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am 5. Juli 2013

Gartentipp-Archiv

Die Redaktion - Archiv mit sämtlichen bisher gesammelten Gartentipps

Juli 2013

Der Duft des Sommers

Was gibt es Schöneres als einen langen Sommerabend im Garten zu verbringen, umhüllt vom Duft der Pflanzen und Kräuter?

Eine besonders angenehme Pflanze, was Duft und Aroma betrifft, ist der Thymian. Eine an unser Klima gut angepasste Züchtung ist die Sorte „Deutscher Winter“. Der verholzende Kleinstrauch war ursprünglich im mediterranen Gebiet beheimatet, aber wie der Name schon sagt wurde er auf Widerstandsfähigkeit gegenüber dem „deutschen“ Winter gezüchtet und ist deshalb bei uns problemlos winterhart.

Karger Standort – voller Geschmack

Damit sich das Aroma entfalten kann, braucht es den rechten Standort und die richtige Pflege. Nun will man den Pflanzen ja meistens Gutes tun, indem man ihnen Kompost gibt. Für den Thymian ist das weniger günstig, er bevorzugt magere Erde, Steine und durchlässigen Boden. Und natürlich braucht er den vollen Sonnenschein und die Wärme, dafür aber wenig Wasser. Wie die meisten Kräuter wächst er umso besser je mehr man ihn nutzt. Als immergrüne Pflanze verträgt er keinen Herbstschnitt, jedoch sollten sie ihn im Frühling bis ins Holz zurückschneiden. Sobald die neuen Triebe da sind können Sie mit der Ernten der Zweiglein beginnen. Thymian ist ein Würz- und Heilkraut und glänzt durch seine vielseitige Verwendbarkeit in der Küche. Er fördert die Fettverdauung und kann mit jedem Fleisch mitgekocht werden. Er eignet sich für Gemüse, Salate, Saucen und Suppen. Die Mischung „Kräuter der Provence“ ist ohne Thymian undenkbar. Thymian zum Trocken ernten sie am besten kurz vor der Blüte. Beernten Sie dabei die ganze Pflanze und lassen sie 2-3cm Grünes stehen. Aus dem holzigen Thymianstrauch wachsen bald wieder saftige Triebe. Getrocknet werden die Zweige im Ganzen, am besten sie hängen sie an einem warmen, schattigen Ort mit Zugluft auf. Wenn die Pflanze vollständig getrocknet ist, lassen sich die Blättchen gut von den Zweigen abrebeln. Im Gegensatz zu manch anderen Kräuter verliert der Thymian beim Trocknen nicht an Aroma, im Gegenteil getrockneter Thymian hat die 2-3fache Würzkraft von frischen Zweigen.

Andere Thymiansorten

Die Pflanze ist mit vielen Sorten in Mittel- und Südeuropa und im Kaukasus beheimatet. Bei uns heimisch ist der Feldthymian auch Quendel genannt und in höheren Lagen der „Langhaarige“ Thymian (botanisch Thymus praecox oder pseudolanguinosum). Die heimischen Vertreter sind nicht so aromatisch wie der Echte Thymian, verströmen aber beim Verreiben der Blätter den typischen Thymiangeruch und bereichern den Garten mit ihren Blüten, die eine beliebte Bienenweide sind. Betrachtet man den natürlichen Standort der heimischen Sorten, wird sofort klar wie genügsam die Pflanze ist. Teilweise wächst sie auf reinem Fels. Die Schneeschmelze macht durch Verwitterung mineralische Nährstoffe des Steins verfügbar. Davon zehrt die kriechende Pflanze und bildet sich ihr eigenes Substrat.

Beliebt wegen ihres besonderen Aromas sind Zitronen- und Orangenthymian. Die Kombination von Zitronenaroma und dem des Thymians ergeben ein frisches Dufterlebnis, im Geschmack passt dieses Würzkraut vor allem zu Fisch. die verschiedenen Züchtungen verfügen jeweils über eigene Würznoten, da ist Ausprobieren gefragt. Auch der Zitronenthymian ist bei uns winterhart. Schon heikler was tiefe Temperaturen anbelangt ist der Orangenthymian. Es ist besser ihn im Topf zu kultivieren und ihn wie Rosmarin einzuwintern. Der leichte Orangenschalengeruch macht ihn zu einem beliebten Teekraut.

Hilft gegen mancherlei Leiden

Thymian verschafft Linderung bei vielen Erkrankungen. Seine gesundheitsfördernde Wirkung beruht auf dem hohen Gehalt an ätherischen Ölen, darunter Thymol, Borneol, Carvacrol, sowie Gerbstoffen und Harz. Er wirkt entzündungshemmend, schleim- und krampflösend, schmerzstillend, regt den gesamten Organismus an und lässt den Schweiß aus den Poren treten. So findet man Thymian in vielen Erkältungs- und Hustentees. Positiv wirkt er aber auch auf die Verdauung, bei Gelenkschmerzen und er beruhigt gereizte Nerven.

Jedem Kräutlein sein Plätzchen

Wie der Thymian haben alle Kräuter ihre unterschiedlichen Ansprüche an Boden, Temperatur und Wasserzufuhr. Es ist wichtig diese gut zu kennen, um der Pflanze den optimalen Platz im Garten zu geben. Dann dankt sie es mit gutem Wachstum und strahlendem Aussehen. Natürlich gibt es die Möglichkeit einen abgestuften und vielseitigen Kräutergarten anzulegen, und so die verschiedenen Bedürfnisse abzudecken. Eine andere Strategie ist es, die Kräuter in den Garten integrieren. So wachsen Thymian, Bohnenkraut und Oregano gerne in Gesellschaft von Steinen, verschiedene Minzen im halbschattigen Staudenbeet, die Melissen im sonnigen Blumenbeet, Schnittlauch, Petersilie, Kerbel und Dill zwischen dem Gemüse. Die violett blühenden Salbeiarten und Lavendel passen wunderbar zu Rosen. Estragon und Liebstöckel werden ordentlich groß und bekommen ihren Platz in einer Ecke des Gemüsegartens. Majoran und Basilikum haben’s gerne warm, wollen aber auch guten Humus und nicht zu wenig Wasser. Für sie wird sich auch ein Plätzchen finden, vielleicht im einem Topf, dann können sie bei der ersten Kälte im Haus weitergezogen werden.

Alpensteinquendel
Alpensteinquendel fühlt sich im Steingarten wohl.
Strauchbasilikum
Basilikum braucht Wärme und nährstoffreichen Boden.
Topfgarten
Auch die Terrasse bietet Raum für einen Kräutergarten.


Juni 2013

Die Familie Kohl

Kraut, Wirsing, Brokkoli ...
Die Verwandtschaft der Kohlgewächse beschert uns mit Gemüse.

Alle Kohlarten gehören zur botanischen Familie der Kreuzblüter, welche bemerkenswert viele Nutzpflanzen aufweist. So sind sie neben der engeren Verwandtschaft Kohl auch mit den Rüben, Rettichen, Rauken, Senfpflanzen, Raps und mit den verschiedenen Kressearten verwandt. Die verschiedenen Arten können sich leicht miteinander verkreuzen, was einerseits die reinsortige Vermehrung erschwert, andererseits aber züchterisch viele Möglichkeiten eröffnet. Dass diese Möglichkeiten in der Geschichte genutzt wurden, zeigt der Farben- und Formenreichtum der Gemüsefamilie. Außerdem sind Kraut und Kohl eine der wenigen ureuropäischen Gemüsesorten. Ihre wilden Vorfahren stammen aus dem Mittelmeerraum, sind aber auch an den atlantischen Küsten Englands, Spaniens, Frankreichs und Deutschlands zu finden. Schon durch das isolierte Vorkommen entstanden zahlreiche unterschiedliche Formen.

Hoher Nährstoffbedarf

Alle Kohlarten, außer Kohlrabi, gehören zur den sogenannten Starkzehrern. Um ihre Köpfe, Röschen oder Rosetten aufzubauen brauchen sie viele Nährstoffe, die dem Boden vorher gegeben werden müssen. Daher werden die Beete mit Kompost, Hornspänen oder verrottetem Mist versorgt. Gute Vorfrüchte sind Leguminosen wie Bohnen oder Erbsen, denn sie sammeln Stickstoff im Boden. In der Wachstumszeit werden die Kohlpflanzen zusätzlich mit Brennnesseljauche oder Komposttee gedüngt. Im Biogarten sind Sie da klar im Vorteil, denn Sie vermeiden Überdüngung, die auf Kosten des Geschmacks geht. Rosenkohl mit „mistigem“ Beigeschmack oder zweideutige Düfte aus dem Kochtopf haben ihre Ursache in der Düngung mit frischem Mist oder der übermäßigen Beigabe von mineralischem Kunstdünger. Auf demselben Beet sollte der Abstand zwischen den Kohlkulturen mindestens vier Jahre betragen, noch besser ist ein Abstand von sieben Jahren. Denn es wird damit nicht nur das einseitige Auslaugen des Bodens vermieden, sondern auch das Risiko von Krankheits- und Schädlingsbefall erheblich vermindert. Zudem sollten Sie bei der letzten Ernte alle Pflanzenteile entfernen, denn Reste von Kohl und anderen Kreuzblütlern im Boden verzögern die Keimung bzw. das Wachstum von jungen Pflanzen wegen ihres Gehaltes an Senfölen. Eine Einfassung des Kohlbeetes mit Pfefferminze oder Krause Minze wehrt Kohlschädlinge ab. Zur Vorbeugung gegen die Kohlhernie, eine Pilzerkrankung, ist es günstig Algenkalk ins Pflanzloch zu streuen.

Im Juni werden die Lagersorten von Weißkraut, Rotkraut und Wirsing gepflanzt, der Pflanzabstand von 50x50cm ist unbedingt einzuhalten. Damit sie genügend Standfestigkeit haben, ist es gut sie immer wieder anzuhäufeln. Eine Mulchschicht hält den Boden feucht und beugt dem Platzen der Köpfe vor. Bei Rotkraut wird zusätzlich verhindert, dass es nach oben wächst. Winterwirsing für die Ernte von März bis Mai muss spätestens bis 20.8. ausgesät werden, gepflanzt wird er Ende September im Abstand von 50x50cm.

