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am 26. Februar

Scheitern der Privatuniversität als Auftrag für die Zukunft

Die Redaktion - Weber und Zadra fordern Fokus auf Qualität und mehr internationale Ausrichtung

„Der Plan, das Landeskonservatorium zu einer Privatuniversität umzubauen, ist gescheitert. Das ist eine Enttäuschung, aber im Fokus stehen müssen nun der Nutzen für Studierende und die Qualität des Studiums in künstlerischer und pädagogischer Hinsicht, nicht das Festhalten an einem Prestigeprojekt“, reagiert Bernie Weber, Grüner Kultursprecher, auf die Absage durch die Akkreditierungsbehörde. 

Der Weg hin zu einer Privathochschule scheint Weber hier der geeignetste zu sein. „Dafür muss das Kollegium intensiv in den Transformationsprozess eingebunden werden. Das bedeutet, die wertvolle Erfahrung der internationalen Kolleg:innenschaft nutzen und die Einrichtung nach innen stärken.“ Gleichzeitig müssten die finanziellen Anforderungen realistisch beurteilt und entsprechende Mittel zur Verfügung gestellt werden. „Es kann nicht sein, dass die vorhandenen Mittel in den Transformationsprozess gesteckt werden und gleichzeitig der bestehende Betrieb ausgehungert wird“, verweist Weber auf schwierige finanzielle Rahmenbedingungen wie beispielsweise für Instandhaltung der Instrumente oder die Vergabe von Stipendien.

Hochschule mit internationaler Vernetzung

Der Grüne Wissenschaftssprecher Daniel Zadra drängt auf mehr internationale Zusammenarbeit mit renommierten Universitäten aus dem Bodenseeraum: „Die Möglichkeit eines gemeinsamen Hochschulcampus im Rahmen der internationalen Bodenseehochschule eröffnet neue Horizonte. Genau diese Vernetzung wurde ja auch von der Akkreditierungsbehörde ausdrücklich gelobt. Hier gilt es anzuknüpfen und auszubauen“, spricht sich Zadra für verstärkte Bemühungen aus. 

Mit der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) und der staatlichen Hochschule für Musik in Trossingen gibt es im Verbund der internationalen Bodenseehochschule zwei exzellente Kooperationspartnerinnen, mit denen man sich zusätzliches Know-how in Lehre und Forschung aufbauen kann. „Nutzen wir die Chance im 4-Länder-Eck und zeigen in Vorarlberg, dass wir für länderübergreifende, europäische Lösungen für universitäre Forschung und Ausbildung stehen. Das würde der Vielfalt in Vorarlberg guttun“, schließen Zadra und Weber.