrbahnen erhöhen nicht nur die Biodiversität, sondern sind langfristig auch noch um 60 Prozent kostengünstiger als herkömmliche Wechselflorbepflanzung.

Kahlstellen neben Landesstraßen

“Auf den Landesstraßen gibt es noch großes Potential, die begleitenden Grünstreifen naturnah zu gestalten. Das Landesstraßenbauamt könnte mit einem Schlag um die 1.600 Kilometer Blühstreifen in Vorarlberg umsetzen. Das wäre ein starkes Zeichen für die Stärkung der regionalen Biodiversität und somit heimischen Landwirtschaft und eine Verschönerung des Landes“, so Bösch-Vetter und Metzler. „Wir stehen nahe vor einem Kipppunkt, der uns den Kampf gegen das Artensterben und die Klimakrise massiv erschweren wird. Es ist höchste Zeit mit aller Kraft gegenzusteuern, um die Bedingungen auf unserer Erde lebenswert zu erhalten. Jetzt heißt es zielgerichtet Maßnahmen setzten, die möglichst weitreichende Folgen haben werden“, schließen Metzler und Bösch-Vetter.

Christoph Metzler trägt ein braunes Cord-Jacket und lächelt in die Kamera. im Hintergrund sieht man die Rankweiler Baggerlöcher
Christoph Metzler

Landtagsabgeordneter | Gemeindevertreter in Rankweil | Mitglied Landesvorstand

christoph.metzler@gruene.at
Pressefoto Christine Bösch-Vetter Gemeindewahl 2020
Christine Bösch-Vetter

Landtagsabgeordnete | Gemeinderätin in Lustenau | Mitglied Landesvorstand

christine.boesch-vetter@gruene.at
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