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am 20. April

Der am stärksten frequentierte Ort Vorarlbergs braucht Hirnschmalz

Juliane Alton - Dornbirner Grüne fordern geordnete Zukunftsplanung für das Bahnhofsquartier

Die Grundstücke rund um den Bahnhof Dornbirn haben das größte Entwicklungspotenzial in Stadt und Land. Viele Grundstücke sind im öffentlichen Eigentum, und das ist die beste Voraussetzung für eine Entwicklung im Sinn der Bürger/innen der Stadt und des Gemeinwohls. Doch fehlt eine demokratisch erarbeitete städtebauliche Betrachtung des gesamten Bahnhofsquartiers, um die vorhandenen Chancen voll zu nützen.

„Wir Grüne haben bereits im Sommer 2017 mit dem Kauf des letzten wichtigen Grundstücks durch die Stadt, dem Postgebäude und der dazugehörigen Fläche, die Erstellung eines Masterplans gefordert“, sagt Umweltstadträtin Juliane Alton. „Ein solcher beinhaltet neben den Nutzungsmöglichkeiten auch eine räumliche und strukturelle Betrachtung, also umfassendes Nachdenken darüber, was sich in diesem zentralen Stadtteil entwickeln kann und soll. Bürgerbeteiligung ist die Basis, die Einbindung von Fachleuten wie Stadt- und Verkehrsplaner/innen, Stadtsoziolog/innen sowie von Kultur- und Sozialarbeiter/innen gehört selbstverständlich dazu.“

Um welche Flächen geht es:

• um den langgestreckten Parkplatz südlich des Bahnhofs
• um den Busbahnhof, der aus allen Nähten platzt
• um den Schlachthof, der nur noch wenige Jahre in Betrieb sein wird (max. 2,5)
• den ebenerdigen Kindergarten nordwestlich des Gleises

All diese Grundstücke sind im Eigentum der Stadt.

Es geht aber auch um Grundstücke in Privatbesitz, denen die bestmögliche Nutzung aufgezeigt werden soll. Beispielsweise müssen die Kaplan Bonetti Sozialwerke betreffend die künftige Nutzung und Bebauung ihrer Grundfächen auf der Rohrbacher Seite des Bahnhofs eingebunden werden.

Doch auch nach Südwesten bis zur Bahnhaltestelle Schoren gibt es Potenzial. Das Bahnhofsareal muss weiter gedacht werden als die unmittelbare Umgebung des Bahnhofs. Auch im Nordosten gibt es beiderseits der Bahn Entwicklungsmöglichkeiten (z.B. Grundstücke wie Reifen Fischer, Wasserwerk ...).

Eine städtebauliche Betrachtung muss diese Areale mit einbeziehen. Solche innerstädtischen Bebauungs- möglichkeiten eröffnen ein hervorragendes Potenzial für günstigen Wohnraum und Dienstleistungsangebote.

„Was derzeit passiert, ist ein Verhütteln des wertvollen Stadtgebiets ohne Plan und Ziel“, fürchtet Juliane Alton. „Erste Fehlentscheidungen sind bereits passiert:

• Mitten im Planungsareal wird ein isoliertes dreistöckiges (!) Polizeigebäude geplant. Richtig wäre eine neue Polizeiwache in einem bestehenden Gebäude.
• Die technischen Einrichtungen des Funkmasts könnten auf einem benachbarten Gebäude Platz  finden, dafür müsste kein neuer Mast auf einem anderen Grundstück errichtet werden.
• Die Errichtung eines Skaterplatzes am Südende des Parkplatzes löst weder die Probleme der Vorarlberger Skater Szene noch verbessert sie die städtebauliche Situation. „Was den Skatern helfen würde, ist ein Dach über dem Kopf für den Winter.“

Aus Sicht der Grünen ist es höchste Zeit, Visionen zum Bahnhofsquartier zu entwickeln.

• Wie sieht das Bahnhofsquartier Dornbirn im Jahr 2030 aus?
• Welche Leistungen und Angebote  finden die Bürger/innen dann vor?
• In welchen Räumen wird man sich bewegen?
• Wie schaut die Visitenkarte für alle Ankommenden in Dornbirn dann aus?

Politische Entscheidungen sind gefragt. „Der verantwortliche Planungsstadtrat Martin Ruepp soll endlich tätig werden,“ fordert Juliane Alton. „Auch die Lösung aktueller Probleme wie die Bewältigung der gestiegenen Fahrgastzahlen und die Verbesserung der Aufenthaltsqualität an einem Ort, den 30.000 Menschen täglich passieren, braucht Hirnschmalz und eine umfassende Betrachtung.“​

Parkplatz Bahnhofsquartier Dornbirn
Links der Schlachthof, rechts der Parkplatz: Zuerst überlegen, dann bauen! (Foto: Juliane Alton)