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am 27. Jänner

Dornbirner Umweltprogramm einstimmig beschlossen

Juliane Alton - In der gestrigen Stadtratssitzung wurde das Umweltprogramm 2021 mit 71 Maßnahmen im Umwelt- und Energiebereich beschlossen. Größte Herausforderung bleibt die Umsetzung im gesamten Stadtgebiet zusammen mit der Bevölkerung

"Das Umweltprogramm hat uns als Stadtverwaltung gut weiter gebracht in der Sachen Energieautonomie," stellt Umweltstadträtin Juliane Alton fest. "Nur mehr die Abwasserreinigung, der Fuhrpark und das Krankenhaus sind noch größere Herausforderungen. Die größte Aufgabe besteht jetzt darin, die ganze Stadt und die Bevölkerung auf dem Weg in die Klimaneutralität mit zu nehmen."

Das Energieinstitut hat die langjährige e5-Gemeinde Dornbirn dabei unterstützt, in Energiefragen im eigenen Bereich auf Kurs zu kommen. Nur mehr wenige Ölheizungen sind in städtischen Gebäuden zu finden, der Austausch erfolgt in den nächsten Jahren. 100% Ökostrombezug, mehr LED in der Straßenbeleuchtung und eigene Fotovoltaikanlagen sind notwendige Schritte auf diesem Weg.

"Was fehlt, sind konkrete, messbare Zwischenziele in jenen Handlungsfeldern, die das gesamte Stadtgebiet betreffen. Wenn Vorhaben nicht umgesetzt werden, hat das derzeit keine Auswirkung. Manchmal wird es nicht einmal bemerkt", bemängelt Stadträtin Juliane Alton.

Auch der Klimacheck, der seit 2020 Teil des Programms ist, wird noch nicht umgesetzt. Als Werkzeug für die tägliche Praxis ist er notwendig, um alle Vorhaben der Stadt auf ihre Klimatauglichkeit hin zu überprüfen.

"Die Energieautonomie wollen wir 2050 erreichen. Wenn es nach der Bundesregierung geht, sollen wir schon 2040 dort sein," ruft Alton den knappen Zeithorizont in Erinnerung. "Heizwärme, Verkehr und Gewerbe sind die größten Verursacher von Emissionen. Da müssen wir also anpacken!"

Dekarbonisierungspfad 2020-2050

190.000 Tonnen CO2-Äquivalent müssen in Dornbirn eingespart, durch fossilfreie Energie ersetzt oder kompensiert werden, das entspricht 9,5 Millionen Kubikmeter Erdgas.

"Die Gestaltung ihrer Straßen und Plätzen ist dabei ein entscheidender Hebel der Stadt," ergänzt Schul- und Jugendstadtrat Martin Hämmerle, "denn dafür ist sie allein zuständig. Was wir als Erstes brauchen, sind sichere Wege für die Kinder zu Schulen und Kindergärten, die sie allein bewältigen können. Aktuell drängeln sich da immer noch zu viele PKWs. Die bisherigen Bemühungen haben noch nicht zum Ziel geführt."

Radfahren und zu Fuß gehen haben ein großes Potenzial, das in Dornbirn bei Weitem nicht ausgeschöpft ist. Mit dem E-Rad erweitert sich der Radius des Fahrrads von 5 bis 10 km auf das Doppelte. Die durchschnittliche Tagesweglänge von 27,7 Kilometer pro Person (Kontiv-Studie 2017) ist damit bequem zu erledigen, v. a. in Kombination mit Bus und Bahn.

"Wir alle wollen ruhig und sicher wohnen, nicht an verkehrsreichen Durchzugsstraßen. Es liegt an uns, dass wir uns eine solche Wohnumgebung in unserer Stadt schaffen. Damit nehmen wir auch unsere Verantwortung für die kommenden Generationen wahr," schließt Stadtrat Hämmerle.