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am 7. Februar

Qualitative Landesgrünzone und leistungsfähige Wirtschaft können nebeneinander existieren!

Nina Tomaselli - Vorarlberg hat keine Betriebsflächenknappheit

„Sich für den Erhalt der Landesgrünzone auszusprechen heißt nicht gegen die Vorarlberger Wirtschaft zu sein!“, kommentiert die grüne Raumplanungssprecherin Nina Tomaselli die zunehmend polarisierte Debatte rundum die Betriebsansiedelung von Meisterbäcker Ölz in Weiler. „Inklusive den Bauerwartungslächen sind fast 400 ha Betriebsflächen in Vorarlberg ungenutzt. Das ist das Hundertfache an dem Bedarf von Ölz. Die Widmung in Weiler ist nicht alternativlos, wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“, gibt sich Tomaselli überzeugt.

Laut einer Erhebung der Vorarlberger Landesregierung aus dem Jahr 2012 zu Bauflächenreserven in Vorarlberg stehen 996 ha genutzter Betriebsfläche 290,6 ha ungenutzer aber gewidmeter und weiteren 102,5 Betriebserwartungsflächen gegenüber. „Das heißt nichts anderes, als dass wir für etwa die Hälfte bis ein Drittel der Anlagen die jetzt schon da stehen, nochmal zusätzlich Platz haben. Und das betrifft nur die Großbetriebe. Für kleinere Betriebe haben wir ohnehin nochmal weit über 1.000 ha an Bauflächen. Entwicklungsmöglichkeiten für die Vorarlberger Wirtschaft haben wir daher genug, wir müssen nur den Bestand effizienter und pragmatischer nutzen“, führt die grüne Landtagsabgeordnete aus.

Einerseits müsse die öffentliche Hand sich darum bemühen, dass die Böden verfügbar bleiben, aber auch durch Umlegungsverfahren attraktive Grundstücksgrößen schaffen. Die Wirtschaft müsse aber auch ihren Teil dazu beisteuern. „Ein Betrieb kann auch mit einem Unter- oder Obergeschoss gebaut werden. Mitunter sind auch die Parkflächen zu großzügig bemessen. Jedenfalls gibt es Maßnahmen, die zwar in der Errichtung mehr kosten, aber durch den geringeren Bodenverbrauch auch flexiblere Standortpolitik ermöglichen“, erläutert Tomaselli. Die Stadt Hohenems habe gerade beim Fall Ölz gezeigt, dass mit leichten Umplanungen eine Betriebsstätte im bestehenden Betriebsgebiet in Hohenems sehr wohl Platz hätte.

„Wir Grüne wehren uns dagegen, dass die Landesgrünzone als Betriebsflächenspeicher betrachtet wird. Wenn wir regionale Bioprodukte haben möchten, dann brauchen wir sie. Genauso wichtig ist sie auch als Naherholungsraum für die VorarlbergerInnen. Beides sind wichtige berechtigte öffentliche Interessen“, führt die grüne Raumplanungssprecherin aus und erinnert daran, dass man die Fehler der Vergangenheit nicht unbedingt wiederholen müsse und mit Umwidmungen in der Landesgrünzone sparsam umgehen müsse.

Abschließend sei außerdem zu bemerken: „Der Standort in Weiler an sich ist unabhängig von der Landesgrünzone für ein Industriebetrieb dieses Ausmaßes völlig ungeeignet. Die Verkehrsproblematik von täglich 150 LKW-Fahrten und Individualverkehr von 300 Mitarbeitenden in einem so kleinteiligen Betriebsgebiet wird sich auch mit einer Betriebsgebietswidmung nicht in Luft auflösen!“