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am 9. Juli

Endlich Ferien – und wie geht es im Herbst weiter?

Eva Hammerer - Eva Hammerer und Sybille Hamann präsentieren den Grünen 6-Punkte-Plan für offene Schulen im Herbst

„Ab 14. September wollen wir jeden Tag, in jeder größeren Gemeinde oder Stadt eine Großveranstaltung namens Schule abhalten. Dafür braucht es eine krisensichere Back-Up Struktur, die uns trotz Corona und anderen herbstlichen Infekten, die Schulen offen hält“, so Eva Hammerer, Grüne Bildungssprecherin. Eine chancengerechte Bildung, wichtige Kontakte zu Freundinnen und Freunde, aber auch das Freispielen der Eltern, um ihrer Arbeit nachgehen und die Wirtschaft wieder hochfahren zu können, müsse dabei im Mittelpunkt stehen.

Dafür präsentiert Eva Hammerer den Grünen 6-Punkte-Plan von Sibylle Hamann, Bildungssprecherin im Nationalrat. Dieser spannt ein Basisnetz an sozialer und pädagogischer Versorgung für unsere Schüler*innen auf:​

1 – Check-in Gespräch mit jedem Kind

Mit allen Schülerinnen und Schülern, bei denen das Distance-Learning im Sommersemester nicht gut funktioniert hat, braucht es am Schulbeginn ein ausführliches Gespräch mit dessen Erziehungsberechtigten. So kann die individuelle Problemlage, wie die Betreuung und Lernunterstützung zu Hause, erfasst und darauf aufbauend für jedes Kind ein angepasster Krisenplan entwickelt werden.

2 – Einheitliche Lerninhalte und Software

Für das Distance-Learning braucht es einheitliche Plattformen für Lerninhalte, die alle Lehrenden bespielen und den Schüler*innen klare virtuelle Schulabläufe ermöglichen.

3 – Buddies und Mentor*innen

Schülerinnen und Schüler, die zu Hause nicht ausreichend Lernunterstützung erhalten, sollen Buddies oder Mentor*innen vermittelt bekommen. Schon im Normalbetrieb soll ein Kennenlernen und der Beginn einer regelmäßigen Lernbegleitung stattfinden.

4 – Kleingruppen für den Ausnahmezustand

In jeder Klasse braucht es, unter Einbeziehung der Eltern, eine Einteilung in Kleingruppen zu etwa vier Kindern. Bei akuter Einschränkung des Schulbetriebs können diese Kleingruppen, vielerlei Funktionen erfüllen: sie sind Kommunikationszelle, Lernverbund, soziale Bezugsgruppe sowie Betreuungsverband.

5 – Lernstationen an den Schulen

Lernstationen mit Abstand an den Schulen, die auch bei eingeschränktem Unterrichtsbetrieb zur Verfügung stehen, ermöglichen es Schüler*innen mit wenig Raum oder fehlender digitaler Ausstattung zu Hause am Distance-Learning teilzunehmen. Unter Einhaltung von Hygienevorschriften kann so ein Arbeitsplatz und auch individuelle Lernunterstützung zur Verfügung gestellt werden.

6 – Das erweiterte Klassenzimmer: Lernen im Freien

Gelernt kann auch im Freien werden. Diese erweiterten Klassenzimmer heißt es auch aus epidemiologischer Sicht zu Nutzen. So wird etwa bei Spaziergängen durch die Stadt Geschichte erlebbar, bei einem Gang im Wald Biologie und Tierschutz. Nebenbei wird durch Bewegung an der frischen Luft die Gesundheit gestärkt. Vereine und Museen können hier bei der zusätzlichen Betreuung Unterstützung leisten.


Chancengerechtigkeit: Schulen zu attraktiven, offene Räumen machen

„Schulen sind mehr als Pauken, Noten und Infektionsherde“, verweist Hammerer auf den anstehenden Schulschluss und die Notwendigkeit Schulen als positiven, offenen Raum zu betrachten. „Sie sind für unsere Kinder ein erster wichtiger Schritt aus der Familie heraus und es liegt an uns, diesen für alle chancengerecht und freundlich zu gestalten“.

„Föderalismus heißt auch, bei Schlechtwetter die Verantwortung übernehmen“, schließt Hammerer und pocht darauf, die Zeit im Sommer zu nutzen, um einen Krisenplan für den Herbst auszuarbeiten.


Redebeitrag Eva Hammerer: Schulen unter Corona