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am 1. Juli 2013

Gartentipps

Die Redaktion - Im Garten gibt es immer etwas zu tun. Welche Arbeiten in welchem Monat anstehen und andere nützliche Infos finden sich hier.

Der Duft des Sommers

Was gibt es Schöneres als einen langen Sommerabend im Garten zu verbringen, umhüllt vom Duft der Pflanzen und Kräuter?

Eine besonders angenehme Pflanze, was Duft und Aroma betrifft, ist der Thymian. Eine an unser Klima gut angepasste Züchtung ist die Sorte „Deutscher Winter“. Der verholzende Kleinstrauch war ursprünglich im mediterranen Gebiet beheimatet, aber wie der Name schon sagt wurde er auf Widerstandsfähigkeit gegenüber dem „deutschen“ Winter gezüchtet und ist deshalb bei uns problemlos winterhart.

Karger Standort – voller Geschmack

Damit sich das Aroma entfalten kann, braucht es den rechten Standort und die richtige Pflege. Nun will man den Pflanzen ja meistens Gutes tun, indem man ihnen Kompost gibt. Für den Thymian ist das weniger günstig, er bevorzugt magere Erde, Steine und durchlässigen Boden. Und natürlich braucht er den vollen Sonnenschein und die Wärme, dafür aber wenig Wasser. Wie die meisten Kräuter wächst er umso besser je mehr man ihn nutzt. Als immergrüne Pflanze verträgt er keinen Herbstschnitt, jedoch sollten sie ihn im Frühling bis ins Holz zurückschneiden. Sobald die neuen Triebe da sind können Sie mit der Ernten der Zweiglein beginnen. Thymian ist ein Würz- und Heilkraut und glänzt durch seine vielseitige Verwendbarkeit in der Küche. Er fördert die Fettverdauung und kann mit jedem Fleisch mitgekocht werden. Er eignet sich für Gemüse, Salate, Saucen und Suppen. Die Mischung „Kräuter der Provence“ ist ohne Thymian undenkbar. Thymian zum Trocken ernten sie am besten kurz vor der Blüte. Beernten Sie dabei die ganze Pflanze und lassen sie 2-3cm Grünes stehen. Aus dem holzigen Thymianstrauch wachsen bald wieder saftige Triebe. Getrocknet werden die Zweige im Ganzen, am besten sie hängen sie an einem warmen, schattigen Ort mit Zugluft auf. Wenn die Pflanze vollständig getrocknet ist, lassen sich die Blättchen gut von den Zweigen abrebeln. Im Gegensatz zu manch anderen Kräuter verliert der Thymian beim Trocknen nicht an Aroma, im Gegenteil getrockneter Thymian hat die 2-3fache Würzkraft von frischen Zweigen.

Andere Thymiansorten

Die Pflanze ist mit vielen Sorten in Mittel- und Südeuropa und im Kaukasus beheimatet. Bei uns heimisch ist der Feldthymian auch Quendel genannt und in höheren Lagen der „Langhaarige“ Thymian (botanisch Thymus praecox oder pseudolanguinosum). Die heimischen Vertreter sind nicht so aromatisch wie der Echte Thymian, verströmen aber beim Verreiben der Blätter den typischen Thymiangeruch und bereichern den Garten mit ihren Blüten, die eine beliebte Bienenweide sind. Betrachtet man den natürlichen Standort der heimischen Sorten, wird sofort klar wie genügsam die Pflanze ist. Teilweise wächst sie auf reinem Fels. Die Schneeschmelze macht durch Verwitterung mineralische Nährstoffe des Steins verfügbar. Davon zehrt die kriechende Pflanze und bildet sich ihr eigenes Substrat.

Beliebt wegen ihres besonderen Aromas sind Zitronen- und Orangenthymian. Die Kombination von Zitronenaroma und dem des Thymians ergeben ein frisches Dufterlebnis, im Geschmack passt dieses Würzkraut vor allem zu Fisch. die verschiedenen Züchtungen verfügen jeweils über eigene Würznoten, da ist Ausprobieren gefragt. Auch der Zitronenthymian ist bei uns winterhart. Schon heikler was tiefe Temperaturen anbelangt ist der Orangenthymian. Es ist besser ihn im Topf zu kultivieren und ihn wie Rosmarin einzuwintern. Der leichte Orangenschalengeruch macht ihn zu einem beliebten Teekraut.

Hilft gegen mancherlei Leiden

Thymian verschafft Linderung bei vielen Erkrankungen. Seine gesundheitsfördernde Wirkung beruht auf dem hohen Gehalt an ätherischen Ölen, darunter Thymol, Borneol, Carvacrol, sowie Gerbstoffen und Harz. Er wirkt entzündungshemmend, schleim- und krampflösend, schmerzstillend, regt den gesamten Organismus an und lässt den Schweiß aus den Poren treten. So findet man Thymian in vielen Erkältungs- und Hustentees. Positiv wirkt er aber auch auf die Verdauung, bei Gelenkschmerzen und er beruhigt gereizte Nerven.

Jedem Kräutlein sein Plätzchen

Wie der Thymian haben alle Kräuter ihre unterschiedlichen Ansprüche an Boden, Temperatur und Wasserzufuhr. Es ist wichtig diese gut zu kennen, um der Pflanze den optimalen Platz im Garten zu geben. Dann dankt sie es mit gutem Wachstum und strahlendem Aussehen. Natürlich gibt es die Möglichkeit einen abgestuften und vielseitigen Kräutergarten anzulegen, und so die verschiedenen Bedürfnisse abzudecken. Eine andere Strategie ist es, die Kräuter in den Garten integrieren. So wachsen Thymian, Bohnenkraut und Oregano gerne in Gesellschaft von Steinen, verschiedene Minzen im halbschattigen Staudenbeet, die Melissen im sonnigen Blumenbeet, Schnittlauch, Petersilie, Kerbel und Dill zwischen dem Gemüse. Die violett blühenden Salbeiarten und Lavendel passen wunderbar zu Rosen. Estragon und Liebstöckel werden ordentlich groß und bekommen ihren Platz in einer Ecke des Gemüsegartens. Majoran und Basilikum haben’s gerne warm, wollen aber auch guten Humus und nicht zu wenig Wasser. Für sie wird sich auch ein Plätzchen finden, vielleicht im einem Topf, dann können sie bei der ersten Kälte im Haus weitergezogen werden.