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am 10. Dezember 2019

Hebammenmangel in Vorarlberg?

Nadine Kasper - Betreuung durch Hebammen darf keine Frage des Geldes sein

„Frauen, die während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett von Hebammen betreut und beraten werden, haben mit wesentlich weniger Problemen und Komplikationen zu kämpfen. In Vorarlberg fehlt es sowohl in Krankenhäusern als auch im selbstständigen Bereich an Hebammen. Das ist ein Risiko für die Gesundheit der Mütter und der Babys“, bringt Nadine Kasper, Grüne Gesundheitssprecherin, die Konsequenzen eines Hebammenmangels in einer Anfrage an die Landesrätin für Gesundheit auf den Punkt.

Aufgrund der niedrigen Kassatarife arbeiten viele Hebammen als Wahlhebammen. Das bedeutet, dass ihre Leistungen – Vorbereitungskurse, Hausgeburten, Nachsorge – eine zusätzliche finanzielle Belastung für die werden Eltern sind. Damit sei diese wichtige Gesundheitsförderung für Neugeborene und deren Mütter aus finanziellen Gründen nicht für alle zugänglich. „Die Betreuung durch Hebammen darf keine Frage des Geldes sein“, betont Kasper.

Seit der Schließung des Entbindungsheims in Lustenau können Frauen in Vorarlberg nur im Krankenhaus oder zu Hause ihr Kind zur Welt bringen. „Frauen in Vorarlberg haben keine Wahl. Zum einen gibt es nur zwei Hebammen im Land, die Hausgeburten durchführen, zum anderen fehlt ein Geburtshaus,“ so Kasper. Nur in den Bundesländern Vorarlberg und Burgenland sind keine Geburtshäuser vorhanden.

Auf den ersten Blick herrsche in den Vorarlberger Krankenhäusern derzeit kein Hebammenmangel, ein zweiter Blick lasse jedoch erkennen, dass nur durch die „Mitarbeit“ von Hebammen aus Deutschland der Bedarf derzeit gedeckt werden könne. „Was unternimmt das Land, um Ausbildung und Beruf der Hebamme in Vorarlberg zu attraktivieren und die bestmögliche Gesundheitsbetreuung für Frauen und Neugeborene zu garantieren?“, so Kasper in ihrer Anfrage.

Anfrage Hebammenmangel