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am 12. Mai

Die Klimakrise wartet nicht

Sandra Schoch - Neben Corona bleibt der Klimawandel die größte Aufgabe unserer Zeit

​Künftige Generationen werden nicht nur auf eine hoffentlich positiv bewältigte Coronakrise zurückblicken können, sie werden uns gleichzeitig auch am Umgang mit der Klimakrise messen. Denn sie werden in 20 Jahren mit den Folgen leben müssen und können die Versäumnisse der Vergangenheit dann nicht mehr gut machen.

Beim Neustart nach Corona müssen daher grundsätzliche Richtungswechsel hin zu einer nachhaltigen und lebenswerten Gesellschaft gemacht werden. Wie beim Händewaschen oder #FlattenTheCurve braucht es eine gemeinsame Anstrengung zur Verhaltensänderung: Es führt kein Weg daran vorbei, dass wir hier und heute etwas verändern. Dass wir schnell unsere Treibhausgas-Emissionen verringern und Alternativen zu gewohnten Lebensweisen zulassen müssen. Wie beim #MaskenAuf oder #StayAtHome brauchen wir uns gegenseitig, nur wenn der Großteil der Menschen den Sinn dieser Veränderungen versteht und einhält, werden wir es schaffen, auch hier die Kurve abzusenken. 

Gemeinden können hier einen großen Beitrag leisten. Ab Mai wird es – sofern die Fallzahlen sich weiter so positiv entwickeln – weitere Lockerungen für den Gastronomiebereich geben. Die geplanten Straßenschließungen in der Innenstadt sind hier nicht nur eine wichtige Unterstützung für die Lokale, um die räumlichen Abstandsregelungen im Außenbereich einhalten zu können, sondern geben die Gelegenheit, generell neu über die Raumaufteilung in einer Stadt nachzudenken. Corona zeigt auf, was wir schon lange wissen: Eine menschengerechte Stadt nimmt den Menschen und seine Bedürfnisse zum Maßstab. Mehr Raum für die Menschen bedeutet in der Coronakrise die Möglichkeit, Abstand zueinander zu halten und dennoch unser Leben weiter zu führen, es bedeutet für die Wirtschaft die Möglichkeit, kreative neue Wege zu finden, um die Existenz zu sichern. 

Temporäre Straßenschließungen sind daher ein erster wichtiger Schritt, um beides zu ermöglichen. Wir möchten aber weiter in die Zukunft planen und Begegnungszonen haben sich als gutes Mittel erwiesen, um eine gleichberechtigte Teilhabe aller am Straßenraum einzuüben und zur Alltagsroutine werden zu lassen. Es macht daher Sinn, weitere Begegnungszonen im ganzen Stadtgebiet einzuführen, so etwa in Mariahilf und auch in Weidach. Das bringt Entschleunigung für die Stadtteile, mehr Lebensqualität für die Menschen und in Coronazeiten, die Möglichkeit der Einhaltung der Abstandsregeln für die Tourismusbetriebe und das verschiebt den Verkehr zur sanften Mobilität. 

Dies bedeutet wiederum eine CO2-Reduktion. „Die Trockenheit im April und die damit verbundene Waldbrandgefahr lässt uns alle nicht vergessen, die Klimakrise war nicht weg!“, so Umweltstadträtin Sandra Schoch. „Mit Corona haben wir aber auch erlebt, wie gemeinsame Verhaltensänderungen etwas verändern können, dies gilt auch für die Klimakrise. Nur werden wir die Verbesserung nicht innerhalb von fünf Wochen spüren, da es sich um ein sehr träges System handelt. Wenn unsere Kinder und Enkel*innen in 20 Jahren noch eine lebenswerte Welt vorfinden sollen, sind Verhaltensänderung jedoch auch hier unumgänglich“, schließt Schoch.