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am 20. September

Grüne bleiben dabei: Weg von der Chemiekeule!

Johannes Rauch, Daniel Zadra - Ländle Gütesiegel muss über dem gesetzlichen Standard liegen

„Wo Ländle drauf steht, darf nicht Monsanto drin sein“, betont Grünen-Landessprecher, Landesrat Johannes Rauch bei einer Pressekonferenz zur aktuellen Diskussion um den Einsatz von Umweltgiften beim Gemüseanbau gemeinsam mit dem Grünen Landwirtschaftssprecher Daniel Zadra. Denn umfassende Recherchen hätten ergeben: Beim Gemüseanbau und auch beim Kartoffelanbau sind die Umweltgifte Diquat und Glyphosat zugelassen und damit gesetzlich erlaubt. Wer unter dem Ländle Gütesiegel produziert darf sie damit auch legal einsetzen.

Zadra führt aus: „Der toxische Wirkstoff Diquat ist zugelassen für die Krautabtötung bei der Kartoffel, Glyphosat ist erlaubt zur Unkrautabtötung bevor die Kartoffel ins Feld kommt.“ Rauch betont: „Das heißt: Alles, was die Bauern und Bäuerinnen tun, passiert auf dem Boden der Legalität, weil die Umweltgifte zugelassen sind. Und das ist das Problem. Wir haben einen zu laschen gesetzlichen Rahmen“, betont Rauch.

Zadra verweist auf das aktuelle Pflanzenschutzregister, in dem die genannten Giftstoffe angeführt sind, und unter den Namen „Boom efekt“ (Glyphosat) und „Reglone“ (Diquat) verkauft werden. Auch die Richtlinien des Ländle-Gütesiegels schließen den Einsatz dieser Wirkstoffe nicht aus.

Zudem belege ein internes Dokument der Landwirtschaftskammer, dass der Wirkstoff Glyphosat beim Kartoffelanbau zur Abtötung von Pflanzen zur Kulturvorbereitung erlaubt ist. „Die Landwirtschaftskammer muss die Frage beantworten: Hat sie das nicht gewusst oder absichtlich verschwiegen?“, so Zadra.

Zadra stützt sich weiters auf Bestätigungen durch die Universität für Bodenkultur und das Bundesamt für Ernährungssicherheit, dass Glyphosat auch bei  Kartoffelanbau zugelassen ist. „Die Faktenlage ist eindeutig. Es gibt daher nur einen Schluss: Die gesetzlichen Minimalbestimmungen sind mir für das Ländle-Gütesiegel nicht gut genug. Ein Verzicht auf Totalherbizide sollte vorgesehen werden. Das sind wir den KonsumentInnen schuldig“, so Zadra.

Die Ländle-Marke suggeriere, dass es sich bei den Ländle-Produkten um besonders gute Ware handelt, die beinahe Bio-Qualität bedeute. „Wenn wir also so eine Marke kreieren, muss es auch glasklare Kriterien geben, die garantieren, dass die Qualität tatsächlich diesen Anforderungen entspricht“, betont Rauch.

Die Grünen fordern zudem eine zukunftsfähige Förderpolitik, die Landesförderungen von landwirtschaftlichen Betrieben und Kommunen mit dem Verzicht von Glyphosat und Diquat verknüpft. Die Kammer und das Land Vorarlberg sollen LandwirtInnen beim Total-Herbizid-Ausstieg unterstützen, und es braucht eine Bio-Ausbildung in der Landwirtschaftsschule.

„Vorarlberg muss sich aus den Klauen von Monsanto und Co befreien. Machen wir uns keine Illusion: Wir können nicht mit der Agrarindustrie am Weltmarkt mithalten“, so Rauch. Vorarlberg müsse deshalb auf Produkte mit bester Qualität setzen. „Wir lassen uns nicht einschüchtern. Es geht um die Zukunft der Vorarlberger Landwirtschaft“, schließt Zadra.

Weitere Informationen finden Sie in der beigefügten Presseunterlage.​

Foto: Landesrat Johannes Rauch und Landwirtschaftssprecher Daniel Zadra bei der Pressekonferenz im Grünen Landtagsklub.​


PKGlyphosat

Presseunterlage "Weg von der Chemiekeule"