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am 12. November

Denkmal für die Widerstandskämpferin Maria Stromberger an den Vorarlberger Pflegeschulen

Bernie Weber - Weber/Walser: Die außergewöhnliche Krankenschwester kann Vorbild für Auszubildende im Gesundheits- und Pflegebereich und für uns alle sein

„Mit ihrem mutigen Einsatz für die Häftlinge im KZ Auschwitz ist die Bregenzer Krankenschwester Maria Stromberger die ideale Leitfigur und Namensgeberin für den neuen Verbund der Krankenpflegeschulen in Vorarlberg“, spricht sich Bernie Weber, Sprecher für Erinnerungskultur, für ein öffentlichkeitswirksames Gedenken aus. Zusammen mit dem Koalitionspartner bringt er einen entsprechenden Antrag ein. „Die Widerstandskämpferin in der Zeit des Nationalsozialismus und zudem medizinisch außerordentlich qualifizierte Krankenschwester Maria Stromberger kann über ihren Tod hinaus als Vorbild für Auszubildende im Gesundheits- und Pflegebereich, ja für uns alle wirken“, ist Weber überzeugt.

Krankenschwester und Widerstandskämpferin in Auschwitz

In Kärnten geboren, begann Maria Stromberger 1937 eine Ausbildung zur Krankenschwester im Sanatorium Mehrerau in Bregenz. Als sie von den Verbrechen der Wehrmacht hörte, ging sie freiwillig nach Auschwitz. Neben ihrem fachlichen Einsatz versorgte sie unter höchster Lebensgefahr Häftlinge heimlich mit Lebensmitteln und schloss sich dem Widerstand im Lager an.

Der Historiker und ehemalige grüne Nationalratsabgeordnete Harald Walser hat die Geschichte Maria Strombergers aufgearbeitet und niedergeschrieben. In seinem kürzlich veröffentlichten Buch „Ein Engel in der Hölle von Auschwitz“ schildert er auf eindrucksvolle Art und Weise ihren Einsatz für die Menschlichkeit. „Maria Stromberger ist für uns alle, gerade aber für junge Menschen, eine einzigartige Identifikationsfigur und ein Vorbild. Sie hat unter den brutalsten Bedingungen und trotz großer Gefahr für sich selbst allen Menschen geholfen, unabhängig ihrer Weltanschauung oder Religion. Wo sollte sie sich als Namensgeberin besser eignen als in den Vorarlberger Pflegeschulen“, unterstreicht Walser.

Harald Walser und Bernie Weber setzen sich dafür ein, dass Maria Stromberger als Namensgeberin für die Vorarlberger Pflegeschulen ein öffentliches Denkmal gesetzt wird.

In Polen verehrt, in Österreich vergessen

Die Nachkriegsgeschichte tat Maria Stromberger zunächst unrecht und ließ sie dann beinahe in Vergessenheit geraten: „1946 war Maria Stromberger, die den KZ-Häftlingen so unerschrocken und selbstlos geholfen hatte, sogar im Internierungslager für Nationalsozialisten in Brederis eingesperrt. Von ihrem Tod im Jahr 1957 nahm kaum jemand Notiz,“ schildert Weber.

Während Stromberger in Polen als Schlüsselfigur des Widerstands verehrt wurde, blieb sie in ihrer Heimat weitgehend unbekannt – das soll sich endgültig ändern: „Als Namensgeberin der Pflegeschulen möchten wir Maria Stromberger nun hier und heute ein bleibendes Denkmal setzen“, so Weber und Walser abschließend.