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am 15. November 2019

Eröffnung Begegnungszone Jahngasse

Juliane Alton - Wir freuen uns über eine verkehrsberuhigte Jahngasse, doch im Ergebnis weist die Gestaltung Mängel auf. Ein offener Planungsprozess mit Alternativenprüfungen fehlte.

Unsere Vorschläge für eine Gesamtbetrachtung des Schulbezirks wurden nicht aufgegriffen: 

  • Die Räume zwischen Stadthalle, Bibliothek und den vielen Schulgebäuden zusammen zu führen
  • Einen Bezirk für Kinder zu gestalten mit Aufenthaltsqualität über die Schulzeiten hinaus
  • Quer-Elemente zur natürlichen Reduktion der Geschwindigkeit einzubauen
  • Radparkour, Skaterplatz und schattenspendende Bäume einzuplanen
  • Eine Wildsträucherhecke als Gestaltungs- und Naturvielfalt-Element zu pflanzen
  • Eine Eingangsgestaltung am Südanfang mit Baumreihe in der Straßenmitte zu schaffen

Realisiert wurden:

  • Ein Messingband
  • Ein Mittelstreifen aus Granit
  • Eine große, schwarze Asphaltfläche, wo geparkt wird
  • Betonsitze
  • Ein Müllhaus aus Beton
  • Ein überdachter Fahrradabstellplatz

Stadträtin Juliane Alton: "Die Planung von oben hat die spannenden Herausforderungen nur ungenügend gemeistert. Auch unsere als richtig und wichtig erachteten Vorschläge wurden von der Stadtplanung letztlich nicht umgesetzt."

Offen ist noch die Gestaltung des Gartens rund um die neue Bibliothek. Dem Vorschlag mit genau drei Pflanzenelementen (Gras, Hainbuche und Gingko) haben sich nicht nur die Grünen entgegengestellt sondern auch der Obst- und Gartenbauverein, die Bodenseeakademie und andere. 

"Viele Nutzer/innen fordern Naturvielfalt als Leitmotiv für die Gestaltung. Das heißt konkret: Alle Arten heimischer beerentragende Sträucher, Blühflächen und unterschiedlichste Baumarten, darunter auch Kletterbäume," erläutert Juliane Alton

Die Jahngasse ist für eine Begegnungszone besonders geeignet durch ihre Ausbuchtungen auf Höhe der Volksschule Markt, der neuen Bibliothek und der Stadthalle sowie durch ihre natürlichen Querverbindungen für Fußgänger/innen, vor allem Schüler/innen, die im ganzen Schulbezirk unterwegs sind.

Anstatt die Ausbuchtungen als Plätze sichtbar zu machen, wurden diese quasi abgetrennt. Statt Querverbindungen zu betonen, wurde ein längsgerichteter kostspieliger Mittelstreifen aus Granit und Messing in den Asphalt eingelassen, der sicher nicht der Geschwindigkeitsreduktion dienlich ist. Notwendig wären Querelemente.

Hinter der Volksschule fehlt eine Möblierung (Skaterplatz, Radparkour), die in die Fahrbahn hinein wirkt, dafür wird hier illegal geparkt.

Auf Höhe der Bibliothek wäre eine Verbindung zwischen Garten und Straßenraum möglich gewesen, der natürliche Höhenunterschied hätte zur Abgrenzung genügt.

Der südliche Eingang zur Begegnungszone wird nur durch eine kleine Fahrbahnrampe und durch das Verkehrsschild markiert. Die Grünen hatten vorgeschlagen, das Arboretum der inatura über die Straße springen zu lassen durch vier Bäume in der Fahrbahnmitte, die als Verbindung zu den vier Bäumen an der Westseite der Jahngasse eine deutliche Eingangsituation hergestellt hätten.

Aus der Fahrradstraße wurde eine Begegnungszone: 20 km/h statt 30 km/h, Fußgänger dürfen die gesamte Fahrbahn benützen, Lenker von Kraftfahrzeugen dürfen weder Fußgänger noch Radfahrer behindern oder gefährden. Parken ist in der Begegnungszone nicht erlaubt, außer wo Parkplätze markiert sind.

Insgesamt eine Verbesserung, doch die Möglichkeiten wurden nicht ausgeschöpft.