Blumenkohl hat von allen Kohlarten den höchsten Wasserbedarf. Bei einer Wachstumsstockung durch Wasser- oder Nährstoffmangel kommt es zu empfindlichen Gewichts- und Qualitätseinbußen. Damit die Blume weiß bleibt, muss man sie vor Sonne schützen, z.B. durch Umknicken eines Blattes oder das Zusammenbinden der hohen Blätter rund um die Rose. Brokkoli ist da weniger empfindlich und nicht so anspruchsvoll. Pflanzen können Sie bis Mitte Monat.

Bis spätestens Ende Juni, z.B. nach Erbsen oder Frühkartoffeln werden diese Sprossenkohl und Grünkohl gesetzt. Der weite Pflanzabstand von 50x60cm beugt Erkrankungen und Fäulnis vor. Die Setzlinge werden bis zum ersten Blattansatz eingegraben und später angehäufelt. Düngung mit Komposttee über die gesamte Wachstumsperiode hinweg ist bei Sprossenkohl für den guten Ertrag notwendig. Beide Kohlsorten schmecken erst nach dem ersten Frost wirklich gut. Auch an die Herbsternte bei Kohlrabi sollten Sie jetzt denken, die Ansaat der Herbstsorten beginnt ab Mitte Monat.

Blaukraut
Blaukraut
Wirsing
Wirsing
Grünkohl / Sellerie
Grünkohl / Sellerie


Mai 2013

Spinat – Die grüne Kraft

Spinat ist zweifelsohne sehr gesund, der hohe Eisengehalt jedoch, der ihn nachgesagt wird, hat sich als Irrtum erwiesen. Bei den Aufzeichnungen der Messung ist das Komma um eine Stelle nach rechts gerutscht. Spinat enthält 3,5mg Eisen pro 100g und rangiert dabei bei den Gemüsen im Mittelfeld. Wertvoll für unsere Ernährung machen ihn viele andere Mineralstoffe und Vitamine. Neben der klassischen Spinatpflanze gibt es viele Blattgemüse, die wie Spinat zubereitet werden können, wie Mangold, Gartenmelde, Baum – oder Erdbeerspinat.

Der echte Spinat

Im Biogarten kann uns Spinat allerlei Nutzen bringen. Die schmackhafte Blattpflanze kann als Gründüngung angebaut werden, sie lockert und entgiftet den Boden. Spinat enthält Saponine, die bei anderen Pflanzen die Nährstoffaufnahme verbessern, das Bodenleben und indirekt die Wasserspeicherung fördern, den Boden schattieren und die feine Krümelstruktur des Bodens bewahren. Die Blätter eignen sich hervorragend als Mulchmaterial, der Spinat-Mulch lockt Regenwürmer an. Die Wurzeln sollten im Erdreich belassen werden, sie fördern die Lockerung und bewahren den feinen Bodenaufbau. Spinat ist eine ideale Pflanze für den Mischkulturengarten, denn sie verträgt sich beinahe mit allen Pflanzen gut. Bei den Sorten unterscheidet man jene für den Herbst- und Frühjahrsanbau und den Sommerspinat.

Anbau und Pflege

Ab Mai empfehlen sich für die Aussaat von echtem Spinat schossfeste Sommersorten. Sie halten die Hitze besser aus und gehen nicht so schnell in Blüte. Spinat hat keine besonderen Ansprüche an den Boden. Die Kompostdüngung vom Herbst ist ausreichend, auch wenn er als zweite Kultur angebaut wird. Spinat ist sehr anfällig gegenüber Stickstoffüberdüngung, die Pflanzen reichern dann Nitrat und Oxalsäure an. Ausreichende Wasserversorgung ist notwendig, damit sich die Pflanze gut entwickelt. Wenn nur die größten äußeren Blätter geerntet werden und das Herz stehen bleibt, dann wächst die Pflanze immer wieder nach und kann bis zu viermal beerntet werden. Aus den jungen Spinatblättern kann ein erfrischender Salat bereitet werden.

Mangold

Eine tolle Alternative zum Sommerspinat ist Mangold. Da gibt es die verschiedensten Sorten mit zarten Blättern (Blattmangold) oder breiten Stielen (Stiel- oder Rippenmangold). Es gibt auch eine besonders attraktive Sorte mit verschieden farbigen Stielen. Mangold liebt nährstoffreiche, lockere Erde, die Wurzel dringt bis 1m in den Boden vor. Er kommt jedoch auch mit relativ schweren Böden zurecht. Am besten sind sonnige Standorte, aber auch Halbschatten wird vertragen. Gepflanzt wird Mangold in einem Reihenabstand von 30cm mit 15-20cm in der Reihe. Bei zu enger Pflanzung kann es leicht zu Krankheiten wie Mehltau oder Fäulnis kommen. Zur Entwicklung seiner reichen Blattmasse und damit die Blätter zart bleiben, benötigt Mangold den ganzen Sommer über ausreichend Feuchtigkeit. Wie Rüben gehört er zu den Hackfrüchten und dankt regelmäßiges oberflächliches Lockern des Bodens mit reicher Ernte. Den ganzen Sommer über bis in den Herbst können die äußeren Blätter geerntet werden, dabei empfiehlt es sich wie beim Rhabarber die Blätter am Stielansatz auszudrehen und nicht abzuschneiden.

Neuseeländerspinat und Erdbeerspinat

Weltweit gibt es sehr viel verschiedene Blattpflanzen, die wie Spinat genutzt werden. Eine sehr ergiebige Sorte ist der Neuseeländerspinat. Er wird am besten ab April in Töpfen vorgezogen und ab Mitte Mai im Abstand von rundherum 1m ausgepflanzt. Mit seinen Ranken breitet er sich schnell aus und bedeckt den Boden. Der niedrige Wuchs macht ihn zu einem idealen Mischungspartner für Tomaten. Die Triebspitzen mit 3-5 Blättern können fortlaufend geerntet werden. Der Erdbeerspinat ist ein in Vergessenheit geratenes altes Bauerngartengemüse. Die Blätter wachsen an Stielen wie bei der Melde und können wie Spinat verwendet werden. Später wachsen in den Blattachsen hellroten Früchte. Die in der Form an Walderdbeeren erinnernden Früchte schmecken nur sehr entfernt nach Erdbeeren. Sie können aber zum Naschen oder zur Dekoration verwendet werden. Insgesamt ist die Pflanze sehr dekorativ und kommt auch als Ziergewächs zum Einsatz.

Baumspinat und Gartenmelde

Wer es im Garten lieber wild mag, sollte Baumspinat oder die verschiedenen Sorten der Gartenmelde probieren. Melden werden bis 1m hoch, Baumspinat gar über 2m. Die Blätter in, je nach Sorte, verschiedenen Farben und Schattierungen können laufend geerntet und als Salat oder gekocht verzehrt werden. Die Pflanzen versamen sich im Garten selbst und kommen jedes Jahr wie

Erdbeerspinat und Melden können roh und gedünstet verzehrt werden.
Erdbeerspinat und Melden können roh und gedünstet verzehrt werden.
Mangold kann den ganzen Sommer über geerntet werden, mit verschiedene Stielfarben ist er sogar eine Zierpflanze.
Mangold kann den ganzen Sommer über geerntet werden, mit verschiedene Stielfarben ist er sogar eine Zierpflanze.
Der dekorative Baumspinat (im Vordergrund vor der Stangenbohne) kann bis zu 2,5m hoch werden, geerntet werden die Triebe in den Blattachseln.


März 2013

Robuste Bio-Jungpflanzen selber ziehen

Obwohl draußen noch Schnee liegt, laufen die Vorbereitungen auf die neue Biogartensaison auf Hochtouren, denn jetzt wird der Grundstein für die erfolgreiche Ernte gelegt, die ersten Samen werden ausgesät und die Jungpflanzen vorgezogen.

Vor allem bei den Fruchtgemüsen ist dies notwendig, da sie in unseren Breiten nicht direkt gesät werden können, sondern erst nach den Eisheiligen Mitte Mai ins Freiland versetzt werden. Den Beginn machen Paprika und Auberginen, Mitte März folgen Tomaten und Mitte April dann die schneller wachsenden Kürbis und Zucchini.

Richtige Saat und Pflege

Das Hantieren mit den feinen Samen ist gar nicht so einfach, aber sie sollten dünn und gleichmäßig ausgebracht werden. Die genannten Nachtschattengewächse sind Lichtkeimer und werden daher nur dünn mit Erde bedeckt. Bei Temperaturen von 20-25 Grad und entsprechenden Lichtverhältnissen kann dann die Keimung vonstatten gehen. Außerdem muss die Anzuchterde gleichmäßig feucht gehalten werden, gut gelingt dies mit einem Sprüher oder einer feinen Brause. Auberginen haben eine Keimdauer von etwa 16 oder mehr Tagen, Paprika und Pfefferoni von etwa 14 Tagen ebenso Tomaten. Nach der Keimung sollte die Temperatur nicht mehr so hoch sein, optimal sind etwa 18 Grad und wichtig ist vor allem genügend Licht. Sind die Temperaturen zu hoch und die Lichtverhältnisse schlecht, dann vergeilen die Pflänzchen, d.h. sie schießen zu langen bleichen Trieben mit kümmerlichen Blättern auf. Daraus kann dann keine kräftige Jungpflanze mehr werden.

Anzuchterde selbst gemacht

Wer seine Anzuchterde selbst mischen will, hier ein erprobtes Rezept:
1/3 reifer Kompost, 1/3 Sand und 1/3 Gartenerde werden fein gesiebt und miteinander vermischt. Die Zugabe von Gesteinsmehl fördert die Krümelstruktur. Achten sie darauf, dass die Anzuchterde nicht zu nährstoffreich ist. Das führt zum Vergeilen der Jungpflanzen. Magere Erde fördert die Bewurzelung. Eine besonders gute Krümelstruktur hat die Erde von Maulwurfshügeln, die jetzt allerorts zu sehen sind. Um die Erde keimfrei zu machen, kann man sie im Backofen bei 200 Grad eine halbe Stunde lang sterilisieren. Auch die Anzuchtgefäße sollten gut ausgewaschen sein, um der Übertragung von Krankheiten vorzubeugen. Bewährt haben sich zur Anzucht flache Kistchen mit ausreichend Wasserabzug. Ganz besonders wichtig ist mildes Gießen mit einem schwachen Brausestrahl oder einer Sprühflasche.

