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am 1. Oktober

ASFINAG beginnt mit "Baugrunderkundungen"

Juliane Alton - Was harmlos klingt ist in Wirklichkeit ein umfangreicher Eingriff in Naturräume.

Heute beginnt die ASFINAG mit "Baugrunderkundungen" für die so genannte Z-Variante der S 18. Was harmlos klingt ist in Wirklichkeit ein umfangreicher Eingriff in Naturräume.

Geplant sind 170 Bohrungen bis zu 100 m Tiefe (teilweise werden Grundwassermessstellen eingerichtet), 140 Rammsondierungen, 90 Drucksondierungen und 100 Baggerschürfe. Diese Untersuchungen finden teilweise in Schutzgebieten statt (Flora-Fauna Habitat-Richtlinie der EU, Naturschutzgebiet Birken / Schwarzes Zeug / Mäander der Dornbirner Ach, Uferschutzbereich von Fließgewässern).

Der Flächenbedarf der Eingriffe beträgt bis zu 300 m2 bei Tiefenbohrungen. Dazu kommt die Zufahrt mit schwerem Baugerät von Straßen und Wegen aus über Wiesen und geschützte Flächen bis zum Bohrpunkt.

18 Bohrpunkte sind auf Grundstücken der Stadt Dornbirn geplant und wurden ohne genaue Prüfung durch den Stadtrat genehmigt.

"Eine genaue Betrachtung der Bohrpunkte ist nicht erfolgt, das wäre aber notwendig gewesen", stellt Umweltstadträtin Juliane Alton klar. "Einige davon befinden sich in Schutzgebieten, andere auf verpachteten Flächen, wo die Zustimmung der Pächter eingeholt werden müsste. Über all das hat sich die ÖVP-Mehrheit im Stadtrat hinweg gesetzt."

Das Naturschutzgutachten der Bezirkshauptmannschaft hat für die Bohrungen umfangreiche Auflagen formuliert. Im Ergebnis wird es dennoch Konflikte mit Wildtieren und unerhebliche Beeinträchtigungen für die Natura 2000 Gebiete bzw. deren Schutzgüter geben.

"Wir können uns aber keine Beeinträchtigungen leisten - auch keine 'unerheblichen', denn unsere Schutzgüter sind dabei zu verschwinden", mahnt Juliane Alton. "2018 ist kein einziges Brachvogeljunges flügge geworden, die Bekassine hat erstmalig gar nicht mehr hier gebrütet. Deswegen hätte der Stadtrat einzelne Bohrpunkte an sensiblen Stellen ablehnen sollen, während andere Stellen unproblematisch sind."

Die Dornbirner Grünen lehnen den Bau der Z-Variante der S 18 vehement ab. Sie würde eine weitere Brückenquerung der Dornbirner Ach im Bereich der Mäander bedeuten und diese so selten gewordene, wertvolle Flusslandschaft mit ihrer sensiblen Fauna und Flora endgültig zerstören. Baugrunderkundungen wollen sie dennoch nicht im Weg stehen, wenn damit kein Schaden angerichtet wird. "Die Untersuchungen werden zeigen, dass ein solches Bauwerk nicht errichtet werden kann, ohne schwerwiegende Eingriffe in Grundwasserströme, Fauna und Flora der Naturschutzgebiete", zeigt sich Juliane Alton überzeugt. "Somit könnte nach geltendem Gesetz nur eine Variante mit weniger Nachteilen realisiert werden."

Juliane Alton: "Unabhängig davon werden wir in Dornbirn Maßnahmen ausarbeiten, um die Lebensbedingungen der seltenen Arten zu verbessern. Das werden wir gemeinsam mit der Gebietsbetreuerin der Natura 2000 Schutzgebiete, mit Naturschutzorganisationen und mit Grundeigentümer/innen in Angriff nehmen."

Hier​ finden Sie ein Video zum Thema. 


Das Bild zeigt den ungefähren Verlauf der Trasse, wo auch die meisten Bohrpunkte geplant sind.