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am 19. Dezember 2016

Bahnhofsneubau vorziehen

Sandra Schoch, Heribert Hehle - Vizebürgermeisterin Schoch kritisiert Pläne für Parkgarage vor dem Casino

"Zum heutigen Zeitpunkt ist völlig unklar, ob die Investoren das Bauprojekt umsetzen können", nehmen die Bregenzer Grünen in der neu aufgeflammten Debatte um die Neugestaltung der Seestadt Stellung. Laut Betreiber seien die kalkulierten Errichtungskosten um ein Viertel über dem vom PRISES-Aufsichtsrat genehmigten Rahmen. Der größte Kostentreiber sei die Baugrube für die zweigeschossige Tiefgarage. "Ob das vorliegende Projekt umgesetzt wird, ist also eine Frage der Kalkulation und des Finanzierungsplans der Investoren."

"Der Baubeginn wurde immer wieder angekündigt und dann verschoben", erinnern Vizebürgermeisterin Sandra Schoch und Klubobmann Heribert Hehle an die erstmals für Herbst 2012 in Aussicht gestellte und dann Jahr für Jahr zurückgestellte Umsetzung des Bauprojekts. "Dafür mag es jeweils gute Gründe gegeben haben. Aus Sicht der Stadtplanung wird die Gestaltung dieses Zentralorts der Landeshauptstadt unberechenbar."

"Sollte sich der Baubeginn in der Seestadt weiter verschieben, muss der Bau des neuen Bahnhofs und des Busterminals vorgezogen werden", so Schoch und Hehle. Die Grünen tragen in der Landeshauptstadt die Ressortverantwortung für Stadtplanung, aber nicht für Bau. "Im Verlaufe des mehrjährigen Aushandlungsprozesses, in dem die Interessen der Öffentlichkeit und die Interessen der Investoren mit den fachlichen Gestaltungsanforderungen abgeglichen wurden, haben wir uns vor allem auf die barrierefreie Verbindung zwischen Seestadt und Seequartier bzw. zwischen Zentrum und Quellenviertel konzentriert und für einen möglichst attraktiven öffentlichen Verkehrsknoten eingesetzt."

"Wir haben immer die Wahrung der öffentlichen Interessen in den Mittelpunkt unserer Bemühungen gestellt. Das war und ist nicht immer einfach", verweisen die Grünen auf das aktuelle Beispiel des von Casinos Austria betriebenen Parkgaragenbaus zwischen Bahnhof und Casino. "Wir verlangen einen öffentlichen Prozess zu dieser Umgestaltung des öffentlichen Raums in den Seeanlagen."

"Der Bedarf nach einer solchen öffentlichen Diskussion ist sehr groß", verweisen die Grünen auf das enorme Interesse an den Stadtspaziergängen der Initiative "See und Stadt und Bregenz" und am VN-Stammtisch zur Seestadt. Die Diskussion über eine weitere Verbauung in den Seeanlagen müsse daher öffentlich geführt werden. "Das ist zentrale Verantwortung der Stadt", so Schoch und Hehle abschließend.