Pikieren

Wenn die Samenschale von den Keimblättern abgefallen ist und die Pflänzchen mindestens zwei besser fünf Blätter gebildet haben, werden sie pikiert. Dazu sucht man sich die kräftigsten Pflanzen aus, löst die Wurzel vorsichtig mit einem Stäbchen heraus und hebt das Pflänzchen aus der Erde. Nun werden die längsten Wurzeln um ein Drittel eingekürzt und die Pflanze in einen Topf mit ca. 10 cm Durchmesser gesetzt. Dabei ist es wichtig, die grünen Teile der Jungpflanze nicht zu beschädigen. Durch das Pikieren und Einkürzen der Hauptwurzeln wird die Wurzelbildung gefördert. So bildet das Wurzelgewebe eher einen kompakten Ballen und nicht so sehr einzelne lange Wurzelstränge aus. Auch können die Jungpflanzen beim Umpflanzen ruhig tiefer gesetzt werden. Sie bilden dann zusätzlich am Spross Wurzeln aus. Nach den Nachtschattengewächsen kommen dann im April die Samen von Gurken, Zucchini und Kürbissen die Anzuchterde. Da es nicht notwendig ist, diese Fruchtgemüse zu pikieren, können sie direkt in Töpfchen mit mehr Erdvolumen gesteckt werden. Bevor die Jungpflanzen dann im Mai ausgepflanzt werden, müssen sie sich an die Außentemperaturen gewöhnen können. Zuerst werden sie an warmen Tagen nach draußen gestellt, wobei direkte Sonneneinstrahlung am Anfang zu vermeiden ist. Später bleiben sie dann auch nachts draußen.

Gartenarbeiten im März
  • Im geschützten Anbau wird Spinat gesät, bei abgetrocknetem Boden kann auch im Freiland gesät werden. Petersilie, Wurzelpetersilie und Kümmel können direkt gesät werden, allerdings ist die Anzucht im Gewächshaus erfolgreicher. Auf der warmen Fensterbank werden einjährige Kräuter wie Majoran, Basilikum und Bohnenkraut angesät.
  • Im Glashaus ausgepflanzt werden frühe Salatsorten und Kohlrabi. Ebenso werden Salatsorten, sowie Lauch, Blumenkohl, Spitzkohl, Weißkohl und Wirsing unter Glas oder Folie gesät. Im Freiland werden Karotten, Schwarzwurzeln und Pastinaken gesät.
  • Ernten Sie Wildkräuter im Garten: Scharbockskraut, Löwenzahn und Gänseblümchen enthalten viele Vitamine.
  • Bei milder Witterung können Sie Ihre Rosensträucher vom Winterschutz befreien. Häufeln Sie die Wurzelhälse an und schneiden Sie die Triebe zurück. Achten Sie beim Rückschnitt darauf, auf kräftige Knospen zu kürzen, dann erhalten Sie kräftige Triebe.
  • Hochsaison ist auch bei der Pflanzung von Obstgehölzen. Besonders günstig ist der frühe Frühling für Weinreben, Marillen- und Pfirsichbäume. Ebenso können alle Beerensträucher gesetzt werden
Wenn möglich sollte das Licht für die Ansaaten von oben kommen. Das fördert die gleichmäßige Entwicklung. Anfangs kann eine elektrische Lichtquelle helfen.
Wenn möglich sollte das Licht für die Ansaaten von oben kommen. Das fördert die gleichmäßige Entwicklung. Anfangs kann eine elektrische Lichtquelle helfen.
Als erstes erheben sich die Keimblätter. Wenn sich mindestens zwei echte Blätter entwickelt haben, kann die Pflanze pikiert werden.
Als erstes erheben sich die Keimblätter. Wenn sich mindestens zwei echte Blätter entwickelt haben, kann die Pflanze pikiert werden.
Mit rechtzeitiger Ansaat und guter Pflege können kräftige Jungpflanzen ins Freie übersiedeln.
Mit rechtzeitiger Ansaat und guter Pflege können kräftige Jungpflanzen ins Freie übersiedeln.


Februar 2013

Obstbaumschnitt ist zwar eine Kunst, aber erlernbar

Geschnitten werden Bäume nicht, weil sie sonst nicht wachsen oder keine Früchte bringen würden, sondern weil durch die Formierung der Krone ein gleichmäßiges Wachstum und ein früherer Fruchtertrag erreicht werden. Zur Planung des richtigen Schnitteingriffs empfiehlt es sich den Baum genau anzuschauen und sich das Bild eines natürlich wachsenden Obstbaums vorzustellen. Dazu bietet sich der Winterschnitt im Februar an, denn ohne Blätter ist der Kronenaufbau gut zu erkennen.

Die meisten Obstarten bilden eine so genannte Pyramidenkrone aus. Der stärkste Trieb ist die Stammverlängerung, die gerade nach oben wächst, der Leittrieb. Vom Leittrieb aus wachsen die Leitäste in idealerweise nicht zu spitzem Winkel weg und bilden das Gerüst für Fruchtäste und –triebe. Die Schnittmaßnahmen zielen von Anfang an darauf ab, diesen Aufbau zu erreichen und zu erhalten, wobei 3-4 Leitäste belassen werden. Der Vorteil dieser Erziehung zu einer schlanken Spitze liegt darin, dass das Sonnenlicht durch die Krone dringen kann und auch die unteren Früchte erreicht. Um die ideale Form zu erhalten ist es wichtig die Wachstumsgesetze zu kennen. Denn keine Pflanze wächst willkürlich, der Bauplan ist in der Erbsubstanz festgeschrieben und die Pflanze entfaltet sich natürlicherweise nach diesem Bauplan.

Wachstumsgesetze

Die zwei wichtigsten Prinzipien, die es zu verstehen gilt sind: Spitzen- und Oberseitenförderung. Mit Spitzenförderung ist gemeint, dass immer die am höchsten stehende Knospe am stärksten austreibt. Deshalb wächst auch der Mitteltrieb am stärksten, wenn er länger als die anderen ist. Ebenso wachsen die Triebe an der Oberseite stärker ins Holz, während die unteren waagrecht stehenden oder hängenden eher Fruchtknospen ansetzen. Daraus ergibt sich beim Schnitt, dass die hängenden abgetragenen Äste immer wieder entfernt und die nach oben wachsenden Triebe in die Waagrechte abgeleitet und gebunden werden. Das rechtzeitige Ableiten und/oder Binden verhindert das Zuwachsen der Krone nach oben hin. Denn sie soll ja licht- und luftdurchlässig sein.

Der Schnitt und seine Folgen:

  • Durch einen starken Winterschnitt werden mehr Holztriebe und weniger Fruchttriebe gebildet. Dadurch erhält man eine geringere Anzahl an Früchten, die aber größer sind. Ein schwacher Schnitt im Winter bewirkt weniger Wachstum, dafür mehr Fruchtansatz. 
  • Achten sie auf die Knospenform. Es gibt zweierlei unterschiedliche Knospen. Aus den kleinen eng anliegenden Knospen entstehen Blätter und Triebe, aus den dickeren, eher aufgerichteten Knospen entstehen Blüten und später Früchte.
  • Wird ein Trieb angeschnitten, fördert man das Holzwachstum. Knapp unter der Schnittstelle soll eine Holzknospe nach außen zeigen, sie schlägt dann stark aus. Dies will man eher bei jungen schwach wachsenden Bäumen erreichen. • Will man Wachstum eindämmen, muss man ableiten. Beim Ableiten schneidet man auf einen günstig stehenden eher waagrechten Kurztrieb zurück. So geht die Kraft nicht senkrecht nach oben in die Holzentwicklung, sondern wird nach außen geleitet. Die Krone öffnet sich und die eher waagrechten Triebe entwickeln Fruchtknospen. 
  • Diesen Effekt erreicht man auch durch das „Waagrechtbinden“ von Ästen. Verwenden Sie dazu eine Schnur aus Naturfaser und achten Sie darauf, dass sie nicht in die Rinde einwächst. Besser ist es Leitäste nicht durch Schnitt abzuleiten, sondern zu binden.
  • Fruchtäste, die im Durchmesser stärker sind als 1/3 des Mitteltriebs, sollten heraus geschnitten werden. Sie brauchen zu viel Saft.

Wie bei vielen praktischen Tätigkeiten, gilt auch beim Baumschnitt: Probieren geht über Studieren. Bei Beachtung des richtigen Erziehungsschnitte und der Wuchsgesetze kann nicht viel schief gehen, etwaige Fehler können in späteren Jahren korrigiert werden.

Gartenarbeiten im Februar
  • Sommerblumen mit einer langen Vorkultur werden jetzt in sandiger Erde angesät. Sie keimen bei Zimmertemperatur. Dazu gehören Löwenmäulchen, Zinnien, Astern und Ziertabak. Sie benötigen zur guten Entwicklung Licht von oben und Wärme, Auspflanzung erst im Mai. 
  • Im geheizten Gewächshaus und auf der Fensterbank beginnt die Aussaat der ersten Blattgemüse. Dazu zählen der Treibsalat Larissa, der Freiland Kopfsalat Maikönig und kältetolerante Kohlrabi wie die Sorte Blaro. Im unbeheizten Folienhaus oder im Frühbeet kann Kresse, Spinat und Asiasalat gesät werden. 
  • Die Frage, wann mit der Gartenarbeit begonnen werden kann, ist jedes Jahr eine Herausforderung. Warten Sie bis die Erde so trocken ist, dass sie nicht mehr an den Schuhen klebt. 
  • Lichten Sie ihre Blühsträucher aus, die ältesten Äste werden von Grund auf entfernt. Das Einkürzen der langen Triebe fördert die Blütenbildung. Sträucher, die früh blühen, wie Forsythien und Flieder werden erst nach der Blüte geschnitten.
Vor dem Schnitt – zu viele Triebe an einem Ast.
Vor dem Schnitt – zu viele Triebe an einem Ast.
Beim Schnitt.
Beim Schnitt.
Nach dem Schnitt - Ungünstig stehende und nach innen wachsende Triebe wurden entfernt.
Nach dem Schnitt - Ungünstig stehende und nach innen wachsende Triebe wurden entfernt.


Jänner 2013

Mit der Auswahl des Saatguts beginnt das neue Gartenjahr

Jetzt ist die Zeit Pläne zu machen für die nächste Gartensaison.

Nachdem der Abbauplan und die Fruchtfolge aufbauend auf den Aufzeichnungen des letzten Jahres festgelegt sind, geht’s an die Sichtung der Samenvorräte. Wer von einigen Pflanzen eigenes Saatgut gewonnen hat, hat hoffentlich die Säckchen und Gefäße gut beschriftet, mit Namen der Pflanze und Datum der Ernte. Auf den gekauften Päckchen ist das Jahr der Gewinnung immer vermerkt, manchmal auch ein Ablaufdatum. Wenn Sie sicher gehen möchten, ob das Saatgut noch keimfähig ist, können Sie eine Keimprobe durchführen. Legen Sie 20 Samenkörner zwischen nasses Löschpapier und zählen nach entsprechender Keimdauer die gekeimten aus, indem Sie diese Zahl mit fünf multiplizieren, erhalten Sie den Prozentsatz der keimfähigen Samen.

