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am 24. Juli

Luxusapartments um jeden Preis?

Nadine Kasper - Kasper: Covid-Fall in Frastanz macht auf prekäre Arbeits- und Wohnbedingungen von Leasingarbeiter*innen aufmerksam

Der Covid-Fall eines Kranfahrers in Frastanz macht einmal mehr auf die prekären Arbeits- und Lebensbedingungen von Leasingarbeiter*innen in Vorarlberg aufmerksam. Mit 47 anderen Männern und Frauen lebte er in einem sogenannten Arbeiterwohnheim. Laut Aussagen des Bürgermeisters, ohne jeglichen Kontakt zur Bevölkerung. „The Heimat – so heißt ironischerweise die Hotelbaustelle in Schröcken-Nesslegg, auf der der infizierte Leasingarbeiter fernab seiner Heimat arbeitete“, wirft Nadine Kasper, Grüne Gesundheits- und Tourismussprecherin, einen Blick auf das Bauprojekt. Laut Betreiber entstehen hier 40 Ferienapartments, geeignet als Zweitwohnsitz oder Kapitalanlage, und ein Vier-Sterne-Plus Luxushotel.

Kapitalanlage am Arlberg: Luxusapartments um jeden Preis?

„Sind das die Bedingungen, unter denen der Tourismus in Vorarlberg weiter wachsen soll? VenividiKapitalanlage? Ist das der Preis für Luxusapartments und Alpintourismus?“. Für die Grüne Tourismussprecherin ist klar: „Diese Art der Gewinnmaximierung auf Kosten der Arbeiterschaft muss abgestellt werden. Das hat nichts mit Wertschöpfung im Land zu tun, nichts mit inhabergeführter Hotellerie oder Familienbetrieben, von denen so oft die Rede ist, und schon gar nichts mit nachhaltigem Tourismus.“

Ein Vorgeschmack auf die kommende Wintersaison

„Die prekären Arbeits- und Lebensbedingungen im Tourismus finden wir nicht nur auf Baustelle im Sommer, sondern vielerorts auch in der Saisonarbeit im Winter“, warnt Kasper vor möglichen Corona-Hotspots im Tourismus. In der kommenden Wintersaison müsse besonderes Augenmerk auf die Unterkünfte der Saisonarbeiter*innen gelegt werden. „Für einen zukunftsfähigen Weg aus der Krise brauchen wir eine nachhaltige und soziale Tourismuswirtschaft mit fairer Bezahlung, angemessener Unterkunft und geregelter Arbeitszeit“, schließt Kasper.