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am 3. März

Landesrechnungshof zeigt Verbesserungsbedarf im Bereich Land­wirt­schaft auf

Daniel Zadra - Zadra zu Kammerwahl: Landwirtschaftskammer verschläft Bio-Boom

Der Landesrechnungshof zeigt in den Evaluierungen der Prüfberichte aus den Jahren 2016 und 2017 weiterhin Verbesserungsbedarf bei Landwirtschaftskammer, Ländle Qualitätsmarketing und Landwirtschaftsabteilung auf. „Seit knapp 20 Jahren verspricht die Landwirtschaftskammer eine vollständige doppelte Buchhaltung und Kostenverrechnung. Immerhin geht es hier um Mittel in Millionenhöhe. Gleichzeitig hat die Art und Weise der Verrechnung der von der Kammer erbrachten Leistungen ans Land noch einiges an Optimierungspotential“, fasst Landwirtschaftssprecher Daniel Zadra die noch offenen Punkte aus den Prüfungen zusammen.  

Bei der Ländle Qualitätsmarketing GmBH wird vor allem die Höhe der Rücklage, die größtenteils aus Steuermittel gebildet werden, kritisiert. „Hier muss nochmals ganz genau hingeschaut werden. Aufgabe des Landes ist es nicht, die Steigerung der Eigenkapitalquote einer 100-prozentigen Tochter der Landwirtschaftskammer zu finanzieren“, so Zadra. 

Erfreulich sei, dass viele Empfehlungen des Landesrechnungshofs aufgenommen worden seien, betonte Zadra im Rahmen der Debatte im Kontrollausschuss. Nun gelte es auch bei den noch ausstehenden Punkten aufs Tempo zu drücken. „Die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler und die Bäuerinnen und Bauern haben ein Recht darauf, dass ihre Gelder effizient, transparent und mit bestmöglicher Wirkung eingesetzt werden“, stellt Zadra klar.

Kammerwahl: Bio-Boom für Vorarlberger Landwirtschaft nutzen

Aus Sicht des Grünen Landwirtschaftssprechers wurde ein Punkt in der Diskussion rund um die bevorstehende Kammerwahl bisher noch zu wenig beleuchtet: der explodierende Absatz bei Bio-Lebensmitteln. Allein im Handel stieg er von 421 Millionen Euro im Jahr 2015 auf 714 Millionen Euro im Jahr 2020. Das entspricht einer Steigerung von 70 Prozent in den letzten sechs Jahren. 2020 lag die Steigerungsrate sogar bei 23 Prozent. „In der Corona-Krise wurde der Wunsch nach umweltschonend hergestellten, gesunden Bio-Lebensmitteln noch einmal deutlich stärker“, so Zadra. 

Während der Absatzmarkt für Bio-Produkte boomt, stagniere die Anzahl der Bio-Betriebe in Vorarlberg. „Die abwartende Haltung der Kammer trägt zu diesem Stillstand bei“, macht Zadra klar. An der Entwicklung am Bio-Markt liege es jedenfalls nicht – auch wenn Bauernbund und Freiheitliche Bauern anderes beteuern. „Entweder nutzen wir die aktuelle positive Dynamik für die Vorarlberger Bauernhöfe oder Produktimporte aus anderen Ländern kommen uns zuvor. Das ist die einfache Wahrheit“, schließt Zadra.