Biologisches Saatgut

Um den biologischen Kreislauf zu sichern, verwenden Biobäuerinnen und Biobauern bei den biologisch gewonnenes Saatgut. Den Pionieren des Biolandbaus war schon früh klar, dass es für eine konsequent betriebene biologische Landwirtschaft biologische Saatgutzucht braucht. Auch für Ihren eigenen Biogarten sollten Sie die Argumente überdenken. Einerseits gilt es, sich zwischen samenfesten Sorten und Hybridsaatgut zu entscheiden. Samenfeste Sorten vererben ihre Eigenschaften kontinuierlich an die nächste Generation. Sie werden immer unter natürlichen Bedingungen in Kontakt mit dem Erdboden gezüchtet. Wenn Sie den Bestäubungsvorgang der jeweiligen Pflanze beachten und kontrollieren, können Sie von samenfesten Sorten selbst im Hausgarten Saatgut gewinnen. In der Hybridzucht werden die Pflanzen extremen Bedingungen ausgesetzt oder neue Kreuzungen gar im Labor erzeugt. Die Pflanze wird über mehrere Generationen nur mit sich selbst bestäubt. Diese Inzucht führt zu Degenerationserscheinungen. Kurz bevor die Erbsubstanz vollständig degeneriert, werden zwei solche Inzuchtlinien miteinander gekreuzt. Es kommt zu einem Entlastungseffekt und großer Vitalität. Die Pflanzen wachsen schneller und die Früchte werden groß und einheitlich. Versucht man solch eine Pflanze weiter zu vermehren, brechen die beiden Familien und auch die Degenerationen wieder durch, denn Frucht und Same sind Träger von Information. Das Saatgut ist also nur einmal verwendbar und muss jedes Mal neu erzeugt werden.

Informationsträger Samen

Nun können Sie sich leicht vor Augen führen, welche Unterschiede zwischen samenfesten Sorten die biologisch gezüchtet wurden, solchen die konventionelle Zucht mit Spitzmitteln und Kunstdünger hinter sich haben oder Hybridzüchtungen bestehen. Gar nicht zu reden von Saatgut, das mittels gentechnischer Veränderung hergestellt wurde. Durch die Manipulation des Erbguts verliert die Pflanze viele Möglichkeiten sich selbst an die Umweltbedingungen anzupassen. Samenfeste Sorten hingegen haben sich durch jahrhundertelange Kultur entwickelt, sie sind optimal an ihren Standort angepasst zudem sind sie robust und widerstandsfähig.

Rund um den Bodensee gibt es mehrere Betriebe, die in der biologischen Saatgutzucht tätig sind. Einer davon liegt in der Schweizer Rheinau, die SATIVA GesmbH. Hier ihre Prinzipien für die Erzeugung von Biosaatgut:

  • Nur über Jahre auf biologischen Betrieben vermehrtes Saatgut ist wirklich biologisches Saatgut.
  • Nur wenn die Erhaltung der Sorten auch auf einem Biobetrieb stattfindet, kann man wirklich von biologischem Saatgut sprechen.
  • Im biologischen Anbau braucht es möglichst viele verschiedene Sorten, um für jeden Zweck und für jeden Ort die optimal passende Sorte zu finden.
  • Sortenvielfalt im Biolandbau trägt zur Erhaltung des Erbes unserer Kulturpflanzen bei.
  • Biologische Produkte müssen schmecken, und Geschmack beginnt bei der Sortenwahl. Bei vielen Sorten wird bei der Auslese besonders auf Pflanzen geachtet, die einen guten, typischen Geschmack haben.
  • Sorten für den biologischen Anbau müssen robust und widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge sein.

Kontakt und online-Shop:
sativa@sativa-rheinau.ch
www.sativa-rheinau.ch

In Österreich findet ein großer Teil der biologischen Saatgutzucht in Niederösterreich statt. Dort habe der Verein Arche Noah und das Zuchtunternehmen Reinsaat ihren Hauptsitz. Beide bieten einen umfangreichen Katalog an.

Bezugsquelle und Online-Bestellung:
www.arche-noah.at
www.reinsaat.co.at

Der Samen ist ein riesiger Speicher, für Substanz und Information.
Der Samen ist ein riesiger Speicher, für Substanz und Information.
Daher: Biosaatgut für den Biogarten und die Biolandwirtschaft – konsequent ökologisch!
Daher: Biosaatgut für den Biogarten und die Biolandwirtschaft – konsequent ökologisch!


Dezember 2012

Lebendiges Treiben im winterlichen Garten

Obwohl die Pflanzen nicht wachsen und ihre Kräfte für das nächste Frühjahr aufsparen und die meisten Tiere sich ins warme Erdreich oder an geschützte Plätze zurückgezogen haben, können wir gerade im Winter viele Vögel von nah beobachten.

Im naturnah gestalteten Garten finden unsere heimischen Vögel Lebensraum und Futter und ohne dringende Gartenarbeit ist Zeit die Blau- und Kohlmeisen, Spatzen, den Buntspecht, Kleiber und Baumläufer, Buch- und Grünfinken, das Rotkehlchen und viele andere ausgiebig zu beobachten.

Gartenvögel sind Kulturfolger

Für viele Vogelarten bieten unsere Gärten günstige Lebensbedingungen, für manche Arten sind sie ein echtes Refugium, denn ihre natürlichen Lebensräume wurden durch den Menschen stark reduziert. Die Arten, die in unseren Gärten vorkommen, haben sich an unseren Siedlungsraum angepasst und schätzen in gewisser Weise die Nähe zum Menschen, sie finden Nistgelegenheiten und Nahrung. So war z.B. die Amsel um 1900 noch eine scheue Waldbewohnerin, hat sich aber in die unmittelbare Nähe des Menschen vorgewagt und ist im Siedlungsraum heimisch geworden. Deshalb ist es besonders wichtig die Bedürfnisse der Tiere im Garten zu berücksichtigen.

Eine gute Möglichkeit den Vögeln Unterschlupf und artgerechtes Futter zu bieten, ist es, den Garten im Herbst nicht vollständig abzuräumen. Sonnenblumen und abgestorbene Stauden mit Samenständen bleiben stehen, Pflanzen und Holzreste bleiben liegen. In den Stängeln von Pflanzen überwintern manche Insekten und die Samen bieten fettreiches Futter. Ein weiteres wichtiges Element im Naturgarten sind die Wildobststräucher. Holunderbeeren, Hagebutten, Weißdorn- und Berberitzenbeeren sind für Vögel äußerst schmackhaft, auch einen liegen gebliebenen Apfel verspeisen sie gerne.

Futterparadies NaturgartenSo sind Vogelhäuschen und gekauftes Vogelfutter im Naturgarten gar nicht notwendig. Allerdings kann man durch gezielte Fütterung die Vögel dorthin locken, wo man sie vom Fenster aus gut beobachten kann. Es entsteht eine Möglichkeit der Naturerfahrung, die viele von uns nicht missen möchten. Wenn sie bei der Fütterung einige Grundsätze beachten, dann schaden Sie den Vögeln auch sicher nicht, denn im Garten lauern verhältnismäßig wenige Gefahren unserer Zivilisation auf sie.

Füttern Sie maßvoll und regelmäßig. Das Futter sollte vor Nässe geschützt sein. Kein Zutritt für Katzen an den Futterplätzen. Wenn Krankheiten bei den Vögeln auftreten, Fütterung sofort einstellen. Durch den engen Kontakt an der Futterstelle können Krankheitskeime leichter übertragen werden. Kaufen Sie möglichst unverarbeitetes und unbelastetes Futter (Hanf- und Sonnenblumenkerne, Haferflocken, getrocknete Beeren und Obst, Nüsse …). Es lassen sich auch winterliche Dekoration und Vogelfütterung kombinieren. Warum nicht einmal ein paar Äste mit bunten Beeren vom Spaziergang mitbringen, wie einen großen Strauß draußen aufstellen und beobachten, wer alles daran speist?

Man kann auch selber Vogelfutter in dekorativeren Formen machen. Dazu werden Haferflocken, Sonnenblumenkerne, Nüsse, Beeren oder Hanfsamen mit geschmolzenen Fett vermischt (Talg oder Kokosfett). Diese Mischung wird in beliebige Formen gefüllt und abgekühlt, z.B. große Keksformen. Gut eignen sich aber auch kleine Blumentöpfe, die verkehrt herum aufgehängt werden. Am besten vor dem Einfüllen eine Schnur oder einen Zweig durch das Loch ziehen - zum Aufhängen und als „Sitzhilfe".

Gartenarbeiten im Dezember
  • Laubbäume und -hecken können jetzt, da das Laub gefallen ist, gut geschnitten werden. Der Schnitt von immergrünen Hecken und Sträuchern erfolgt erst im Frühling.
  • Für starkwüchsige Obstgehölze beginnt jetzt der Winterschnitt. Bei alten und verwachsenen Bäumen verschafft man sich einen besseren Überblick, wenn man zuerst alle Reiser die nach innen wachsen entfernt. Außer man plant einen radikalen Rückschnitt, dann zuerst Äste einkürzen und schauen mit welchen Reisern man eine neue Krone erziehen will.
  • Bei frostfreiem Wetter können immer noch Obstbäume und Beerensträucher gepflanzt werden. Auch für die Anlage einer Wildobsthecke und Strauchrosen ist die Zeit günstig. Lockern Sie den Boden der Pflanzgrube gut auf und streuen sie Kompost hinein.
  • Wenn Sie ihre Beete winterfest vergessen Sie nicht etwas Gesteinsmehl auf die Oberfläche zu streuen. Je nach Gesteinsart enthalten diese Mehle eine unterschiedliche Zusammensetzung von Kalk, Magnesium, Phosphor, Kali und Natrium und verschiedene wichtige Spurenelemente. Sie regen damit Humusbildungsprozesse an.
  • Decken Sie den Feldsalat mit Reisig ab, dann können Sie ihn über den Winter fortlaufend ernten.
  • Hochstammrosen und Beerensträucher sollten unbedingt von schwerer Schneelast befreit werden, sie knicken leicht. Für immergrüne Sträucher und Kräuter bietet Schneebedeckung einen Schutz vor extremen Frösten.
Hagebutte und Herbsthecke: Wildobststräucher bieten Nahrung und Behausung für Vögel und sind ein Muss in jedem Naturgarten.
Hagebutte und Herbsthecke: Wildobststräucher bieten Nahrung und Behausung für Vögel und sind ein Muss in jedem Naturgarten.
Herbsthecke


Mai 2013

Die Beete sind (noch nicht ganz) leer

Vor der Winter kommt werden die Beete abgeräumt, im Biogarten aber nicht ganz. Winterhartes Gemüse strotzt den eisigen Temperaturen und der offene Boden bekommt eine schützende Decke. 

