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am 19. Juni 2020

Weltflüchtlingstag: Gemeinsames europäisches Vorgehen dringender denn je

Daniel Zadra - Zadra: Griechische Lager sind eine Schande für die EU

„Auch wenn das Thema Flucht aufgrund des Coronavirus in den letzten Monaten in den Hintergrund gerutscht ist, sind die Herausforderungen nicht kleiner geworden. Im Gegenteil: Die Corona- und die sich weiter verschärfende Klimakrise werden die Fluchtbewegungen verstärken“, zeigt der Grüne Asylsprecher Daniel Zadra im Vorfeld des Weltflüchtlingstags am 20. Juni auf. 

Die Zahl der Menschen auf der Flucht steigt weltweit weiter an. Laut UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR waren Ende letzten Jahres fast 80 Millionen Menschen – das ist rund ein Prozent der Weltbevölkerung – aufgrund von Kriegen, Gewalt oder aus Angst vor Verfolgung auf der Flucht. Aus diesem Grund plädiert Zadra für ein gemeinsam koordiniertes, europäisches Vorgehen. „Wir können nicht zusehen, wie Menschen im Mittelmeer ertrinken und Länder wie Griechenland und Italien mit ihren Aufgaben alleine gelassen werden. Wir müssen mit aller Kraft die Fluchtursachen bekämpfen und nicht die Menschen auf der Flucht“, so der Grüne Landtagsabgeordnete.

Appell an Bundes-ÖVP

Umso ernüchternder sei es, dass Österreich sich bisher nicht durchringen konnte, einen fairen Anteil an Flüchtlingen aus den griechischen Lagern aufzunehmen. Im Gegensatz dazu habe der deutsche CSU-Innenminister Seehofer vor kurzem bekanntgegeben, dass Deutschland rund 400 Flüchtlinge aufnehmen werde. „Es ist unverständlich, dass die ÖVP auf Bundesebene nicht bereit ist, diesen kleinen Schritt zu gehen und zumindest Kinder und ihre Familien aus den katastrophalen Lagern in Griechenland aufzunehmen“, appelliert Zadra an die christlich-sozialen Ursprünge der ÖVP.

Denn eines sei klar: Das Land Vorarlberg sorge im Rahmen der Bund-Länder-Vereinbarung jedenfalls auch für neue Flüchtlinge für die entsprechenden Unterkünfte, verweist Zadra auf Aussagen des Asyllandesrates Christian Gantner vom 4. März 2020 in den Vorarlberger Nachrichten.