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am 4. September

„Einzigartiges Naturjuwel mitten im dicht besiedelten Rheintal“

Johannes Rauch - Umweltlandesrat machte bei Jubiläumsveranstaltung „30 Jahre Naturschutzgebiet Gsieg – Obere Mähder“ auf die Bedeutung eines wirksamen Lebensraumschutzes aufmerksam

Vor drei Jahrzehnten ist mit den beiden Teilflächen „Gsieg“ und „Obere Mähder“ eines der größten und vielfältigsten Flachmoore im Alpenrheintal unter Schutz gestellt worden. Am Sonntag, 1. September, wurde an dieses für die Region bedeutsame Ereignis am Gutshof Heidensand mit einer Rückschau auf das Erreichte und einem interessanten Ausblick auf die zukünftigen Herausforderungen umfassend erinnert. Lustenaus Bürgermeister Kurt Fischer und Umweltlandesrat Johannes Rauch durften sich über viele Besucherinnen und Besucher freuen, die der Einladung von Marktgemeinde und Landesregierung gefolgt waren.

Weitere Medien dazu finden Sie unter http://presse.vorarlberg.at/land/dist/vlk-59941.html

 

Von einem „besonderen Jubiläum“ sprach Landesrat Rauch bei der Veranstaltung. Dank der Unterschutzstellung durch die Vorarlberger Landesregierung vor 30 Jahren sei dem dicht besiedelten Rheintal ein einzigartiges Naturjuwel erhalten geblieben. Rauch: „Für viele seltene Pflanzen- und Tierarten bieten die großflächigen Streuewiesen den so wichtigen Lebensraum. Im unteren Rheintal ist das Gebiet darüber hinaus wertvoller Wasserspeicher“. In dem Zusammenhang machte der Landesrat auch auf die Bedeutung eines wirksamen Lebensraumschutzes aufmerksam: „Ein verantwortungsvoller Umgang mit Natur und Landschaft ist unerlässlich. Das sind wir den kommenden Generationen einfach schuldig“. 

Unterschutzstellung „mit vereinten Kräften“

Konkret war es am 27. April 1989 gelungen, diesen Rest einer jahrhundertealten Kulturlandschaft unter Schutz zu stellen. „Mit vereinten Kräften“, wie Bürgermeister Kurt Fischer anmerkte. 2003 wurde die 73 Hektar große Fläche wegen ihrer reichen Naturausstattung zum Natura 2000- bzw. Europaschutzgebiet erklärt und damit, wie Fischer weiter ausführte, „Bestandteil eines europaweiten Netzwerkes zur Erhaltung der Artenvielfalt“. Die Marktgemeinde bemühe sich darüber hinaus seit Jahren auch im restlichen Lustenauer Ried, die unterschiedlichen Interessen von Landwirtschaft, Naturschutz, Erholungssuchenden und anderen Nutzergruppen anhand eines Landschaftsentwicklungskonzeptes (LEK) zu berücksichtigen und die Riedlandschaft möglichst für alle Ansprüche positiv weiterzuentwickeln, erklärte der Bürgermeister. 

Grenzenlose Zusammenarbeit

Vorbildlich ist, dass nicht nur im Schutzgebiet selbst mittlerweile 98 Prozent der Grünflächen naturnah ohne Düngung bewirtschaftet werden, sondern auch an direkt angrenzenden Schweizer Rieden großzügige Biotopgestaltungen und Grabenabflachungen durchgeführt wurden. „Auf diese Weise konnten über 16 Kilometer steile Gräben als Todesfallen für Kleintiere entschärft werden“, verdeutlichte Rauch. 

Moore für den Hochwasser- und Klimaschutz

Die Streuewiesen bieten nicht nur zahlreichen spezialisierten Tier- und Pflanzenarten Lebensraum, sondern sie spielen mit ihrer großartigen Fähigkeit, Wasser zu speichern, auch eine wichtige Rolle für den Wasserhaushalt und den Hochwasserschutz im Rheintal. Moore speichern auf insgesamt nur drei Prozent der Erdoberfläche rund 30 Prozent des erdgebundenen Kohlenstoffs und sind daher auch für den Klimaschutz von allergrößter Bedeutung. 

Dank für engagierten Einsatz

Ihren Dank richteten der Landesrat und der Bürgermeister an die Grundbesitzer, die Ortsgemeinden Widnau und Schmitter, die Landwirte, die einmal im Jahr die Streue abernten und an die verschiedenen Akteure im Naturschutz, die sich mit großem Einsatz um die Betreuung des Europaschutzgebietes kümmern. „Hinter dem Naturjuwel steht eine funktionierende Partnerschaft“, betonte Rauch. Nach einer Besichtigungstour vor Ort ist die neue Broschüre „30 Jahre Naturschutz Gsieg – Obere Mähder“ präsentiert worden. Außerdem wurde das Riedheftle vorgestellt, das Kinder für Kinder erarbeitet haben.

 
Herausgegeben von der Landespressestelle Vorarlberg
Amt der Vorarlberger Landesregierung​