Wirsing, Sprossenkohl und Co.

Es ist kein Zufall, dass gerade so viele Gemüse der Kohlfamilie bei uns auch im Winter erntefrisch verfügbar sind, denn ihre Urahnen, die wilden Meerkohlsorten, stammen von verschiedenen Küstengebieten Europas.

Besonders nah verwandt und daher entsprechend wetterfest sind Grünkohl, Braunkohl, Krauskohl, Federkohl und Markstammkohl, sie alle gehören zu den nicht-kopfbildenden Kohlsorten. Außerdem enthalten alle gezüchteten Verwandten einen hohen Gehalt an Senfölen, die dem Gemüse seinen typischen Geschmack verleihen, aber auch keim- und entzündungshemmend wirken. Das beugt den winterlichen Erkältungen vor, verstärkt wird dieser Effekt zusätzlich durch das in allen Kohlpflanzen enthaltene Vitamin C. Dieses Vitamin C ist selbst nach Forst noch zu einem hohen Anteil verfügbar und zerfällt auch nicht bei schonendem und nicht allzu langem Garen.

Ein ordentlicher Frost sollte diese Winterkohlsorten sogar erfassen, denn nur dann entfalten sie ihren typischen Geschmack, da durch die Kälte Stärke in Zucker umgewandelt wird. Allerdings, immer wiederkehrender Kahlfrost und kalte Winde fügen auch diesen Pflanzen Schaden zu, eine Schneedecke hingegen schützt sie eher.

Da jede Biogärtnerin und jeder Biogärtner die Bedingungen im eigenen Garten am besten kennt, sollten Sie selbst entscheiden, ob Sie die Gemüse stehen lassen oder gegen Ende des Jahres hin ausgraben und an einem geschützten Platz einschlagen. 

Wintersalate

Zuckerhut verträgt Frost bis -7/8°, aber keinen Dauerregen. Da er nur eine geringe Lagerzeit hat, sollte man ihn solange wie möglich auf dem Beet belassen. Die Lagerzeit kann verlängert werden, wenn man die Wurzeln der ausgegrabenen Köpfe von der Erde befreit und sie an einen dunklen, kühlen Ort in Plastikeimer stellt mit etwa 2 cm Wasserhöhe. Die Wasserhöhe sollte immer wieder kontrolliert und aufgefüllt werden.

Ebenfalls nur kurz lagerfähig ist Chinakohl, er verträgt Temperaturen bis -5 Grad und frostharte Sorten können im Frühling wieder austreiben. Wie die anderen Wintersalate kann auch Chinakohl im Frühbeet eingewintert werden. Die Pflanzen sollten nicht zu eng nebeneinander stehen und die Wurzeln werden mit Erde bedeckt. Eine schwarze Folie schützt die Pflanzen vor Sonnenstrahlung. Eine zusätzliche Isolierung des Beets durch Noppenfolie ist an kalten Tagen unbedingt nötig, an warmen Tagen sollte gelüftet werden. 

Milde Winter – lange Ernte

Feldsalat, Lauch und Spinat sind gut winterhart, ein Schutz aus Vlies bewahrt vor Schäden bei strengen Frösten. Wenn Sie Reisig als Winterschutz wählen, bevorzugen Sie Tannenreisig, es behält seine Nadeln im Gegensatz zu Fichtenreisig.

Aber auch so manche andere Gemüse halten sich gut am Beet und in der Erde, solange die Temperaturen nicht zu stark absinken. Mangold, Radicchio, Spinat, Winterzwiebeln und Wurzelgemüse wie Pastinaken, Schwarzwurzeln und sogar Karotten, denen das Laub entfernt wurde, können im Winter geerntet werden, wenn ein Vlies mit mehreren Stützen über die Beete gespannt wird. Mehr Halt bekommt das Vlies durch ein Drahtgewebe, das auf einen Rahmen gespannt wird. Selbst Schnee kann dann das Vlies nicht auf die Pflanzen drücken. Mangold überwintert auch ohne Schutz. Entfernen Sie dazu anfangs Winter alle Blätter bis auf die Herzblätter. Er treibt im Frühjahr wieder durch und ist vor dem Spinat erntereif. Steigen die Temperaturen an, schießt er in Blüte.

Mulchen schützt den Boden

Auf den abgeernteten Beeten ist die Erde oft nackt und schutzlos vor Erosion, da schafft eine Mulchdecke Abhilfe. Auf den Gemüsebeeten eignen sich Stroh, Heu und Laub als Mulchmaterial. Laub von Buchen und Nussbäumen verrottet langsam, ist daher auf Beeten nicht so geeignet und kommt zu den Gehölzen. Unter Sträuchern und Bäumen wird zusätzlich grob geschnittenes oder gehäckseltes Material verteilt. Pflanzen, die leicht sauren Boden bevorzugen, bekommen Tannen- und Fichtenreisig mitgeliefert.

Im Frühling kann die Mulchschicht auf den Beeten dann weg gerecht werden und darunter kommt feinkrümelige Erde zum Vorschein. Oder man zieht es vor, das Mulchmaterial erst gar nicht zu entfernen, sondern macht nur dort, wo Pflanzen setzen werden eine Rille oder ein Loch auf. So bleibt der Boden nach Vorbild der Natur dauerhaft bedeckt.

Zuckerhut und Wirsing können mit Winterschutz noch eine Zeitlang draußen bleiben.
Zuckerhut und Wirsing können mit Winterschutz noch eine Zeitlang draußen bleiben.
Grünkohl, Braunkohl und Federkohl sind bestens winterhart und entfalten erst nach dem Frost ihr volles Aroma.
Grünkohl, Braunkohl und Federkohl sind bestens winterhart und entfalten erst nach dem Frost ihr volles Aroma.
Eine Mulchschicht auch rund ums Gemüse schützt den Boden.
Eine Mulchschicht auch rund ums Gemüse schützt den Boden.


Oktober 2012

Die reiche Ernte im Herbst richtig einlagern

Was kann ökologisch sinnvoller und besser fürs Klima sein, als auch im Winter die eigenen Gartenfrüchte zu genießen. Das geht auch ohne Tiefkühler und Haus mit Erdkeller. Wichtig ist es auf den richtigen Erntezeitpunkt zu achten und ein frostsicheres Lager zu bauen.

Für die Ernte sollten Sie trockene Tage wählen, der beste Zeitpunkt ist vormittags, wenn der Tau etwas abgetrocknet ist. Karotten sind lagerreif wenn sich das Laub gelb verfärbt, bei Randig schlägt die Farbe der Blätter ins Dunkelrote um. Bei Sellerieknollen und Rettich hängen die äußeren Blätter zu Boden. Wichtig ist es, bei der Ernte vorsichtig zu hantieren, um Verletzungen der Schale zu vermeiden. Lockern Sie mit einer Grabgabel die Erde rund um die Wurzelfrüchte, bevor Sie sie herausziehen. Karotten können Sie gleich als Ganzes mit der Grabgabel mit der Erde heraus heben. Danach wird die Erde mit der Hand abgestreift. Setzen Sie die Wurzeln nicht lange dem direkten Sonnenlicht aus, sie verlieren sonst an Haltbarkeit und wertvollen Inhaltsstoffen. Bevor Sie sie zum Trocknen in Kisten legen oder ausbreiten, müssen die Blätter entfernt werden. Die Blätter dürfen nicht gänzlich abgeschnitten werde, sondern zumindest die Ansätze der Herzblätter, bei Randig und Sellerie am besten die ganzen Herzblätter, bleiben dran. Solange die Stielansätze oder Blätter bei der Lagerung grün bleiben, ist das Wurzelgemüse lebendig und könnte auch wieder eingepflanzt werden, dann bringt es im nächsten Jahr Blüte und Samen hervor. Bevor Sie das Gemüse in die Lagerstatt bringen, sollte es im Schatten etwas abtrocknen. Waschen ist für Wurzelgemüse, das sich halten soll nicht ratsam. Die anhaftende Erde reguliert die Feuchtigkeit der Frucht und außerdem wird beim Waschen die Schale immer ein bisschen aufgerieben.

Tipps für die Einlagerung im Haus

  • Kühl, aber frostfrei und möglichst dunkel. Temperaturen von ein bis vier Grad sind optimal.
  • Ein kühler Kellerraum oder eine kühle Garage bieten sich an, um Karotten, Rettich, Randig, Sellerie oder Kartoffeln zu überwintern. Mit Styropor oder Noppenfolie ausgekleidete Holzkisten, aber auch schwarze Plastikwannen eignen sich dafür gut. Sie werden mit feinkrümeliger Erde - wahlweise auch mit Sand - gefüllt und dann wird das Gemüse schichtweise dort eingelegt: Immer eine Lage Erde, dann eine Lage Wurzelgemüse und so weiter bis obenhin. So bleibt das Gemüse lange feucht und frisch.
  • Lagern Sie nur einwandfreies und ungewaschenes Gemüse.
  • Beim Wurzelgemüse darauf achten, dass es nicht austrocknet.
  • Alle Vorräte regelmäßig kontrollieren, faulende Früchte aussortieren.

