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am 21. Juni 2017

Gefährdung des Naturdenkmals Rappenloch

Juliane Alton - Morgen großräumige Bagger- und Sprengarbeiten im Rappenloch

Großräumige Bagger- und Sprengarbeiten im Rappenloch stehen morgen (22.6.2017) auf der Tagesordnung der Stadtvertretungssitzung in Dornbirn. Ein 70 m langer Kanal mit bis zu 10 m Tiefe und 5-6 m Breite soll ins Bachbett der Ebniter Ache unterhalb des Staufensees gebaggert werden. Geplant ist auch die Absprengung von 3.000 bis 4.000 m3 Fels vom rechten Ufer der Ebniter Ache oberhalb der Rappenlochbrücke. Um die Sprengung durchführen zu können, müsste das rechtsufrige Brückenwiderlager mit Hilfe von Ankerbalken abgesichert werden. Kostenpunkt: fast eine Million Euro.

Zweck der Maßnahmen ist die Entleerung des Staufensees von Schlamm und Geröll, damit einerseits die Öffnungen der Staumauer und andererseits das private Kleinwasserkraftwerk Staufensee am Fuß der Staumauer wieder in Betrieb gehen können. Diese Maßnahmen kosten nicht nur viel Geld, sie sind zum jetzigen Zeitpunkt völlig überflüssig und gefährden das Naturdenkmal Rappenloch als Ausflugsziel der Dornbirner/innen und ihrer Gäste.

Die eigentlichen Ziele der Stadt Dornbirn

  • ​Eine sichere Brücke über die Rappenlochschlucht als Verbindung ins Ebnit - Planungsarbeiten dafür laufen bereits. Die jetzige Pionierbrücke kann bis zur Neuerrichtung weiter gefahrlos benützt werden.

  • Eine sichere Staumauer: Ihre statische Überprüfung hat das zuständige Bundesministerium für ein lebenswertes Österreich (!) bis zum 11. August dieses Jahres angeordnet. Erst wenn dieses Ergebnis vorliegt, ist es sinnvoll, notwendige Maßnahmen zu erarbeiten und durchzuführen. Die Staumauer befindet sich im Besitz der Stauweihergenossenschaft, an der die Stadt Dornbirn beteiligt ist.

  • Ein sicherer Fluss: der im Bachbett liegende Felssturz darf nicht bei Hochwasser ausgeschwemmt werden und die tiefer gelegenen Siedlungsräume gefährden. Diese Gefahr besteht jedoch nicht, ausgeschwemmt werden nur nach und nach kleinere Steine, die in der Schlucht liegen bleiben oder in einem der zwei tiefer gelegenen Staubecken aufgefangen werden.

  • Der Erhalt der Rappenlochschlucht in ihrer natürlichen Ausformung mit dem blinkenden Auge des Staufensees, die Teil des Dornbirner Freizeit- und Tourismuskonzepts ist.

  • Der Erhalt des Staufensees und die dafür notwendige Entlandung kann dann auf eine ökologisch verträgliche Art und Weise erfolgen.

  • Möglicherweise entsteht mit der Zeit unterhalb der Staumauer ein neuer natürlicher See - der Rappenlochsee, der die Attraktivität der Schlucht noch erhöht, wie aus dem Hochwasserbilder ersichtlich ist.


Die Dornbirner Grünen und NEOS bestehen darauf, dass diese Ziele im öffentlichen Interesse verfolgt werden. Dafür brauchen wir derzeit einzig eine planmäßige statische Untersuchung der Staumauer. Private Interessen sind von den (Mit)Eigentümer/innen des Kraftwerks und der Staumauer zu finanzieren, nicht durch Steuermittel.


Absetzen von der Tagesordnung

Wir Grüne und NEOS streben die Absetzung des Tagesordnungspunktes von der Tagesordnung an. Denn die Grundlagen für die kostspieligen Beschlüsse zu Ankerbalken, Sprengung und Baggerarbeiten wurden von Mitarbeitern erstellt, die aufgrund von Befangenheit am Projekt nicht beteiligt sein dürfen: vom derzeitigen Eigentümer des Kleinwasserkraftwerks, teils auch von einem früherer Mitbesitzer, die dazu noch verschwägert sind. Das Gemeindegesetz regelt diesen Fall ganz klar:


§ 28 (1) Der Bürgermeister, die (...) Kollegialorgane der Gemeinde sowie die Gemeindebediensteten haben sich im Falle der Befangenheit von der Ausübung ihres Amtes zu enthalten.

Ein Beschluss des Projektes wäre somit klar rechtswidrig.


Rückfragehinweis: Juliane Alton, 0664 395 1323, Gerald Loacker, 0664 243 5775

Rappenlochschlucht Dornbirn
Staumauer Kraftwerk
Kleinwasserkraftwerk Staufensee