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am 2. Februar

„Nicht genügend“ für die Bildungspläne der Bundesregierung

Daniel Zadra - Der Ziffernnoten-Fetisch führt zu unzumutbaren Drucksituationen

Am Tag der Zeugnisverteilung in Vorarlberg, heute am 2. Februar, geben die Grünen der neuen Bundesregierung ein Zeugnis für ihre bildungspolitischen Pläne: Nicht genügend. „Die neue Bundesregierung wirft uns zurück in die Steinzeit. Sie drängt Volksschulen in die antiquierte Beurteilung durch verkürzende Ziffernnoten und macht den alternativen Leistungsbeurteilungen damit den Garaus“, stellt der Grüne Bildungssprecher Daniel Zadra fest.

Der Ziffernnoten-Fetisch führe zu unzumutbaren Drucksituationen für Eltern, LehrerInnen und SchülerInnen. „Das führt sogar so weit, dass Eltern bei LehrerInnen um gute Noten betteln oder sie sogar bedrohen, damit ihre Kinder ins Gymnasium wechseln können“, verweist Zadra auf die Aussagen von Gernot Brauchle, Rektor der Pädagogischen Hochschule in Vorarlberg, im heutigen ORF Interview. 

„Diese Situation ist geradezu absurd. Es ist daher absolut unverständlich, dass die Bundesregierung sich ans Ziffernnotensystem in allen Schulstufen klammert“, unterstützt Zadra die Forderung von Rektor Brauchle, eine Lösung für diese negative Entwicklung zu finden. 

Sprachförderung: Nicht genügend

Nicht genügend seien auch die Pläne für die Sprachförderung. „Die Erfahrung zeigt: Kinder lernen am besten von- und miteinander. Sie zu trennen ist Unsinn. Die Ausgrenzungspläne widersprechen auch allen fachdidaktischen Forschungserkenntnissen“, kritisiert Zadra. „Wenn wir  Sprachförderung ernst nehmen, braucht es eine massive Aufstockung des Personals in den Kindergärten. Hier wird der Grundstein für das Beherrschen der Sprache gelegt. Dafür sieht die Bundesregierung aber keine Mittel vor, sondern lässt die Gemeinden und Länder im Regen stehen“, erläutert Zadra.

Inklusion: Nicht genügend

Auch im Bereich der Inklusion verdiene die Bundesregierung nicht mehr als ein „Nicht genügend“. „Wir in Vorarlberg bemühen uns um die Inklusion von Kindern mit Behinderung und bekennen uns dazu. Die Bundesregierung will nun das Sonderschulwesen stärken und ausbauen. Während andere Länder inklusive Schulmodelle fördern und dies als Chance verstehen, bewegen wir uns zurück in die Vergangenheit. Österreich verliert damit internationalen Anschluss und verletzt weiterhin die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung“, kritisiert Zadra.

Vorarlberger Weg: gemeinsam statt ausgrenzen

Umso wichtiger sei es, am Vorarlberger Weg festzuhalten. „Bei uns heißt es: gemeinsam statt ausgrenzen. Mit der Gemeinsamen Schule wird jedes Kind gleich gefordert und gefördert. Bildung wird nicht vererbt, alle bekommen die gleichen und bestmöglichen Chancen“, so Zadra.

Verbale Beurteilung

Die verbale Beurteilung des Bildungsprogrammes würde für Zadra lauten: „Die Bundesregierung hat sich bemüht, hat aber in den Bereichen Inklusion, Sprachförderung und wertschätzender Umgang die Lernziele noch nicht erfüllt. Daher empfehlen wir unter Einbindung von ExpertInnen das Bildungskapitel vollkommen zu überarbeiten, und den Bedürfnissen unserer Gesellschaft gerecht zu werden“, schließt Zadra. ​