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am 4. Februar

Bestes Essen für unsere Kinder

Daniel Zadra - Schul- und Kindergartenessen in Vorarlberg: Ungesunde Ernährung können wir uns politisch nicht mehr leisten

Kinder brauchen für eine gute Entwicklung ein ausgewogenes, altersgerechtes und gesundes Essen. Neben der Verpflegung zu Hause spielt hier die Versorgung in Betreuungseinrichtungen und Schulen eine immer wichtigere Rolle. „Wenn wir Kindergärten und Schulen gesundes, regionales und leistbares Essen anbieten, ist ein großer Sprung in Richtung chancengerechter Lebensraum für Kinder bis 2035 geschafft“, so Daniel Zadra, Grüner Klubobmann, in der Aktuellen Stunde im Vorarlberger Landtag.

Ungesunde Ernährung als Gesundheitsrisiko 

Rund elf Millionen Menschen sind 2017 weltweit als Folge ungesunder Ernährung gestorben. Das ist jeder fünfte Todesfall. Die gesundheitlichen Folgen ungesunder Ernährung zeigen sich laut Statistik vor allem an Herzkreislauferkrankungen. Dahinter rangieren Krebs und Diabetes. Eine schlechte Ernährung ist damit für mehr Todesfälle verantwortlich als jeder andere Risikofaktor. 

„Bei der Ernährung zu sparen, heißt Kosten ins Gesundheitssystem zu verlagern“, bringt Zadra die Situation auf den Punkt. Alleine im Krankenhaus Bregenz wurden 2018 über 150 Eingriffe zur Behandlung von Adiposita vorgenommen – Kosten in Millionenhöhe für chirurgische Eingriffe zur Behandlung krankhaften Übergewichts.​

Essgewohnheiten entstehen in der Kindheit

Kinder brauchen für eine gute Entwicklung ein ausgewogenes, altersgerechtes und gesundes Essen. Eine ausgewogene Ernährung ist wichtiger Baustein für Gesundheit und Wohlbefinden, fördert die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit und ist Grundlage für das spätere Essverhalten. Leider haben wir in Österreich hier noch viel Aufholbedarf:

  • Ein Drittel der Kinder in Österreich kommt ohne Frühstück in die Schule.
  • 21 bis 30 Prozent der Schulkinder sind übergewichtig – Tendenz steigend. 

Neben der Verpflegung zu Hause spielen hier die Versorgung in Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen eine immer wichtigere Rolle. Um chancenreichste Region für Kinder bis 2035 zu werden, müssen wir auch die Ernährung unserer Kinder und damit einhergehend die Herstellung und Herkunft unserer Lebensmittel als unsere politische Verantwortung begreifen.

Eine Frage der politischen Verantwortung

​„Die Vorarlberger Landesregierung hat es in der Hand, was auf den Tisch kommt: Sie können bestimmen, ob Kinder viel Fleisch und Zucker oder ein ausgewogenes Angebot bekommen, ob die Lebensmittel aus industrieller Massenproduktion unbekannter Herkunft stammen oder ob sie gesund, regional und biologisch sind“, appelliert Zadra an die zuständigen Landesrät*innen der ÖVP, Schöbi-Fink, Rüscher und Gantner, hier aktiv zu werden.

Gesunde Ernährung als Chance für die heimische Landwirtschaft

2018 wurden 40 Millionen Euro an Förderungen an Vorarlberger Landwirtschaftsbetriebe ausbezahlt, davon 7,5 Millionen an Landesmittel. Geld, das laut Zadra, Grüner Landwirtschaftssprecher, zielgenauer eingesetzt werden kann: „Geben wir den hochwertige Produkten aus regionaler Landwirtschaft einen anständigen Preis, anstatt mit Flächenförderungen die Landwirtschaft weiter in Abhängigkeit zu halten.“ Das Zusammenbringen der heimischen Landwirtschaft mit Großküchen und damit einhergehenden langfristigen Lieferverträgen bringe Planungssicherheit und neue Absatzmärkte für die heimischen Landwirt*innen.