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Grünes Aktionsprogramm zum Artenschutz

Saubere Politik für ein blühendes und vielfältiges Vorarlberg!


Wir Grüne präsentierten am 20. Mai 2019 in einem Pressegespräch am Vetterhof in Lustenau ein wirksames 10-Punkte-Aktionsprogramm zur Rettung der Artenvielfalt in Vorarlberg. „Die Welt erlebt derzeit das größte Artensterben seit dem Verschwinden der Dinosaurier. Auch bei uns in Vorarlberg nimmt das Artensterben alarmierende Ausmaße an!“, schlägt Vorarlbergs Grüner EU-Spitzenkandidat Simon Vetter Alarm.

Artenschutz braucht Wende in der Agrarpolitik

Neben der Klimakrise, ist ein weiterer Grund für das Artensterben die immer intensivere Nutzung von Flächen durch die Landwirtschaft. „Das massive Artensterben wird ohne eine Wende in der Agrarpolitik und ohne sofortige und kompromisslose Maßnahmen für den Schutz unserer Lebensgrundlagen, derartige Ausmaße erreichen, dass es die Menschheit selbst bedroht!“, warnt Vetter.

10-Punkte-Aktionsprogramm zum Artenschutz

In Vorarlberg gibt es bereits einen Artenrückgang von bis zu 70 Prozent innerhalb der letzten 30 Jahre. „Wir müssen jetzt unverzüglich und konsequent auf allen Ebenen – regional, national, europaweit – gegensteuern!“, hält der Grüne Landwirtschaftssprecher Daniel Zadra fest. Dafür braucht es das Grüne Aktionsprogramm zum Artenschutz in Vorarlberg. Dieses umfasst folgende notwendigen Schritte:

  1. Biotop- bzw. Lebensraumvernetzung: Ziel ist die dauerhafte Sicherung der Populationen wild lebender Tiere und Pflanzen einschließlich ihrer Lebensstätten, Biotope und Lebensgemeinschaften sowie die Bewahrung, Wiederherstellung und Entwicklung funktionsfähiger ökologischer Wechselbeziehungen. Zusätzlich ist einer weiteren Fragmentierung von Lebensräumen, auch durch das enge Verkehrsnetz und Infrastrukturausbau, entgegenzuwirken. Dazu soll die Landesregierung jährlich einen Statusbericht über die Biotopvernetzung vorlegen.

  2. Naturnahe und insektenfreundliche Gestaltung des öffentlichen Raumes: Dieser Grundsatz soll verbindlich bei allen öffentlichen Flächen (u.a. Straßenflächen, Parks, Dächer, etc.) in Vorarlberg umgesetzt und bei der Raumplanung verpflichtend berücksichtigt werden. Auch betriebliche Gebäude sollen davon erfasst werden.

  3. Pestizidbericht für Vorarlberg: Die Landesregierung soll jährlich eine vollständige Dokumentation der in Vorarlberg eingesetzten Pestizide – aufgeschlüsselt nach Gemeinden, Wirkstoffen sowie Menge - zusammenstellen und dem Landtag zur Verfügung stellen. Weiters soll sie eine systematische Minderungsstrategie aller Pestizide ausarbeiten und deren Fortschritt jährlich im Pestizidbericht festhalten.

  4. Netz zur Messung der Lichtverschmutzung: Die Vorarlberger Landesregierung soll ein Netz an Messstellen installieren, mit dem die Helligkeit in der Nacht gemessen wird. Aufbauend auf den Erkenntnissen soll sie eine Strategie zur Minimierung der Lichtverschmutzung ausarbeiten. Das Land nimmt weiter eine Vorbildrolle im umweltgerechten, insektenfreundlichen und effizienten Einsatz von Licht bei der Außenbeleuchtung (Straßen, Landesgebäuden, Landesanlagen) wahr, indem bei allen Neubauten und Sanierungen nach diesen Grundsätzen vorgegangen wird.

  5. Glyphosat-freies Vorarlberg: Das Land setzt sich aktiv für ein glyphosatfreies Vorarlberg und für das Verbot von insektenschädlichen Pestiziden wie Neonicotinoiden ein. Dies wird auch im Rahmen von Treffen der zuständigen LandesrätInnen so gehandhabt.

  6. Landwirtschaftsförderung: Die Förderungen werden dahingehend umgebaut, dass vor allem die Erhöhung, Ausweitung bzw. Wiederherstellung der Strukturvielfalt der landwirtschaftlich genutzten Flächen gefördert wird. Dies gilt insbesondere für die Ausweitung extensiv genutzten Grünlands, die Gewährleistung vielfältiger Fruchtfolgen, die Erhaltung und Wiederherstellung von Hecken, Feldrainen und anderen Kleinstrukturen sowie die vielfältige Nutzung aller Lebensräume (insbesondere Alpwirtschaft).

  7. „Bio mal zwei“: Die Landesregierung verfolgt vehement das Ziel, den Anteil der Bio-Betriebe zu verdoppeln und schafft weitere Anreize für eine Umstellung hin zu einer biologischen Bewirtschaftung. So sollen landeseigene Flächen ab 2022 nur mehr an biologisch wirtschaftende Betriebe verpachtet werden.

  8. Nährstoffeinträge vermindern: Die Landesregierung begrenzt Nährstoffeinträge in den Boden sowie deren Eintrag über die Luft durch das Bodenschutzgesetz sowie einschlägige Verordnungen. Dieses Ziel, die Überdüngung als wesentliche Ursache für die Bedrohung der Artenvielfalt zu verhindern, wird aktiv weiterverfolgt.

  9. Informationskampagne: Die Landesregierung startet innerhalb des nächsten Jahres eine Aufklärungs- und Informationskampagne zum Thema Artenschutz. Ziel ist Bewusstseinsbildung innerhalb der Bevölkerung über die Bedrohung des Artensterbens. Außerdem sollen Eigeninitiativen von BürgerInnen zum Schutz der Artenvielfalt (z.B. Blühflächen statt Mähroboter) gefördert werden.

  10. Gesetzesüberarbeitung: Die Landesregierung nimmt eine durchgängige Gesetzesüberprüfung vor und arbeitet Novellierungsvorschläge aus, in denen der Erhalt der Artenvielfalt in den einschlägigen Gesetzesmaterien explizit verankert wird. Diese legt sie dem Landtag zur allfälligen Beschlussfassung vor. 
Machen wir Vorarlberg zum Bio- und Artenschutzvorzeigeland

Vorarlberg kann durch diese 10 Maßnahmen zum Bio- und Artenschutzvorzeigeland werden. Wir Grüne wollen ein blühendes und vielfältiges Vorarlberg mit Insekten, Bienen und Blumenwiesen. „Die Artenvielfalt ist letzten Endes auch der Garant für das Überleben der Menschen. Das sind unsere Lebensgrundlagen und dafür setzen wir uns mit aller Kraft ein!“, so Vetter und Zadra.

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