gruene.at
Navigation:
am 7. Februar

Ein Sehr gut für das neue Graf Hugo!

Ingrid Scharf - Die Jugendarbeit hat den Betrieb im neuen Haus aufgenommen

Die Offene Jugendarbeit in Feldkirch hat sich in den letzten 45 Jahren ausgehend von einem autonom geführten Jugendhaus zu einer professionellen, den Anforderungen der Zeit entsprechenden Jugendsozialarbeit entwickelt. Die Räumlichkeiten, die nun zur Verfügung stehen, sind bestens geeignet sich zukünftigen Herausforderungen zu stellen.

Als Jugendstadträtin freue ich mich besonders, dass in Bezug auf die Räumlichkeiten alle Wünsche der Jugendlichen, die sich aus dem Beteiligungsprozess ergeben haben, erfüllt sind.

Nun kann sich die Jugend das neue Haus aneignen. Wichtig ist, dass dabei von Vornherein auf ein stimmiges Abfallwirtschaftskonzept Wert gelegt wird und, dass ein grundlegendes Verständnis für regionale, biologische und fair gehandelte Lebensmittel den Alltag bestimmt. In allen Bereichen wird nun auf Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit geachtet. 

Musikprobehaus „Rub a dub“

Die neuen Proberäume, die vorwiegend an Jugendliche aus dem Großraum Feldkirch vermietet werden, sind ebenfalls im neuen Jugendhaus untergebracht. Sie sind wie eh und je heiß begehrt. So teilen sich derzeit 29 Bands die 16 Proberäume. Bedauerlicherweise ist eine fachmännisch gesetzte akustische Dämmung der Proberäume aus finanziellen Gründen nicht erfolgt. Die Akustikmaßnahmen, die laut Berechnungen des Akustikers zwingend notwendig sind, werden in die Eigenverantwortung der Jugendlichen gelegt. Jede Band muss nun, bevor es mit dem Musizieren los gehen kann, für die entsprechenden Maßnahmen sorgen. Als Stadträtin sehe ich das sehr kritisch, denn es wird in jeglicher Hinsicht sehr aufwendig werden, die Jugendlichen bei der Ausstattung ihrer Räume zu unterstützen, bzw. zu kontrollieren, ob die strengen Auflagen des Brandschutzes erfüllt werden. Meines Erachtens liegt es in der Verantwortung und im Eigeninteresse des Eigentümers, der Stadt Feldkirch, dass ein störungsfreies Proben von Anfang an möglich ist. Diese Sichtweise wird von der Stadtregierung nicht geteilt, ein entsprechender Antrag diesbezüglich hat keine Mehrheit gefunden. 

Ein Sehr gut für das alte Graf Hugo

2015 galt das Haus noch als abbruchreif, eine Sanierung wurde kategorisch abgelehnt, bzw. ausgeschlossen, eine Rückabwicklung des Kaufvertrages mit der Arbeiterkammer ebenso.

Erfreulicherweise saniert die Arbeiterkammer das Gebäude in der Widnau nun doch. Als Stadträtin begrüße ich das sehr, denn ein Abriss wäre ein großer Verlust für Feldkirch gewesen. Es ist davon auszugehen, dass die Doppelfunktion von Rainer Keckeis als Direktor der Arbeiterkammer und als Stadtrat die politischen Entscheidungen damals wie heute maßgeblich beeinflusst hat. 

Schlussendlich sind für mich aber beide „Angelegenheiten“ zu einem positiven Ende gekommen, bzw. bieten die Möglichkeit für einen Neuanfang: das alte Graf Hugo wird nun doch erhalten und die Jugend hat ein wirklich tolles neues Zuhause gefunden. Darüber freue ich mich sehr, der Einsatz hat sich jedenfalls gelohnt.