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am 9. Oktober

Gründächer mit Photovoltaik für Klima- und Artenschutz

Johannes Rauch - Neuer Ratgeber für die Kombination von Gründach und Photovoltaik

Ein Gründach verlängert die Lebensdauer der Dachhaut, hilft die Folgen des Klimawandels zu dämpfen und liefert einheimischen Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln einen Lebensraum. In Kombination mit einer Photovoltaik-Anlage trägt  es zudem zum aktiven Klimaschutz bei. Der neue Ratgeber „Gründach und Photovoltaik“ von Land Vorarlberg und Energieinstitut zeigt, wie Private, Gemeinden und Unternehmen mit Ihren Dächern zur Energieautonomie und zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen können und welche Regeln bei der Kombination der beiden Technologien beachtet werden müssen, sagt Landesrat Johannes Rauch. Die Gemeinde Rankweil geht mit gutem Beispiel voran.

Vorarlbergs Flachdächer liegen meist lediglich mit Kies bedeckt in der Sonne. Gerade 0,4 Prozent aller Dächer im Land sind begrünt. Auch der Anteil der Photovoltaikanlagen liegt noch weit unter den Möglichkeiten. Eine Aufwertung der Dachflächen in Vorarlberg birgt ein großes ökologisch und ökonomisches Potential. „Werden Dächer zu kleinen Sonnenkraftwerken, tragen sie zur Energieautonomie bei und sind auch wirtschaftlich sinnvoll nutzbar. Werden die Dächer zusätzlich begrünt, halten sie wertvolles Regenwasser zurück und schaffen für Insekten Nahrungs- und Lebensraum“, so Landesrat Rauch.

Mitarbeit von Schweizer ExpertInnen

In der Schweiz sind Dachbegrünungen unter anderem in den Bauordnungen von Zürich, Basel oder St. Gallen ab einer gewissen Dachfläche vorgeschrieben. Dementsprechend hoch ist der Erfahrungsschatz in der Schweiz. Für die Erstellung des neuen Vorarlberger Leitfadens konnte einer der führenden Experten auf dem Gebiet gewonnen werden. „Die Kombination von Photovoltaik und Gründach ist ein Muss in Zeiten von Klimawandel und Biodiversitätsverlusten vor der Haustüre und weltweit“, so einer der Autoren des neuen Ratgebers, Stephan Brenneisen, Dozent an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW).

Ratgeber räumt auf mit Vorurteilen

Das Vorurteil, dass Pflanzen die Dachhaut schädigen, gehört der Vergangenheit an. Längst sind Technik und Materialien in Hinblick auf Dachabdichtung und Wurzelschutz ausgereift und standardisiert, so die ExpertInnen im neuen Ratgeber. Auch der Pflegeaufwand lässt sich auf 1 bis 2 Pflegegänge pro Jahr begrenzen, wenn die Pflege schon bei der Planung berücksichtigt wird. „Fehler in der Kombination von Dachbegrünung und Photovoltaik gehen meist zulasten des Stromertrags. Sie lassen sich aber einfach vermeiden“, so Katrin Löning, Mitautorin des Ratgebers.

Rankweil als Vorreiter in Vorarlberg

Rankweil ist seit vielen Jahren e5-Gemeinde und Vorreiter bei naturnaher Begrünung. Die vier größten Photovoltaik-Anlagen auf öffentlichen Gebäuden in Rankweil umfassen insgesamt 645 Quadratmeter Fläche. Eines dieser Gebäude ist das Sozialzentrum Haus Klosterreben, auf dessen Dach eine PV-Anlage in Verbindung mit einem Gründach realisiert wurde. „Die Umstellung von öffentlichen Gebäuden auf alternative Energieversorgung ist ein wichtiger Teil unseres Umweltleitbilds und trägt zur Energieautonomie 2050 bei“, so Bürgermeisterin Katharina Wöß-Krall. „Das Gründach stärkt zusätzlich die Artenvielfalt und schafft wertvollen Lebensraum für Insekten und Pflanzen.“

Der Ratgeber zum Lesen oder zum Download

„Wir erleben ein stetig wachsendes Interesse an den Themen Gebäudebegrünung und Photovoltaik“, so Harald Gmeiner vom Energieinstitut. “Neben dem Ratgeber tragen wir dem mit entsprechenden Beratungsangeboten und einer übersichtlichen Erstinfo im Web Rechnung.“ Dort kann auch der Ratgeber heruntergeladen oder als Printversion bestellt werden: www.energieinstitut.at/gruendach-pv