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am 21. Juli

Der Weg zur Energieautonomie: Wo stehen wir?

Johannes Rauch - Sorgenkind Verkehr: Energiewende nur mit Mobilitätswende

Energieautonomie 2050: Vorarlberg hat sich zum Ziel gesetzt bis zum Jahr 2050 in gleichem Ausmaß Energie aus erneuerbaren Energieträgern bereitzustellen, wie verbraucht wird. Dafür muss Energie gespart und die Effizienz gesteigert werden. Gleichzeitig müssen die erneuerbaren Energien wie Sonnenkraft, Wasserkraft und Biomasse ausgebaut werden.

Der heute präsentierte Monitoringbericht liefert ein Zwischenergebnis, zeigt Erfolge und Baustellen auf dem Weg zur Energieautonomie auf.

Energieverbrauch in Vorarlberg um 2,7 % gestiegen

Der Monitoringbericht 2020 zeigt auf, dass der Endenergieverbrauch Vorarlbergs zwischen 2005 und 2018 leicht  – um 2,7 Prozent – zugenommen hat. Der größte Verbraucher an Endenergie 2018 war wie in den Jahren zuvor der Gebäudebereich (40 Prozent), gefolgt von der Industrie (27 Prozent) und vom Sektor Mobilität (24 Prozent).​ 

Besonders im Mobilitätsbereich herrscht dringend Handlungsbedarf:

  • Zwischen 2005 und 2018 sind mehr Autos nach Vorarlberg gezogen bzw. zur Welt gekommen (+ 45.000) als Menschen (+31.600)

Energiewende nur mit Mobilitätswende

Wenn Vorarlberg das Ziel der Energieautonomie 2030 erreichen will, dann muss sich Verkehrspolitik und Verhalten ändern: Weg vom Individualverkehr, hin zu Öffi, Fahrrad, Car-Sharing und Elektromobilität. 

Das Ziel bis 2030 ist folgende Verteilung der Verkehrsmittelwahl:

  • 16 Prozent der Wege sollen mit Bus und Bahn zurückgelegt werden,
  • 21 Prozent mit dem Fahrrad,
  • der Anteil der Fußwege soll sich langfristig auf 18 Prozent stabilisieren,
  • der Wegeanteil der Mitfahrenden soll von 9 auf 10 Prozent erhöht werden.

Gelingt das, dann würde der PKW-Wegeanteil auf 34 Prozent gesenkt. Die Umsetzung von Maßnahmen ist angesichts der CO2-Emission des Verkehrsbereichs dringend notwendig, um die Ziele der Energieautonomie zu erreichen​.

​Erneuerbare Energieträger entwickeln sich positiv

Der Monitoringbericht zeigt, dass der Einsatz von Öl im Betrachtungszeitrum um deutlich mehr als die Hälfte reduziert wurde (-58,9 Prozent). Mit 2020 sind noch rund 27.000 Ölkessel in Verwendung. Der Ausbau der erneuerbaren Energieträger im Land geht erfreulich gut voran. Der Anteil erneuerbarer Energie stieg insgesamt von 32 auf 40,5 Prozent.

Der Anteil erneuerbarer Energieträger für Strom und Wärme ist konsequent auszubauen. Bis 2030 soll er mindestens 50 Prozent des Gesamtendenergiebedarfs decken​.

Gebäudesektor

Die regional verfügbaren erneuerbaren Energieträger reichen nur aus, wenn der Energiebedarf des Gebäudesektors bis 2050 um etwa 40 bis 50 Prozent gesenkt wird. Das geht nur mit einer sehr guten Gebäudehülle (Dämmung, Fenster, Dach > also alle Bauteilen, die den Innenraum vom Außenraum trennen). Nur so wird der Energiebedarf im Winter begrenzt, wenn aus heimischen erneuerbaren Quellen wie Wasserkraft und Photovoltaik am wenigsten Strom erzeugt werden kann. Zudem muss der Ausstieg aus den fossilen Energieträgern Öl und Gas weiter beschleunigt werden. Dies gilt in allen Bereichen: Neubau und Sanierung, Wohn- und Nichtwohngebäude.

Der Sektor Industrie und Gewerbe​​ wird auch im Jahr 2030 noch immer einen Anteil von 40 Prozent des Endenergiebedarfs über Gas decken. Umso wichtiger erscheint, dass die Industrie mit ihren großen Dachflächen eine maßgebliche Rolle beim Ausbau der Photovoltaik einnehmen kann.​

Energieautonomie Vorarlberg: Status Quo und Szenarienbetrachtung 2030