Lagern im Garten

Oft ist bei der Einlagerung im Keller der Wurm drin, zumeist sind die Keller zu warm und zu trocken. Da kann man sich leicht mit einem Gartenlager behelfen. Am einfachsten ist die Anlage einer Erdmiete. Sie sollte möglichst in Hausnähe und im Schatten angelegt werden. Der Boden wird etwa 25 - 40 cm tief ausgehoben, die Breite kann 80 - 90 cm betragen, die Länge 2 - 3 m für einen 4-Personen-Haushalt. Gegen Mäuse wird rundum ein Maschendraht eingelegt. Bei hohem Grundwasserstand können Sie natürlich keine Grube ausheben, da wird ein Wall von ca. 20 - 30 cm Höhe errichtet. Den Boden bedecken Sie mit Sand oder Kies als Dränage und polstern ihn mit trockenem Laub. Darauf wird an einem trockenen, kühlen Tag das vorbereitete Lagergemüse geschlichtet. Nach 20 cm Gemüse kommt eine ordentliche Lage Stroh drauf, dann wieder Gemüse. Teilen Sie die einzelnen Gemüsesorten nach Lagen auf, so vermeiden Sie Geschmacksbeeinträchtigungen. Zuletzt wird eine Lage Stroh aufgebracht. Darüber kommt eine 10 cm dicke Erdschichte, an einer Stelle sollte ein Büschel Stroh zur Lüftung herausragen. Bei Regen sollte die Miete mit einer Plane oder Folie zusätzlich abgedeckt werden. Setzt starker Frost ein, kann eine weitere Lage Stroh oder Laub ausgebreitet werden. Nach demselben Prinzip kann man auch den Frühbeetkasten nutzen, wenn er tief ausgehoben ist. Ansonsten kann man ihn auch mit Styroporplatten isolieren.

Endivien, Radicchio und Zuckerhut einlagern

Leichte Fröste bewirken, dass diese Salate weniger bitter schmecken, vor starken Frösten müssen sie jedoch geschützt werden. Alle drei Salatsorten können z.B. so eingelagert werden: 1. Die (trockenen) Köpfe ohne Wurzeln mit Zeitungspapier umwickeln und in Steigen schichten und frostfrei lagern. 2. Die Pflanzen ausgraben und im Keller auf Folien lagern. 3. Die Pflanzen werden mit Wurzelballen eng an eng in Kästen gestellt und an einem luftigen, aber überdachten Platz aufgestellt. Auch ein leeres Mistbeet, das man mit Brettern zudeckt, ist geeignet. 4. Die Köpfe im Frühbeet einschlagen.

Obst einlagern

Ähnliches gilt für die Einlagerung von Äpfeln und Birnen. Ernten sie nicht im Morgentau oder bei Regen, da sind die Früchte druckempfindlich. Fassen Sie die Frucht mit der ganzen Hand, heben sie leicht an und drehen sie ab. Der Stiel soll nicht abgerissen werden, sondern am Zweigansatz abbrechen. Das Abgehen an der „Sollbruchstelle" ist ein Zeichen für den richtigen Erntezeitpunkt. Langhalsige Birnen fassen Sie zum Pflücken am besten am Stiel, sonst kann das Fruchtfleisch brechen. Winteräpfel halten sich besonders gut, wenn sie nach der Ernte noch ein zwei Nächte ins Gras gelegt werden. Da bildet sich eine Wachsschicht, die spätere Wasserverluste mindert, zudem werden Farbe und Aroma ausgeprägter.

Beim Einräumen ins Lager sollten die Früchte kalt sein. Damit sie nicht Austrocknen aber atmen können, sollte der Lagerraum gleichzeitig feucht und luftig sein. Kernobst atmet Kohlendioxid und Reifegase aus. Zuviel davon führt zu alkoholischer Gärung in den Früchten. In den ersten Nächten unbedingt nachts lüften. Obst und Gemüse nicht zusammen in einem Keller lagern. Es kommt zu gegenseitigen Geschmacksbeeinträchtigungen. Auch Quitten nicht zusammen mit Winteräpfeln und -birnen lagern, sie kurbeln die Reife zu sehr an. Die zur Obstlagerung günstige Raumtemperatur liegt zwischen +2 und +6° C, die relative Luftfeuchte bei 80-90 % und höher. Sofern der Platz es zulässt, sollten Sie die Früchte nur in ein bis höchstens zwei Lagen ausgelegen. Dann ist die Kontrolle auf Faulstellen oder Lagerkrankheiten gut möglich.

Wurzelfrüchte kommen erdig ins Winterlager. Kraut nicht zu knapp abschneiden!
Wurzelfrüchte kommen erdig ins Winterlager. Kraut nicht zu knapp abschneiden!
Endivien in Zeitungspapier oder Erdmiete einschlagen.
Endivien in Zeitungspapier oder Erdmiete einschlagen.
Kürbisse nicht zu kalt lagern, ein unbeheizter Hausgang ist ideal.
Kürbisse nicht zu kalt lagern, ein unbeheizter Hausgang ist ideal.


August 2012

Natürliche Pflanzenkraft stärkt die Bodenfruchtbarkeit

Die Gründüngung ist eine äußerst effiziente Methode zur Bodenverbesserung, die leider viel zu selten in Hausgärten angewandt wird. Äußerst wirksam sind Kleesorten und Phazelia, auch Gelbsenf ist geeignet. Ziel ist es, den Erdboden dauernd bedeckt zu halten. Gesät werden diese Pflanzen im zeitigen Frühjahr oder jetzt, sobald auf den Beeten Lücken entstehen. Bei großen Pflanzen wie beispielsweise Zucchini oder Kürbissen kann die Saat zwischen und unter den Pflanzen ausgebracht werden. Kommen diese dann weg, stehen die Gründüngungspflanzen in voller Pracht da.

Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Die Blätter schützen den Boden vor Austrocknung und der Wuchs von Unkräutern wird unterdrückt. Werden die Pflanzen abgemäht oder ausgerissen, finden sie Verwendung als Mulchmaterial. Durch die weitläufigen Wurzeln wird der Boden gelockert und durchlüftet, zusätzlich dienen sie dem Aufbau von fruchtbarem Humus. Außerdem sind die reichblühenden Pflanzen eine gute Bienenweide, vor allem im Herbst wenn sonst nicht mehr viel blüht.

Bei früher Aussaat bleibt die Gründüngung stehen und wird nur dort entfernt wo Gemüsepflanzen gesetzt werden. Wird sie dann zu hoch, mäht man sie ab und lässt sie als Mulchdecke liegen. Bei Aussaat im Sommer bleibt sie bis zum Winter stehen und friert dann ab. So ist der Boden geschützt, im Frühling können die Pflanzenteile oberirdisch eingearbeitet werden und liefern Futter für die Bodenlebewesen.

Wird ein Beet neu angelegt oder soll aus Bauland ein Garten entstehen, leisten die Gründüngungspflanzen besonders gute Dienste. Die Erde ist dann oft schwer und verdichtet, die „grünen Pioniere" bringen Luft und Leben in den Gartenboden. Hier werden vor allem tiefwurzelnde Pflanzen benötigt.

Unter diesen Gründüngungspflanzen gibt es auch solche die den wertvollen Nährstoff Stickstoff aus der Luft im Boden binden können. Stickstoff fördert das Wachstum und wird von den Pflanzen benötigt um lebenswichtige Eiweißverbindungen herzustellen. Pflanzen wie Klee, Lupinen, Erbsen und Bohnen gehören zur Familie der Schmetterlingsblütler, an ihren Wurzeln siedeln sich die so genannten Knöllchenbakterien an. Diese Bakterien können Stickstoff einlagern und für andere Pflanzen verfügbar machen. So eine Stickstoffkur kann gezielt zur Pflanzendüngung eingesetzt werden, vor allem wenn danach Gemüse mit hohem Nährstoffbedarf wie Kohlgewächse, Gurken, Sellerie oder Kartoffeln angebaut werden.

Gründüngungspflanzen und ihre Eigenschaften

  • Perserklee und Alexandrinerklee – schnellwüchsig, geringe Bodenansprüche, für schwere Böden geeignet, binden Stickstoff im Boden, Aussaat von April bis August
  • Phazelia – schnellwüchsig, trockenverträglich, gute Bienenweide, verhält sich allen Gemüsepflanzen über neutral, Aussaat von März bis September
  • Gelbsenf – schnellwüchsig, billig, überall erhältlich, hält Schnecken ab, ungeeignet zum Anbau vor nach und mit Kohlgewächsen und anderen Kreuzblütlern (Radieschen, Rucola), da Konkurrenz, Aussaat von März bis September
  • Puffbohne und Saubohne – gute Bodenbedeckung durch große Blätter, Bohnen essbar, binden Stickstoff im Boden, frühe Aussaat, ab Februar möglich
  • Spinat – schnellwüchsig, kann auch beerntet werden, Aussaat von Februar bis April
  • Buchweizen – wärmeliebend, schnellwüchsig, gute Bienenweide, Aussaat von Mai bis August

Für einen neu anzulegenden Garten eignet sich auch eine Blumenmischung aus Kapuzinerkresse, Sonnenblumen, Ringelblume und Tagetes. Sie bereiten den Boden vor, lockern die Erde und regen die Bodenlebewesen an. Auf kalkarmen Böden gedeiht auch die Lupine gut. Aussaat von April bis Mai.

Gartenarbeit im August
  • Stecklinge von Kräutern wie Rosmarin und Lavendel schneiden und zur Vermehrung in ein feuchtes Erde-Sand Gemisch stecken.
  • Winterendivien, Kohlrabi und Chinakohl pflanzen. Auch für Grün- und Braunkohl ist es noch nicht zu spät. Die letzten Aussaaten von Chinakohl und Pak Choi sind noch möglich.
  • Fruchtgemüse wie Tomaten, Paprika und Auberginen bringen jetzt reiche Ernte, setzen aber immer noch Früchte an. Ebenso wachsen die späten Kraut- und Kohlsorten noch kräftig. Düngung mit Komposttee und verdünnter Brennnesseljauche helfen ihnen dabei. Sind die Tomaten an Kraut- und Braunfäule erkrankt, befallene Blätter und Früchte sofort entfernen. Spritzungen mit Brennnessel- oder Schachtelhalmtee beugen der Erkrankung vor.
  • Obstbäume können jetzt durch Okulation oder Pfropfung hinter die Rinde veredelt werden. Zum Erlernen der Technik ist es am besten Fachleuten über die Schulter zu schauen. Fragen Sie beim Obst- und Gartenbauverein.
  • Zwiebel und Knoblauch haben im August ihr Wachstum abgeschlossen. Wenn das Laub sich niederlegt und beginnt sich braun zu verfärben, ist die Erntezeit gekommen. Der richtige Zeitpunkt ist dann, wenn die Spitzen des Laubs noch grün sind, das restliche Blatt bräunlich. Ernten Sie nur an warmen und trockenen Tagen und lassen Sie die Knollen an einem warmen und luftigen Ort gut trocknen.
  • Für die Ernte im Spätherbst und Winter werden jetzt Winterendivien, Chinakohl und Winterlauch gepflanzt. Auch Setzlinge von Knollenfenchel und Kohlrabi kommen jetzt noch aufs Beet. Jetzt ist eine günstige Pflanzzeit für immergrüne Nadelgehölze. Immergrüne Hecken schneiden.
  • Die Erdbeerernte für das nächste Jahr wird am besten jetzt gesichert. Pflanzen Sie die gekauften oder durch Ausläufer vermehrten Setzlinge in ein gut mit Kompost versorgtes Beet.
  • Nussbäume verlieren am wenigsten Saft, wenn sie Ende August/Anfang September geschnitten werden.
Gelbsenf wächst schnell und unkompliziert und kann sogar beerntet werden.
Gelbsenf wächst schnell und unkompliziert und kann sogar beerntet werden.
Phazelia, auch Bienenfreund genannt, sorgt für gute Bodenlockerung und ist im Herbst eine wertvolle Bienenweide.
Phazelia, auch Bienenfreund genannt, sorgt für gute Bodenlockerung und ist im Herbst eine wertvolle Bienenweide.
Ringelblumen wirken auch für den Boden heilsam.
Ringelblumen wirken auch für den Boden heilsam.


