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am 8. Mai

Sommerbetreuung: Gemeinden brauchen Anlaufstelle im Land

Eva Hammerer, Sandra Schoch, Nadine Kasper - Flächendeckende, leistbare und flexible Betreuung für die Sommermonate

Neun Wochen Sommerferien sind schon in „normalen Zeiten“ eine organisatorische und finanzielle Herausforderung für Familien. „Diesen Sommer brauchen sie besondere Unterstützung und Planungssicherheit, damit Erwerbstätigkeit und Erholung für Kinder und Schüler*innen unter einen Hut gebracht werden“, fordern die Grünen Abgeordneten Nadine Kasper, Sandra Schoch und Eva Hammerer in der heutigen Pressekonferenz Klarheit darüber, wie die Betreuung im Corona-Sommer unter verschärften Voraussetzungen funktionieren kann.

Österreichweit haben rund die Hälfte der Eltern seit der Corona-bedingten Schulschließung im März für die Kinderbetreuung bereits Urlaub verbraucht, so eine aktuelle Studie des Sora Instituts. Das betrifft vor allem Familien mit zwei erwerbstätigen Eltern und Beschäftigte ohne Möglichkeit auf Home-Office. Daher wird jede/r Vierte in den Sommermonaten nicht genug Urlaubstage für die Kinderbetreuung haben.

Sommercamps und Ferienlager sind für Eltern und Kinder eine wichtige Stütze in der Sommerbetreuung. Fallen diese aufgrund des Coronavirus komplett aus oder finden nur in eingeschränkter Form statt, verschärft das die Situation für Familien zusätzlich. Großeltern leisten vor allem im Sommer oft wichtige Betreuungsarbeit und es ist unklar, ob sie diese wichtige Sorgearbeit aufgrund der Corona-Pandemie auch diesen Sommer leisten sollten.

Land und die Gemeinden müssen auf veränderten Voraussetzungen erwerbstätiger Eltern reagieren und qualitativ hochwertige und leistbare Angebote für Kinder im Pflichtschulalter garantieren. Nadine Kasper


Daher fordern die Grünen Landtagsabgeordneten eine klare Anlaufstelle im Land, die Ansprechpartnerin für die Gemeinden ist und die Angebote koordiniert. „Die Gemeinden sind unter Druck und die Familien hängen in der Luft – uns läuft die Zeit davon. Wir brauchen schnell Klarheit über die politische Zuständigkeit im Land. Nur so kann in dieser kurzen Zeit ein Sommerangebot mit einem hochqualitativen freizeitpädagogischen Mix aus Sport, Spaß und schulischer Förderung flächendeckend in allen Gemeinden angeboten werden“, so Bildungssprecherin Eva Hammerer.

Die Sommerbetreuungsangebote 2020 dürfen keine Notlösung sein. Dafür brauche es Standards in Bezug auf Gruppengröße und Hygienemaßnahmen und eine enge Kooperation aller Systempartner*innen. „Nur mit Kinder- und Schüler*innenbetreuung in den Sommermonaten ist eine Rückkehr in den beruflichen Alltag möglich – für Männer und für Frauen. Ein klarer Fahrplan für Sommerbetreuung ist daher aktive Wirtschafts- und Gleichstellungspolitik“, schließt Sandra Schoch, Grüne Frauen- und Gleichstellungssprecherin.