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am 6. April

Erfolgreiches Management für die Europaschutzgebiete in Vorarlberg

Johannes Rauch - Regionsmanagement verantwortlich für Erhaltung und Monitoring

Vom Bodensee über die Riedlandschaften des Rheintals bis in die Berge der Silvretta suchten Alt und Jung Ablenkung vom Corona-Alltag und Entspannung in der Natur. Besonders beliebte Ausflugsziele stellten dabei Vorarlbergs Europaschutzgebiete dar, wie Daniel Leissing, Regionsmanager der Region Walgau-Großes Walsertal-Arlberg, zu berichten weiß: „Es ist schön zu sehen, dass sich immer mehr Menschen für Vorarlbergs Naturräume interessieren. Aber natürlich stellt das gesteigerte Besucheraufkommen die Gebietsbetreuung auch vor neue Herausforderungen.“  Egal ob Stand-up Paddling, Mountainbiken, Wandern oder Drohnenflüge, zahlreiche neue Maßnahmen zur Besucherlenkung und Information der interessierten Bevölkerung wurden notwendig und auch schon in den einzelnen Europaschutzgebieten umgesetzt.

Erhaltungsmaßnahmen und Monitoring – das Kerngeschäft des Regionsmanagements

Vorarlbergs Europaschutzgebiete, auch Natura 2000-Gebiete genannt, sind Teil eines EU-weiten Schutzgebietsnetzwerkes mit dem Ziel, die Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten sowie Lebensräumen zu erhalten. Seit 2017 werden diese Gebiete in fünf unterschiedliche Regionen eingeteilt, deren Betreuung vom Regionsmanagement koordiniert wird. Unterstützt wird das Regionsmanagement von engagierten Gebietsbetreuerinnen und Gebietsbetreuern sowie externen Projektgruppen, ohne deren Einsatz viele der geplanten Projekte nicht umsetzbar wären. „Die Einführung einer professionellen und landesweit einheitlichen Struktur der Gebietsbetreuung war richtig und die Arbeit der letzten Jahre zeigt, dass dies ein guter Weg für die Naturvielfalt Vorarlbergs ist“, gibt sich Landesrat Rauch überzeugt.

So kann sich die Jahresbilanz jedenfalls sehen lassen - über 30 Monitoring-Projekte und 50 Maßnahmen zum Schutz und Erhalt gefährdeter Lebensräume, Tier- und Pflanzenarten konnten 2020 realisiert werden. Zu den Highlights zählen unter anderem die Renaturierung des Fohramoos im Bregenzerwald, Lebensraumverbesserungen für Wiesenbrüter im Rheintal und am Bodensee sowie die Revitalisierung eines ehemals bewirtschafteten Hangflachmoors im Walgau.

Europaschutzgebiete im Rampenlicht

„Nur was man kennt, schützt man auch“, lautet ein zentraler Grundgedanke im Naturschutz. Mit zahlreichen Veranstaltungen, die unter Berücksichtigung der geltenden Corona-Bestimmungen durchgeführt wurden, konnten die Schutzgebiete der Bevölkerung auch 2020 ein Stück weit nähergebracht werden. Für all jene, die sich etwas aktiver für den Naturschutz einsetzen wollen, wurden im Rahmen der so genannten Vielfaltertage abwechslungsreiche Pflege- und Arbeitseinsätze in den Europaschutzgebieten organisiert. Mehr als 650 engagierte Teilnehmende und über 2.200 geleistete Arbeitsstunden zur gemeinsamen Beseitigung von Neophyten und zur Pflege von schützenswerten Lebensräumen machen die Vielfaltertage zu einer wahren Erfolgsgeschichte. Landesrat Johannes Rauch: „Die hohe Nachfrage nach den Vielfaltertagen und der tolle Einsatz der vielen Freiwilligen ist wirklich beeindruckend. Umso schöner, dass dadurch sowohl die Gebietsbetreuung als auch die Bewirtschaftenden unterstützt und wichtige Naturschutzprojekte realisiert werden können.“ 

Ungeachtet der bisher erfolgreich umgesetzten Aktivitäten stehen auch in den nächsten Jahren zahlreiche Herausforderungen in Vorarlbergs Europaschutzgebieten an. Von Seiten des Regionsmanagements baut man auf bestehende Kooperationen und setzt weiterhin auf eine gute Zusammenarbeit mit allen Akteuren in den einzelnen Regionen.

Einen bunten Überblick über die Tätigkeiten des Regionsmanagements finden Sie im aktuellen Jahresbericht Europaschutzgebiete in Vorarlberg.  Informationen zu den Schutzgebieten und Veranstaltungen: naturvielfalt – Entdecken, erleben, erhalten