Juli 2012

Sommerschnitt an Obstbäumen

Den meisten Gärtnerinnen und Gärtner ist bekannt, dass Obstbäume im Winter geschnitten werden. Beim Winterschnitt wird die Krone geformt und das Triebwachstum angeregt. Jetzt im Sommer können zusätzliche Schnittmaßnahmen ergriffen werden, um das Baumwachstum und die Fruchtqualität günstig zu beeinflussen. Der Sommerschnitt eignet sich vor allem für stark wachsende Äpfel- und Birnenbäume, da das Wachstum im Spitzenbereich eingedämmt wird und so der Baum kleiner gehalten werden kann. Ein guter Schnittzeitpunkt dafür ist Mitte/Ende August, denn dann ist das Triebwachstum abgeschlossen. Unerwünschte Wassertriebe entfernt man auch besser im Sommer. Der Fachausdruck dafür ist „Sommerriss". Dabei werden die einjährigen senkrecht nach oben wachsenden Triebe heraus gebrochen oder gerissen. Der Vorteil ist, dass so auch die Grundknospe mit entfernt wird und es an dieser Stelle keinen Austrieb mehr gibt. Bei Steinobst ist der Sommerschnitt überhaupt ratsam, denn ein Schnitt bei Winterkälte belastet diese Wärme liebenden Gehölze zusätzlich. Ein weiter Vorteil des Sommerschnitts ist die schnellere Wundheilung. Dies gilt besonders für den Walnussbaum, da liegt der optimale Schnittzeitpunkt im August/September, dann verliert er nicht so viel Saft.

Pinzieren von einjährigen Trieben

Bei dieser alten Technik werden die einjährigen Triebe auf 5-6 Knospen eingekürzt. Das Ergebnis dieser Schnittmaßnahme ist, dass die Wachstumskraft verstärkt in die Fruchtanlage fließt und es zu Verzweigungen des Triebes kommt. Bei allen Steinobstsorten ist dies gewünscht, da sich die Fruchtknospen an den einjährigen Kurztrieben entwickeln. Die einjährigen Triebe von Äpfel und Birnen sollten hingegen nicht alle angeschnitten werden, denn dort entwickeln sich die Früchte am zweijährigen Holz. Beim Kernobst wird das Pinzieren nur auf jene Sorten angewandt, die sich durch starkes Triebwachstum auszeichnen. Zusätzlich werden solche Bäume beim Sommerschnitt ausgedünnt, damit die Krone innen mehr Licht bekommt und die Früchte sich besser entwickeln. Das Ausdünnen der Früchte erledigt der Baum oft selbst. Ab Mitte Juni werden unreife Früchte abgeworfen, so entsteht mehr Platz für die anderen. Fallen wenige Früchte bzw. verbleiben verhältnismäßig viele am Baum, ist es ratsam nachzuhelfen und zu schütteln oder zu pflücken.

Schnitt nach der Ernte

Der regelmäßige Schnitt von Pfirsich, Marillen, Kirschen, Weichseln und Zwetschken ist wichtig, um einer Verkahlung des Baumes von innen her vorzubeugen. Ein guter Schnittzeitpunkt ist unmittelbar nach der Ernte. Dabei wird beim Sommerschnitt auch das mehrjährige Holz angeschnitten. Anders als Äpfel- und Birnbäume verfügen Steinobstbäume wenig über so genannte „schlafende Augen" (Knospen im mehrjährigen Holz, die noch nicht ausgetrieben haben). Daher muss darauf geachtet werden, dass sich immer genügend einjährige Triebe mit Blütenknospen entwickeln. Gleichzeitig ist der Sommerschnitt eine gute Möglichkeit die Größe des Baumes unter Kontrolle zu halten, was gerade in kleinen Gärten von Vorteil ist.

Gartenarbeit im Juli
  • In den Lücken und auf abgeernteten Beeten können Sie zur Bodenregeneration Gründüngungspflanzen ansäen. Leguminosen wie Luzerne und Kleearten binden Stickstoff im Boden, Phazelia durchwurzelt den Boden tiefgründig, die Blüten bieten im Herbst eine späte Bienenweide.
  • Nach der Blüte ist die beste Pflanzzeit für Iris und Pfingstrosen. Zur Vermehrung von Irisarten können Sie die äußeren Neuaustriebe vorsichtig ausgraben und versetzen. Frühen Sie Pflege- und Hackarbeiten an ihren Blühpflanzen durch. Abgeblühtes entfernen, vor allem bei Rosen.
  • Eissalat, Endivien, Kohlrabi und andere späte Kohlsorten von Wirsing und Blumenkohl, sowie Grünkohl setzen. Chinakohl kann ab Mitte Juli angesät werden, bei früheren Aussaatterminen ist die Gefahr groß, dass er in Blüte schießt. Endivien und Zuckerhut ansäen.
  • Die späte Gemüsefenchelsorte Zefa Fino kann bis Mitte Juli gesät werden.
  • Aussaat für späte Karotten. In den Lücken am Beet können Radieschen eingesät werden. Auch Winterrettichsamen kommen jetzt in die Erde.
  • Fruchtgemüse düngen, Komposttee und verdünnte Brennnesseljauche versorgen den Boden mit notwendigen Nährstoffen.
Kirschbäume werden nach der Ernte im Sommer geschnitten.
Kirschbäume werden nach der Ernte im Sommer geschnitten.
Bei Apfel- und Birnbäumen bremst der Sommerschnitt das Triebwachstum.
Bei Apfel- und Birnbäumen bremst der Sommerschnitt das Triebwachstum.


Juni 2012

Auch Biopflanzen haben Hunger

Biologischer Flüssigdünger und Pflanzenstärkungsmittel selbst gemacht

Fruchtgemüse wie Tomaten, Zucchini, Gurken und Kürbis sowie Kraut und Kohl legen jetzt ihr Hauptwachstum hin. Da ist es wichtig, dass der Boden und die Lebewesen darin gut mit Nährstoffen versorgt sind. Die erste Grundlage dabei ist die Kompostversorgung vor der Pflanzung. Zusätzlich kann man in der Wachstumszeit mit Kompost wertvollen Flüssigdünger herstellen, indem man einen Komposttee ansetzt. Dazu gibt man eine Schaufel Kompost auf 10 Liter Wasser, rührt kräftig um und lässt das Gemisch 24 Stunden stehen. Dann wird ein Liter Komposttee, wiederum mit 10 Litern Wasser verdünnt und zum Gießen verwendet. So werden die Pflanzen laufend mit winzigen Mengen von Nährstoffen versorgt. Dabei sind nicht nur die Hauptnährstoffe wie Stickstoff, Phosphor, Kalium im Gießwasser enthalten, sondern auch Spurenelemente, Enzyme und mikrobielle Ausscheidungen der Kompostbakterien. Diese Substanzen unterstützen das Immunsystem der Pflanzen. Sie sind dann nicht mehr anfällig für Pflanzenkrankheiten, Schädlingsbefall und bringen uns das, was wir von Produkten aus biologischem Landbau und dem eigenen Garten erwarten: Hochwertige Qualität.

Ebenfalls als biologisches Düngungsmittel bekannt und beliebt ist Pflanzenjauche. Dazu wird 1kg des frischen Krauts mit 10l Regenwasser in einem Holz-, Steingut oder Kunststoffgefäß angesetzt. Das Gefäß darf niemals luftdicht verschlossen werden und sollte nur bis maximal 10cm unter den Rand gefüllt werden, das erleichtert auch das tägliche Umrühren. Nach 2-3 Tagen beginnt die Mischung zu gären, der unangenehme Geruch wird durch Beigabe von Steinmehl oder Kompost gemindert. Nach 10-15 Tagen ist der Gärprozess abgeschlossen. Nun kann die Jauche 1:10 mit Wasser verdünnt zum Gießen verwendet werden. Als Spritzmittel ist Jauche nicht zu empfehlen, da sie oft Fäulnisbakterien enthält, da eignen sich Brühen und Tees wesentlich besser. Brühen entstehen durch Abkochen von Pflanzenteilen. Die verwendeten Blätter werden mit der Schere zerkleinert und 24 Stunden in Regenwasser eingeweicht, auch hier gilt das Mischungsverhältnis 1kg frisches Kraut (oder 150g getrocknetes) auf 10l Wasser. Danach wird das Ganze 20-30 Minuten gekocht. Die abgekühlte Brühe ist sofort verwendbar und wird fein auf die Pflanzen versprüht, die enthaltenen Mineralien, Gerb- und Bitterstoffe stärken Blätter, Blüten und Früchte, zum Gießen 1:5 verdünnen. Brühen halten sich kühl gelagert einige Tage. Kocht man den Ansatz nicht auf, so entsteht ein Kaltauszug, der sehr mild ist und unverdünnt zum Gießen verwendet werden kann. Um die Duft- und Schutzwirkung ätherischer Öle optimal auszunutzen, empfiehlt sich die Zubereitung als Tee. Dazu übergießt man 100g frisches oder 10g getrocknetes Kraut mit 2l kochendem Wasser und lässt es 10-15 Minuten zugedeckt ziehen. Tee abkühlen lassen und sofort auf die Pflanzen sprühen. Der Geruch wirkt vorbeugend gegen Insektenbefall (Läuse), die Inhaltsstoffe gegen Pilze und Bakterien. Spritzen sollte man Pflanzenstärkungsmittel abends oder bei bedecktem Wetter, auf die Erde gegossene Zubereitungen morgens einsetzen.

