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am 13. Oktober

Das Vorarlberger Landestheater kämpft ums Überleben

- Weber: Wir dürfen Kulturbetriebe abseits der Großevents nicht vernachlässigen

46.000 Besucher*innen im Jahr, zehn Premieren pro Jahr – das Vorarlberger Landestheater ist das größte Theater im Land und als ein wichtiges Aushängeschild der Kulturszene über die Landesgrenzen hinweg bekannt. Gleichzeitig ist es seit Jahren chronisch unterfinanziert und renovierungsbedürftig. Als Veranstaltungshaus mit fixem Ensemble, aber eingeschränkten Aufführungsmöglichkeiten, ist die Situation derzeit besonders dramatisch. „Das Landestheater kämpft ums Überleben. Die Politik muss hier genau hinschauen und ein starker Partner in der Notlage sein“, richtet sich der Grüne Kultursprecher Bernie Weber an Kulturlandesrätin Schöbi-Fink.

In diesen turbulenten Zeiten sollte die Politik für Stabilität sorgen. Dies habe in der Vergangenheit nicht immer stattgefunden, so Weber. Mit seiner Anfrage will er hier Klarheit schaffen, wohin die Entwicklung des Vorarlberger Landestheaters geht: „Gibt es derzeit Überlegungen die Struktur des Vorarlberger Landestheaters – ein vom Land finanziertes Theater mit festem Ensemble als Pächterin in einem Haus der Stadt Bregenz – zu verändern?“, und hinsichtlich des eigenen Ensembles weiter: „Gibt es derzeit einen offenen Denkprozess bezüglich einer Änderung der Ensemblepolitik bzw. Überlegungen gänzlich auf Eigenproduktionen zu verzichten?“

Die Unterfinanzierung des Landestheaters

Das Vorarlberger Landestheater rangiert im Vergleich zu den anderen Österreichischen Landestheatern was die Finanzierung betrifft an letzter Stelle, obwohl die Zahl der Aufführungen und die Zuschauerzahlen durchaus vergleichbar oder sogar höher sind. Bereits 2018, als Stephanie Gräve das Haus als neue Intendantin übernahm, wurde dessen Unterfinanzierung thematisiert – 300.000 Euro fehlten für einen normalen Spielbetrieb. Von politscher Seite wurde versprochen, dieses Loch zu füllen und eine gesunde Finanzierung sicherzustellen. Bisher sei die Politik diesen Versprechungen noch nicht nachgekommen.

Könne das Landestheater die geplanten und dringend notwendigen Sanierungen aus finanziellen Gründen nicht durchführen, sei ein reibungsloser Spielbetrieb gefährdet. „Fällt die veraltete Inspizientenanlage, die eine Kommunikation zwischen den Techniker*innen ermöglicht, endgültig aus, gibt es keine Aufführung mehr“, bringt es Weber auf den Punkt. „Wollen wir ein lebendiges und zeitgemäßes Landestheater mit ganzjährigem Spielbetrieb, müssen wir es auch mit den nötigen Mitteln ausstatten“, fordert Weber ein deutliches Bekenntnis zum Landestheater, das vor wenigen Wochen für den Nestroy-Theaterpreis nominiert wurde.