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am 19. Jänner

Grüne fordern mehr Autonomie für Schulen und weniger Druck für Kinder

Daniel Zadra, Eva Hammerer - Hammerer/Zadra: Koste es, was es wolle

„In Anbetracht der dynamischen Infektionsentwicklung und der neuen Virusmutationen muss die Bildungsdebatte weiterreichen als der derzeitige Streit um einzelne Präsenztage“, stellt Klubobmann Daniel Zadra in der heutigen Pressekonferenz klar. „Wir müssen jetzt die Rahmenbedingungen schaffen, wie Schule in den kommenden Monaten gestaltet werden kann, die Sorgen und Ängste der Kinder ernst nehmen und die Vorbereitungen für den Sommer treffen.“ Konkret heiße das, mehr Autonomie für die Schulen und weniger Druck für Kinder, spricht sich Eva Hammerer für Flexibilität aus: „Das Lernen funktioniert dann, wenn es den Kindern gut geht. Versäumtes aufzuholen ist wichtig. Aber nicht mit Druck, das wäre kontraproduktiv!“ so die Grüne Bildungssprecherin. 

  • Kein Sitzenbleiben
  • Keine Schulnachricht (Semesterzeugnis)
  • Kein Notendruck
  • Keine Zentralmatura (einmalig)

Um Notendruck größtmöglich zu vermeiden, soll es dieses Jahr kein Sitzenbleiben und keine Schulnachricht geben: „Heuer kann keine aussagekräftige Schulnachricht ausgehändigt werden, weil die notwendigen Kriterien und gleichwertigen Lernbedingungen für Kinder fehlen. Daher sollen Zeugnisse nur in den unbedingt nötigen Fällen für den Übertritt in eine höhere Schule ausgestellt werden“, so Hammerer. Auch das Durchdrücken von Schularbeiten bedeute unnötigen zusätzlichen Druck für Kinder und Eltern sowie Stress für die Lehrer*innen.

Da gerade bei den Maturant*innen der Druck besonders hoch sei, soll die Zentralmatura dieses Jahr einmalig ausgesetzt werden. Statt zentral vorgegebener Prüfungsfragen sollen dieses Jahr die Lehrkräfte die Matura erstellen, so Hammerer, „denn sie wissen am besten, welcher Stoff in diesem Ausnahmejahr unterrichtet werden konnte.“

Bildungsturbo im Sommer

Unbestritten sei, so Hammerer, dass Kinder aus finanziell schwachen Verhältnissen beim Homeschooling benachteiligt waren und sind. Umso wichtiger sei es im Sommer den Bildungsturbo zu zünden und allen Kindern eine hochwertige freizeitpädagogische Betreuung mit einem Mix aus Bildung, Sport, Gesundheitsförderung, Freude und Kreativität anzubieten. „Statt Sommerschul-Standorte zentral zu bestimmen und getrennt von der Schüler*innenbetreuung zu organisieren, sollen die Schulen individuell nach ihren Kapazitäten die Betreuung und Schule im Sommer gestalten“, will Hammerer den Schulen mehr Handlungs- und Entscheidungsspielraum geben.

Klubobmann Daniel Zadra und Bildungssprecherin Eva Hammerer fordern mehr Autonomie für Schulen und weniger Druck für die Kinder

Zusätzliche Mittel und eine Vision für die Zukunft

„Während eine Rückkehr zur Normalität an den Schulen in die Ferne rückt, steigt die Chancenungerechtigkeit. Das daraus resultierende Auseinanderdriften der Bildungsschere ist ein Problem für die ganze Gesellschaft“, will die Grüne Bildungssprecherin Expert*innen, Betroffene und Politik an einen Tisch holen: Eine Arbeitsgruppe bestehend aus allen Disziplinen – Pädagog*innen, Vertreter*innen der Bildungsdirektion, Ärzt*innen, Psycholog*innen, Elternvertreter*innen, Trainer*innen, Kinder- und Jugendanwaltschaft und der Jugendarbeit – soll ein Konzept für Vorarlbergs Bildungseinrichtungen ausarbeiten, wie Schulen zurück zur Normalität finden können, entstandene Schäden behoben werden können und sicheres Fundament in schwierigen Zeiten sein können. 

Chancenreichstes Land für Kinder – um dieses Ziel zu erreichen, müsse jetzt alles daran gesetzt werden, die Kinder und Jugendlichen bestmöglich zu begleiten. Dafür brauche es zusätzliche finanzielle Mittel, spricht sich Daniel Zadra für einen „Reparaturtopf Bildung“ aus. „Genau so ambitioniert, wie wir selbstverständlich darauf schauen, dass sich die Wirtschaft und der Arbeitsmarkt von der Krise erholen und irreparable Schäden verhindert werden, müssen wir auch darauf schauen, dass sich unsere Kinder und Jugendlichen erholen und keine bleibenden Schäden davontragen. Nur so können wir ihnen eine sichere und zuversichtliche Perspektive für die Zukunft geben“, betont der Klubobmann, „Koste es, was es wolle.“

Presseunterlage: Klare Ziele für die Bildung in der Pandemie