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am 24. März

Rechte der Arbeitnehmer:innen in der Land­wirt­schaft EU-weit stärken

Daniel Zadra - Zadra appelliert an Österreichischen Kammerpräsident, diese Chance für die regionale Landwirtschaft nicht vorbeiziehen zu lassen

Die Arbeit von Erntehelfer:innen ist anfällig für Missstände, die Strafen einzelner Nationalstaaten sind oft zu milde und zahnlos. Daher brauche es ein schärferes Instrument, um gegen diese teils unmenschlichen Arbeitsbedingungen vorzugehen, drängt Daniel Zadra, Klubobmann und Landwirtschaftssprecher der Grünen, darauf, EU-Agrarzahlungen an die Einhaltung von Arbeitnehmer:innenrechten zu koppeln. „Das heißt, wenn ein Betrieb Bestimmungen wie Ruhezeiten, Mindestlohn oder Krankenversicherung nicht einhält, dann bekommt er keine Förderungen mehr aus Brüssel“, erläutert Zadra.

Österreich blockiert Durchsetzung von Arbeitnehmer:innenrechten

In Österreich gibt es vergleichsweise hohe arbeits- und sozialrechtliche Standards. Laut Landwirtschaftsministerin Köstinger sei das der Grund, warum sie in der EU bei stärkeren Arbeitnehmer:innenrechten auf der Bremse stehe. Absolut unverständlich für Zadra: „Wir sind ja keine Insel. Wir brauchen EU-weit hohe Standards und wirksame Sanktionen, um den Wettbewerb innerhalb der EU fairer zu gestalten. Es sind derzeit besonders die regionalen bäuerlichen Familienbetriebe, die unter der Billigkonkurrenz aus dem Ausland leiden.“

Appell an Kammerpräsidenten Moosbrugger

Der Grüne Klubobmann fordert den Österreichischen Landwirtschaftskammerpräsidenten Josef Moosbrugger auf, sich bei seiner Parteikollegin für die Stärkung der Arbeitnehmer:innenrechte in der Landwirtschaft einzusetzen und die Blockadehaltung in der EU aufzugeben. Das sei eine Chance für die regionale Landwirtschaft.

Die Zeit drängt, denn was in den kommenden Monaten bei der EU-Agrarreform vereinbart wird, gilt für die nächsten sieben Jahre. „Die Agrarreform ist eine große Chance, etwas für die Arbeitnehmer:innenrechte und die regionale Landwirtschaft in ganz Europa zu bewirken und gleichzeitig einen fairen Wettbewerb zu schaffen. Ein Nein aus Österreich ist ein verheerendes Signal und eine vertane Chance für Bäuerinnen und Bauern in Österreich und in ganz Europa“, so Zadra abschließend.