Was wirkt wie?

Für die Jauche sollten Sie Brennnesseln und Beinwell mischen, sie ergänzen sich in ihren Wirkstoffen. Die Jauche liefert Fruchtgemüsen mit hohem Nährstoffbedarf den benötigten Stickstoff und Kali. Beide Pflanzen eignen sich auch hervorragend zum Mulchen. Aus Rhabarberblättern lässt sich am besten Brühe herstellen. Die Zubereitung wird eingesetzt zur Festigung des Pflanzengewebes und zur Aktivierung pflanzeneigener Abwehrstoffe gegen Pilze und saugende Insekten. Besonders wirksam ist Rhabarberbrühe gegen die schwarze Bohnenlaus. Die grünen Wedel des Ackerschachtelhalms sind vielseitig einsetzbar, als Zugabe zur Jauche, als Brühe und als Tee. Die enthaltene Kieselsäure stärkt alle grünen Pflanzenteile und beugt Pilzerkrankungen wie Grauschimmel, Mehltau, Braunfäule und Kräuselkrankheit vor. Ein Tee aus Kamillenblüten fördert allgemein die Pflanzengesundheit. Auf die Erde gegossen schützt er vor Boden- und Wurzelkrankheiten. Durch ihren hohen Gehalt an ätherischen Ölen und Gerbstoffen sind Rainfarn- und Wermuttee und -brühen besonders wirksam gegen saugende und blattfressende Insekten.

Gartenarbeit im Juni
  • Noch können Buschbohnen und späte Karottensorten gesät werden. Ebenso Radieschen und Rettich. Aussaat von Knollenfenchel und Winterrettich für die Herbsternte. Ebenso sollten sie jetzt mit der Anzucht der Wintersalate Endivien, Zuckerhut und Radicchio beginnen. In die entstehenden Erntelücken werden Sprossenkohl, Grünkohl und Winterlauch gepflanzt.
  • Falscher Mehltau tritt vor allem im Frühjahr und Herbst bei feuchter Witterung in Kombination mit warmen Temperaturen auf. Es entsteht ein weißer bis dunkelgrauer Belag auf der Blattunterseite, auf der Oberseite bilden sich weiße, gelbliche, braune oder rötliche Flecken. Vorbeugend wirken Spritzungen mit Schachtelhalm oder Rhabarbertee. Befallene Teile sofort entfernen.
  • Fruchtgemüse wie Busch- und Stangenbohnen, sowie Mais und Erbsen mögen es, wenn man um den Fuß herum einen kleinen Erdwall errichtet. Es verbessert die Standfestigkeit.
  • Sommerschnitt an Obstgehölzen und Weinreben durchführen. Einjährige Wassertriebe werden mit einem Ruck ausgebrochen. Beim Wein werden nur die stärksten Ranken mit Traubenbesatz belassen und diese auf 3-5 Blätter nach der Traube eingekürzt.
  • Trockenes und schwüles Wetter begünstigt die Entwicklung von Echtem Mehltau. Es entsteht auf der Blattoberseite ein mehliger Belag. Vorbeugend wirkt Spritzung von Brennessel-, Rainfarn- oder Beifußtee.
Gutes Wachstum im Juni ist die Grundlage für reiche Ernte.
Gutes Wachstum im Juni ist die Grundlage für reiche Ernte.
Spritzungen mit Tee aus Kamillenblüten fördert allgemein die Pflanzengesundheit, Tee aus Ackerschachtelhalm fördert die Blattgesundheit bei Tomaten.
Spritzungen mit Tee aus Kamillenblüten fördert allgemein die Pflanzengesundheit, Tee aus Ackerschachtelhalm fördert die Blattgesundheit bei Tomaten.
Beinwell- und Brennesseljauche ist sehr nährstoffreich, beide Pflanzen eignen sich auch als Mulchmaterial.
Beinwell- und Brennesseljauche ist sehr nährstoffreich, beide Pflanzen eignen sich auch als Mulchmaterial.


Mai 2012

Freiland für das Fruchtgemüse

Ab Mitte Mai, wenn keine kalten Nächte mehr zu befürchten sind, wandern die vorgezogenen Jungpflanzen von Tomaten, Gurken, Paprika, Zucchini und Kürbis ins Freie. Für biologisch gezogene Setzlinge wurde von Anfang an Biosaatgut verwendet und sie wurden nicht mit chemischen Düngemitteln ernährt, um schnell ins Kraut zu schießen. Gut gewachsene Jungpflanzen erkennt man an ihrem stämmigen kompakten Wuchs und gesunden dunkelgrünen Blättern. Bevor sie endgültig ins Beet umziehen, sollten sie langsam an die Freiluftbedingungen gewöhnt werden. Einerseits an die tieferen Temperaturen in der Nacht, anderseits – und das verursacht oft mehr Stress und Schäden an der Pflanze – an die direkte intensive Frühlingssonne. Deshalb werden die Setzlinge zuerst der milderen Vormittagssonne ausgesetzt und nachmittags noch in den Schatten gestellt und erst nach ein zwei Tage bleiben sie am sonnigen Platz.

Vor dem Setzen wird das Pflanzloch mit Kompost versorgt, dieser organische Dünger fördert die Aktivität der Bodenlebewesen. So wird Humus aufgebaut von dem sich die Pflanze gesund ernähren kann. Kunstdünger hingegen beeinträchtigt das Bodenleben und dient der direkten Pflanzenernährung. Sie wird quasi chemisch versorgt, in etwa so, wie wenn Menschen von Nährstofftabletten leben würden, eine sehr einseitige Form der Ernährung.

In das mit Kompost ausgekleidete Pflanzloch werden die Fruchtgemüse eher tief gesetzt, vor allem dann wenn sie lange Stängel haben. Im Gegensatz zu Blattgemüse bilden fast alle Fruchtgemüse neue Wurzeln am Spross, wenn er von Erde bedeckt ist. Dazu wird die Pflanze am besten leicht schräg eingepflanzt. Schließlich wird die Jungpflanze eingegossen, damit der Wurzelballen einen guten Kontakt zur umgebenden Erde bekommt. Dabei ist es am besten nur zum Fuß der Pflanze hin zu gießen und nicht alle Blätter zu beregnen, denn Wassertropfen auf den Blättern verstärken die Sonneneinwirkung um ein Vielfaches. Jetzt müssen die Pflanzen Zeit haben sich an ihrem neuen Standort einzuwurzeln. Sollten doch noch kalte Nächte kommen, am besten mit einem Gemüsevlies zudecken, vor allem Gurken sind sehr empfindlich.

Gartenarbeit im Mai
  • Aussaat von Sommersalaten, Eissalat und rotblättrige Pflücksalate halten Hitze besser aus.
  • Immer noch gesät werden können Busch- und Stangenbohnen. Für Erbsen ist es zu spät, sie setzen kaum mehr Blüten an, wenn die Tage länger werden.
  • Auch die kälteempfindlichen Blattkräuter können jetzt ins Freiland übersiedeln. Pflanzen Sie Basilikum, Majoran und Bohnenkraut an einer warmen, sonnigen Stelle. Sie eignen sich auch für Balkonkistchen und Töpfe.
  • Ansaat von Rosenkohl und Grünkohl für die Winterernte.
  • Knollensellerie auspflanzen. Zu dicht wachsende Karotten, Radieschen, Rettich und Randig sollten Sie vereinzeln, damit die Pflanzen nicht schossen.
Kompost ist organischer Dünger und baut Humus auf.
Kompost ist organischer Dünger und baut Humus auf.
Tomaten und Fruchtgemüse lieber tiefer einsetzen.
Tomaten und Fruchtgemüse lieber tiefer einsetzen.
Gurken sind besonders kälteempfindlich, nachts mit Gemüsevlies abdecken.
Gurken sind besonders kälteempfindlich, nachts mit Gemüsevlies abdecken.


April 2012

Saatbäder/Saatbeizung, biologisch und selbstgemacht

Die Gartensaison ist schon im vollem Gange, die Beete werden vorbereitet, Saatgut vom letzten Jahr hervorgekramt und neues eingekauft. Wenn Sie Biosaatgut kaufen, können Sie sicher sein, dass die Samen nicht mit chemischen Beizmitteln behandelt sind. Diese Beizmittel sind deshalb bedenklich, weil sich Rückstände davon vielleicht in den Pflanzen ablagern können. Sicher aber gelangen die chemischen Mittel in den Boden und zu den Bodenlebewesen, die darauf höchst sensibel reagieren. Allerdings müssen Sie nicht gänzlich auf Beizmittel verzichten, denn sie sind ja dazu da, dass sie Samen und Keimlinge vor Krankheiten und Schädlingen schützen. Zusätzlich können aus Kräutern und natürlichen Substanzen bereitete Saatbäder die Keimdauer verkürzen und den Keimling gleich mit Nährstoffen versorgen. Feine Samen werden nach dem Saatbad für die Aussaat mit Sand vermischt.

Hier einige Beispiele für Anwendungen:

Kamillentee: Bereiten Sie einen schwachen Tee zu und lassen die Samen 15 Minuten darin ziehen. Damit wird das Auflaufen (Keimen) gefördert und Wirkstoffe der Kamille schützen vor Pilzerkrankungen. Z.B. für Kohlarten, Radieschen, Bohnen, Erbsen

Baldrianblütenextrakt: 1 - 2 Tropfen in eine kleine Schale mit Regenwasser geben, eine Viertelstunden umrühren, dann die Samen hinein geben und nach der vorgeschriebenen Zeit abseihen, das fördert die Keimkraft. Z. B. für Sellerie und Karotten 90 Minuten, Tomaten, Lauch, Zwiebel, Kartoffeln 15 Minuten.

Milch: Gurken, Kürbis, Melonen und Zucchini keimen besser, wenn die Samen vorher 20 Minuten in lauwarme Milch eingelegt werden.

Andere Tees: Gegen Pilzkrankheiten kann 12 Stunden Vorquellen in kaltem Knoblauchtee helfen. Saaten, die gegen Vogelfraß geschützt werden sollen, können 2 Stunden in lauwarmem Wermuttee eingeweicht werden.

Biosaatgut ist ungebeizt.
Biosaatgut ist ungebeizt.
Nur gesunde Jungpflanzen setzen, Saatbäder beugen Pilzerkrankungen vor.
Nur gesunde Jungpflanzen setzen, Saatbäder beugen Pilzerkrankungen vor.