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am 11. April

Erich ist eine Marke

Adi Gross - Alles Gute für Erich Schwärzler und seine Familie

Erich ist wie wenige andere eine eigene Marke. Eine eigene Kategorie über ein Vierteljahrhundert. 

Viele Aspekte haben dazu beigetragen und illustrieren das. Ich greife ein paar wenige heraus, die mir in den vielen Jahren besonders hängen geblieben sind. Kleines und Großes.

Gemäß Eigendefinition ist Erich ein schüchterner Wälder. Ich hab mich ja immer gefragt, wie die anderen Wälder sind, wenn Erich schüchtern ist. 

Aber abgesehen von diesem Augenzwinkern ist ihm die Bregenzerwälder Verortung wichtig. Womit sich die Frage auftut, was daran das besondere ist, an einem Wälder? Hier muss ich das natürlich kürzest zusammenfassen. Aus meiner Sicht ist es die Verbindung von Modernität und praktischer Bodenständigkeit gepaart mit Selbstbewusstsein.

Das passt auch tatsächlich gut zu Erich.

Ich werde zum Beispiel als kleine Episode nie vergessen, wie er sich bei einem gemeinsame Besuch in Wien, noch in meiner vorigen Rolle, bei ministeriellen Spitzenbeamten mit ehrfürchtigen Amtstiteln als schüchterner Wälder vorgestellt und die anwesenden Damen mit „Servus Schmelga“ begrüßt hat. Darauf waren sie jedenfalls nicht gefasst.

Erich war ein Politiker der Action liebte. Immer Vollgas. Am liebsten an mehreren Orten gleichzeitig. An drei Veranstaltungen an einem Abend. Das Arbeitsausmaß stets ein Übermaß.

Seine Handynummer war nicht gerade das best gehütete Staatsgeheimnis. Jeder kannte sie, wenn er wollte. Keine 5 Minuten, in denen es nicht läutete.

Diese Energie über so viele Jahre, ist mir fast ein Mysterium.

Klar war es nicht immer leicht mit Erich. Wer weiß, vielleicht auch mit mir nicht. Klar hatten wir immer wieder unterschiedliche Ansichten. Anders wäre es auch komisch gewesen. Leider hat er nicht immer auf mich gehört. Aber manchmal. 

Meine Wertschätzung ist mit den Jahren jedenfalls immer mehr gewachsen. Und ich hab mit den Jahren gelernt hinzuhören. Auf sein feines Gespür für Stimmungen. Zu spüren, wenn es gscheiter ist einen Schritt zu setzen bzw. nachugeben oder sich elegant quer zu legen. 

Und was sich bei Erich immer zeigte, war, dass er sich im Zweifelsfall immer zugunsten des Menschen entschieden hat. Geholfen hat und da war, wenn es möglich war.

Zwei Themen möchte ich noch kurz herausheben, die mir und uns Grünen ein besonderes Anliegen sind:

Einer der herausragenden und weitsichtigsten strategischen Festlegungen des Landes ist die Energieautonomie Vorarlberg. Und das im Jahr 2009, als von 100% erneuerbaren Energien, von den Haushalten über die Wirtschaft bis zur Mobilität, sonstwo noch kaum die Rede war. Von einer de facto CO2-freien Gesellschaft bis 2050. Ein Meilenstein weit über die Landesgrenzen hinaus. Und eine immer noch riesige Herausforderung. Daran hast du Erich, maßgeblichen Anteil. In dem du einen mutigen Prozess beauftragt und dich hinter die Ergebnisse gestellt hast.

Eine weitere herausragende Leistung von Erich ist der Umgang mit der Flüchtlingsfrage. Dein unglaubliches Engagement in der Quartierssuche, mit dem Ehrgeiz, die Flüchtlinge über das Land gut zu verteilen. Buchstäblich jeder Bürgermeister wurde da von dir persönlich angerufen, mit dem Effekt, dass ich glaub 92 Gemeinden Flüchtlinge aufgenommen haben. Was extrem wichtig für die Akzeptanz war und wichtig für eine gelingende Integration ist. Denn durch jeweils überschaubare Mengen in den Gemeinden ist die soziale Einbindung viel unmittelbarer. Da hätte ich mir gewünscht, dass sich der Ratspräsident der EU Erich zum Vorbild genommen hätte. Bei jedem Staat anruft und ihn so lange überzeugt, bis er nachgibt und sich beteiligt.

Respekt vor dir Erich!

Im Namen der Grünen: Alles Gute für dich und deine Familie