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am 18. Dezember 2020

Für eine sternenklare Silvesternacht

Juliane Alton - Chance verpasst: Auch zu Silvester 2020 wird das Neue Jahr mit Böllern und Pulverdampf eingeläutet. Bürgermeisterin erlaubt Feuerwerk in Dornbirn

Jedes Jahr das Gleiche: An Silvester kracht es an allen Ecken und Enden der Stadt, Pulverdampf liegt in dicken Wolken in den Straßen, Tiere sind verschreckt, Menschen belästigt, die Polizei ist im Dauereinsatz.

„Wir haben uns – wie in allen Jahren zuvor – eine sternenklare Silvesternacht gewünscht“, sagt Umweltstadträtin Juliane Alton, „eine friedvolle Nacht mit einem Mitternachtswalzer, mit einem Schwedenfeuer oder auch einer Lasershow. Mit zuversichtlichen Wünschen für ein gutes Jahr 2021 - ohne Krach und brenzligem Gestank, der das Atmen schwer macht.“

Sternenhimmel
Feuerwerk braucht stets eine Ausnahmegenehmigung

Feuerwerk ist grundsätzlich verboten. Das Pyrotechnikgesetz ermöglicht es jedoch den Bürgermeistern und Bürgermeisterinnen, Ausnahmen vom Verbot zu verordnen, was bedauerlicherweise regelmäßig gemacht wird.

Wir Grüne drängten heuer verstärkt darauf, keine Ausnahme zu verordnen, doch konnte sich die Dornbirner Bürgermeisterin Andrea Kaufmann dazu nicht durchringen. Immerhin wurde heuer das Kinderfeuerwerk abgesagt und das Zeitfenster verkürzt auf 22:00 bis 1:00 Uhr. Bisher hat die Stadt sogar selbst Feuerwerk abgebrannt. 

Die Silvesterfeuerwerke verursachen laut Schätzungen des deutschen Umweltbundesamts 2% der jährlichen Gesamtbelastung durch Feinstaub aus Industrie, Verkehr und Landwirtschaft. Mitten in Wohngebieten wurden x-tausendfache Grenzwertüberschreitungen gemessen, insbesondere bei Nebel. Alle diese Argumente wurden beiseite geschoben: Die Belästigung und Brandgefahr, die Verletzungen, die jedes Jahr im Spital behandelt werden müssen und der Müll auf den Straßen, den die Verursacher nicht aufräumen.

Chance Silvester 2020

Heuer gibt es zusätzliche Argumente, etwas Neues und Kreatives zu probieren. „Auf gesunden Sport im Schnee wie etwa Skitouren sollen die Menschen verzichten, um eventuelle Verletzungen und Spitalsbehandlung zu vermeiden. Doch Böller schießen wird erlaubt, obwohl es da regelmäßig Verletzte gibt – das ist wirklich nicht logisch“, wundert sich Stadträtin Alton. „In diesem Jahr gibt es zudem viele Menschen, die nach einer Corona-Erkrankung unter Atembeschwerden leiden, der Pulverdampf wird diese noch verschlimmern“, fürchtet Alton. "Wahrscheinlich wird in diesem Jahr ohnehin ruhiger und beschaulicher gefeiert. Genau dieser Silvester wäre daher am besten dazu geeignet gewesen, dem Feuerwerk ein Ende zu setzen. Wir hätten uns da mehr Mut gewünscht."

Positive Beispiele gibt es schon - etwa jene Händler, die heuer bereits vollständig auf den Verkauf von Feuerwerkskörpern verzichten.

Licht statt Feuer

Dem stimmt auch Jugendstadtrat Martin Hämmerle zu: „Wir wünschen uns Lichtinstallationen und Lasershows für alle, die an Silvester ein gemeinsames Fest erleben möchten. Die Lichtbespielung am Kirchturm ist schon ein kleiner Vorgeschmack auf das, was möglich wäre. Bei Wetterglück können uns künftig hoffentlich der echte Sternenhimmel und die Klänge des Donauwalzers in ein neues, hoffentlich entspannteres und gesundes Jahr 2021 geleiten.“