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am 7. Oktober

Ein-Personen-Unternehmen und Kleinstbetriebe durch die Krise bringen

Bernie Weber - Weber fordert Wirtschaftskammer auf, ihre Rücklagen für Bewältigung der Krise zu mobilisieren

Die Coronakrise und die damit einhergehenden Einschränkungen seien für alle Unternehmen eine Katastrophe, aber besonders dramatisch wirke sich die Krise auf die ohnehin schlecht abgesicherten Ein-Personen-Unternehmen und auf Kleinstbetriebe aus. Viele dieser Unternehmen kämpfen auch in guten Zeiten ums finanzielle Überleben und schaffen es kaum, Rücklagen zu bilden, machte Bernie Weber in seiner Rede im Landtag auf die prekäre Situation von EPUs und Kleinstunternehmen in Vorarlberg aufmerksam.

Wichtige Arbeitgeber und Innovationstreiber

Ein Wegfall dieser Unternehmen habe weitreichende Folgen, die über die persönlichen Schicksale hinausgehen. „EPUs und Kleinst- und Kleinunternehmen – Unternehmen mit bis zu 49 Mitarbeiter*innen – beschäftigen rund 90.000 Menschen in Vorarlberg. Das sind fast die Hälfte aller Beschäftigten. Diese Unternehmen sind also wichtige Arbeitgeber und sichern nicht nur unglaublich viele Arbeitsplätze, sondern auch regionale Kaufkraft“, so der Grüne Wirtschaftssprecher.

„Es ist unbestritten, dass genau aus diesen Unternehmen viel Innovationskraft, Unternehmergeist, Engagement, Kompetenz und Know-how kommt. Sie tragen deshalb maßgeblich zur Zukunftsfähigkeit unseres Landes bei und ihnen kommt weit über die wirtschaftliche, auch eine wichtige gesamtgesellschaftliche Bedeutung zu“, spricht sich Weber dafür aus, dem wirtschaftlichen Überleben dieser Klein- und Mittelbetriebe mit allen zur Verfügung stehenden Mittel zur Seite zu stehen. Weber begrüßt daher ausdrücklich die Verlängerung der Maßnahmen, die vom Land beschlossen wurde. Er regt weiters eine Erhöhung der Mikrokredite und deren Laufzeit an sowie die Fortsetzung der Covid-19 Soforthilfe.

Kammer-Rücklagen für Konjunkturpaket aus der Krise mobilisieren

Neben Bund und Land sei auch die Wirtschaftskammer angehalten, im eigenen Bereich zur Entlastung der Pflichtmitglieder beizutragen. Immerhin waren mehr als die Hälfte der insgesamt 22.772 Mitglieder der Wirtschaftskammer in Vorarlberg 2019 Ein-Personen-Unternehmen. Weber fordert die WKO auf, die Grundumlage für EPUs sofort herabzusetzen bzw. ganz darauf zu verzichten; und das nicht erst bei einem Umsatzeinbruch von 75 %, wie derzeit gehandhabt. „Brechen einem Unternehmen drei Viertel des Umsatzes ein, dann brauchen diese nicht einen Nachlass der Grundumlage, sondern eine aktive Existenzsicherung – beispielsweise finanziert mit den Rücklagen der Wirtschaftskammer“, spricht Weber die Rücklagen der Vorarlberger Wirtschaftskammer (Wertpapier und Umlaufvermögen) von beinahe 50 Mio. Euro an. „Diese Mittel könnte die Wirtschaftskammer zur Verfügung stellen und den Ein-Personen-Unternehmen und Kleinst- und Kleinbetrieben, die ums wirtschaftliche Überleben kämpfen, unbürokratisch helfen. Wann, wenn nicht jetzt?“, drängt Weber darauf, überschießende Rücklagen abzubauen und im Interesse und zum Wohle ihrer Mitglieder aktiv einzusetzen.