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am 8. Februar

Bund und Land unterzeichnen Abkommen für den Radverkehr

Johannes Rauch - Gewessler/Rauch: 62 Millionen Euro für Fahrradnetz-Ausbau bis 2027

Klimaschutzministerin Leonore Gewessler, Mobilitätslandesrat Johannes Rauch und Landeshauptmann Markus Wallner ​haben heute (Montag) ein Abkommen über die Bund-Land-Partnerschaft zum Ausbau des Radverkehrs unterzeichnet. Die Vereinbarung in Höhe von 62 Millionen Euro sichert die Ko-Finanzierung des Bundes für zahlreiche Infrastrukturprojekte, darunter die Radschnellverbindungen Radfahren durchs Ried (RdR), Götzis–Rankweil/Klaus–Koblach (RGKK) und „Pipeline“ Abschnitt 3 in Bregenz.

​Der Bund übernimmt bis zu 50 Prozent der Nettofinanzierung für Fahrrad-Leitprojekte in den Bundesländern. Mobilitätslandesrat Johannes Rauch freut sich über diesen Investitionsschub: „Vorarlberg ist heute schon österreichweiter Spitzenreiter, was den Radverkehr betrifft. 16 Prozent aller Alltagswege werden bei uns mit dem Rad zurückgelegt, im Jahr 2020 haben wir im Land nicht weniger als 4,2 Millionen Radfahrerinnen und Radfahrer gezählt. Diese Spitzenposition wollen wir ausbauen, und die heute unterzeichnete Vereinbarung über einen Finanzierungsrahmen von insgesamt 62 Millionen Euro ist dafür ein ganz zentraler Baustein. In den letzten Monaten und Jahren haben viele Bürgermeisterinnen und Bürgermeister im Land immer wieder Wünsche betreffend den Ausbau der Fahrradwege und Radverbindungen an mich herangetragen. Ich bedanke mich bei den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern für das Engagement und die gute Zusammenarbeit für den Radverkehr.“ Vorbilder für die Vorarlberger Radkultur sind nach wie vor die Städte Amsterdam und Kopenhagen, wo die Hälfte der Bevölkerung mit dem Rad zur Arbeit oder zur Ausbildungsstätte fährt.​

„Ich will, dass die klimafreundliche Mobilität die einfachste, bequemste und günstigste Möglichkeit ist, unterwegs zu sein“, erläutert Klimaschutzministerin Gewessler. „Damit uns das gelingt, bauen wir unser Land um – in ein klimafreundliches Österreich mit modernen Zügen, einem günstigen Öffi-Ticket und mit 62 Millionen Euro für gut ausgebaute Radwege und Radschnellverbindungen.“

Grüne Zusammenarbeit zwischen Bund und Land: Leonore Gewessler und Johannes Rauch freuen sich über Fahrradabkommen

Die Projekte im Detail

Radfahren durchs Ried (RdR)

„Wir planen eine durchgehende, sichere und naturverträgliche Radroute durchs Ried zwischen Lustenau und Wolfurt sowie eine Verbindung zwischen Senderknoten und Dornbirn“, erläutert Mobilitätslandesrat Rauch. „Durch diese Raderschließung erreichen wir nicht weniger als 160.000 Menschen, denen künftig attraktive Radverbindungen zur Verfügung stehen.“ Da die Routen teilweise durch Natura2000- und andere geschützte Gebiete führen und die Interessen der Wasser- und Landwirtschaft sowie der Jagd berücksichtigt werden müssen, ist die für Radschnellverbindungen eigentlich vorgesehene Fahrbahnbreite von vier Metern nicht überall möglich. „Die Kosten betragen nach heutigen Berechnungen rund 21,4 Millionen Euro, von denen der Bund die Hälfte übernimmt“, erklärt Rauch.

Radschnellverbindung Rankweil–Götzis/Koblach–Klaus (RGKK)

Diese Trasse erstreckt sich von Götzis über das Betriebsgebiet in Koblach zur Bahnhaltestelle Klaus und weiter zum Radweg in Richtung Rankweil. „Wie wir seit einer Studie aus dem Jahr 2016 wissen, hat diese neue Trasse eine besonders hohe Verkehrswirksamkeit“, betont Rauch. „Mehr als 60.000 Anrainerinnen und Anrainer könnten ihre regionalen Arbeitsplätze dann binnen 15 bis 20 Fahrradminuten erreichen. Die bisherigen Routen in dieser Gegend sind nicht nur unattraktiv, sondern auch mit großen Umwegen und teilweise gefährlichen Straßenquerungen verbunden.“ Die besondere Herausforderung bei dieser Radschnellverbindung liegt neben der Unterquerung der Bahngleise und einer Straßenbrücke in der Notwendigkeit, einen Fahrradtunnel durch den Sattelberg zu graben. „Das ist notwendig, weil wir den Radfahrerinnen und Radfahrern möglichst direkte Streckenführungen bieten und ihnen keine Bergwertungen mit steilen Anstiegen zumuten wollen.“  Dieses Projekt wird voraussichtlich rund 23,6 Millionen Euro kosten, die Bundesfinanzierung beträgt bis zu 12 Millionen Euro.

„Pipeline“ Abschnitt 3, Bregenz

Der Fahrradweg zwischen Bregenz und Lochau entlang dem Bodenseeufer soll zu einer Radschnellverbindung ausgebaut werden, die auch als Teil des Bodenseerundwanderwegs dienen und die Landesstraße L190 entlasten soll. „Obwohl wir hier heute schon bis zu 4000 Radlerinnen und Radler täglich zählen, sehen wir für diese Verbindung besonders großes Potenzial“, erklärt Rauch. Die Abschnitte 1 und 2 wurden bereits realisiert, Abschnitt 3 umfasst die Strecke zwischen Schanzgraben und Steg Melanie. „Am Seeufer treffen wir klarerweise auf recht große bautechnische Herausforderungen“, erläutert Rauch. „Es werden Arbeiten im See nötig sein, und aufgrund der beengten Platzverhältnisse zwischen Bahn und See müssen wir einen eigenen Bahnübergang für den Baustellenverkehr schaffen.“ Die Kosten für den Bau des Abschnitts 3 betragen inklusive der Ufergestaltung rund 5,1 Millionen Euro. Die Realisierung des vierten und letzten Abschnitts der Radschnellverbindung Bregenz–Lochau wird im Zeitraum 2023–2025 erwartet.

Darüber hinaus werden in den Jahren 2021–2024 zahlreiche kleinere Projekte entlang von Landesstraßen mit einem Gesamtvolumen von rund 12 Millionen Euro umgesetzt.

62 Millionen Euro für Radwege in Vorarlberg – Ein Upgrade für den Radverkehr und für das ganze Bundesland
Geplante Radschnellverbindungen durch ganz Vorarlberg