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am 9. Juli

Kunst fordern – nicht nur fördern

Bernie Weber - Grüne bringen Künstler*innen in den Landtag und Abgeordnete in die Ateliers

„Es gilt, sich den Stellenwert von Kunst und Kultur bewusst zu machen, ihren elementaren Beitrag für die Gesellschaft anzuerkennen und Menschen, die in diesem Bereich arbeiten ein „Fair Pay“ zu garantieren“, spricht sich Bernie Weber, Grüner Kultursprecher, anlässlich der Debatte im Landtag am 9. Juli 2020 zur Vorarlberger Förderinitiative „Kultur im Jetzt“, für ein Umdenken im Förderwesen von Kunst und Kultur aus.

Auf Vorarlbergs blühende Kulturlandschaft bauen

„Messen wir den Wert von Kunst und Kultur nur an dessen Umwegrentabilität im Zusammenhang mit Tourismus und Wirtschaft, reduzieren wir Kunst auf ihren Wirtschaftsfaktor!“, betont Weber. Österreich und auch Vorarlberg haben jedoch nicht nur einen Wirtschaftsstandort zu verteidigen, sondern auch eine große und lebendige Kunst- und Kulturszene sowie ein reiches Erbe als Kulturstandort. „Durch eine Stärkung des Kunst- und Kulturverständnisses und gezielter Nachwuchs- und Strukturförderung verbessern wir die Arbeitsbedingungen und machen die Kulturlandschaft zukunftsfit“, betont der Grüne Kultursprecher.

„Projektbezogene Förderinitiativen, wie `Kultur im Jetzt´, helfen den Künstler*innen nicht aus ihrer oft prekären Arbeitssituation“, so Weber. Nicht erst die Corona-Krise, mit ihrem Veranstaltungsverbot, habe viele freischaffende Künstlerinnen und Künstler in finanzielle Notlagen gebracht. „Bereits die fehlende Strukturförderung, um kontinuierlich und gesichert schaffen zu können, zwang sie in prekäre Arbeitsverhältnisse und dazu, ihrer künstlerischen Tätigkeiten oft nur nebenberuflich oder in ihrer Freizeit nachzugehen“, unterstreicht der Grüne Politiker die Forderung nach „Fair Pay“ der Kunst- und Kulturschaffenden.

Kunst in den Landtag und Politik in die Ateliers

An der Förderinitiative „Kultur im Jetzt“ sei eine Sache allerdings brillant: der Titel! „Genau das ist die Aufgabe der Kulturpolitik – sowohl im Bund als auch im Land – Kunst ins Jetzt zu holen, zu den Menschen, in die Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen, ja sogar regelmäßig in den Landtag und endlich alte Förderstrukturen an das Heute anpassen!“, betont Weber.

Im Zuge dessen möchte der Kultursprecher gleich im Landtag beginnen und lud alle Abgeordneten ein, mit ihm gemeinsam Künstler*innen zu treffen. Es brauche einen Dialog und Perspektivenwechsel, so Weber: „Künstler*innen sollen in den Landtag und Abgeordnete in die Ateliers und Proberäume. Nur wenn wir für Kunst und Kultur wirklich brennen, werden wir den seit Jahren verschleppte gordischen Knoten – das Prekariat im Kunst- und Kulturbereich – endlich durchschlagen können“, schließt Weber.