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am 2. April

Vorarlbergs Tourismus soll nachhaltiger werden

Nadine Kasper - Kasper wünscht sich klares politisches Bekenntnis zu nachhaltigem Tourismus

Corona hat den Tourismus im ganzen Land lahmgelegt. Nadine Kasper, Tourismussprecherin der Grünen, sieht darin auch die Möglichkeit, Veränderungen anzustoßen und Vorarlbergs Tourismus nachhaltiger zu gestalten. Die Tourismusstrategie 2020 des Landes werde gerade evaluiert und am neuen Leitbild 2030 gearbeitet, sieht Kasper den idealen Zeitpunkt, mutige Schritte im Tourismus zu setzen. „Welche Maßnahmen wurden getroffen, um die Nachhaltigkeits-Ziele der Tourismusstrategie 2020 zu erreichen, und was ist für die Zukunft geplant?“, richtet sie eine Anfrage an den zuständigen Landesrat Christian Gantner, um aus den Erfahrungen zu lernen und das neue Leitbild 2030 stärker auf Nachhaltigkeit auszurichten.

Nachhaltiger Tourismus verhindert Ausbeutung von Natur und Mensch

Tourismus wirkt sich immer auf die Region und das Leben der Bevölkerung aus. Einerseits bedeutet Tourismus Arbeitsplätze und Wertschöpfung, andererseits aber auch mehr Verkehrsbelastung, Flächenversiegelungen oder andere Eingriffe in die Natur. „Nicht nur Hotels erreichen die Grenzen der Auslastung, sondern auch Destinationen selbst. Tourismus ist nur dann nachhaltig, wenn er weder die Bevölkerung noch die Natur belastet“, betont Kasper und verweist auf das jüngste Beispiel am Bürserberg. „Wo sind mit Blick auf Natur- und Landschaftsschutz die Grenzen für Widmungen? Wie wirkt das Land der Wohnraumknappheit und Bodenversiegelung durch Zweitwohnsitze und Ferienwohnanlagen entgegen?“, sieht Kasper Land und Gemeinden in der Pflicht, hier genau hinzusehen und wenn nötig einzugreifen.

Nadine Kasper wünscht sich klares politisches Bekenntnis zu nachhaltigem Tourismus in Vorarlberg

Förderungen an Nachhaltigkeitskriterien koppeln

Umso wichtiger seien das Monitoring der Auswirkungen von Tourismus und weitere Schutz- und Fördermaßnahmen. Eine Möglichkeit sieht Kasper darin, Nachhaltigkeit bei Budget und Landesförderungen für touristische Projekte und Betriebe als das zentrale Kriterium zu etablieren. Weitere Maßnahmen könnten Kapazitätsgrenzen für bestimmte Regionen sein oder landesweite Standards für ausdrücklich nachhaltige touristische Angebote zur Vereinheitlichung und besseren Orientierung aufseiten der Gäste, blickt die Tourismussprecherin auf „Swisstainable“, die Nachhaltigkeits-Marke in der Schweiz.

„Ob bei Naturschutz und umweltfreundlicher Mobilität, bei gelebter Tradition, Kunst und Kultur oder bei sicheren, inklusiven Arbeitsplätzen und regionalen Wertschöpfungsketten – in Vorarlbergs Tourismus gibt es noch viel zu fördern und tatkräftig umzusetzen“, ist Kasper überzeugt. Davon werden sowohl Einheimische als auch Gäste profitieren.