gruene.at
Navigation:
am 14. April 2015

Jugendliche vor Cyber-Mobbing schützen!

Nina Tomaselli - Tomaselli fordert Maßnahmen gegen Sexting-Phänomen ein

„Immer mehr Jugendliche werden in Social-Media-Plattformen oder Online-Medien bloßgestellt, indem Nacktfotos gegen ihren Willen veröffentlicht werden. Die Landesregierung ist daher aufgerufen, geeignete Maßnahmen wie etwa Bewusstseinsbildung gegen das neue Phänomen Sexting zu setzen“, so die grüne Jugendsprecherin Nina Tomaselli. In einer aktuellen Anfrage an Landeshauptmann Markus Wallner und die zuständige Landesrätin Bernadette Mennel will sie daher wissen, welche sexual- und medienpädagogischen Angebote es derzeit an den Vorarlberger Schulen und Jugendeinrichtungen gibt, und welche Maßnahmen gegen Cyber-Mobbing geplant sind.

Die Landtagsabgeordnete bezieht sich auf eine aktuelle Umfrage des Instituts für Jugendkulturforschung, nach der rund die Hälfte der befragten Jugendlichen bereits schlechte Erfahrungen mit Sexting – also dem Versenden von Nacktfotos bzw. Fotos mit wenig Bekleidung über Online-Medien - gemacht habe. Die Mehrheit kenne laut Studie zumindest eine Person, die schon einmal ein Nacktfoto von sich selber verschickt hat. Ein Drittel habe schon selber so ein Foto zugeschickt bekommen. „Sexting ist kein Randphänomen mehr. Wir müssen daher geeignete Maßnahmen treffen, um die Jugendlichen vor diesen öffentlichen Bloßstellungen zu schützen“, so Tomaselli.

Für Jugendliche stelle diese Form des Cyber-Mobbings eine traumatische Erfahrung dar. „Die Folgen reichen von sozialer Isolation über Depression und Ausgrenzung bis hin zu sexuellen Übergriffen und Erpressung. Auf Facebook gibt es beispielsweise Seiten, die alleine dazu dienen, Mädchen und junge Frauen öffentlich vorzuführen“, erläutert Tomaselli. Das Versenden von Nacktfotos Minderjähriger könne außerdem rein rechtlich problematisch sein, da die Jugendlichen sich damit der Kinderpornographie strafbar machen können.

Wie zahlreiche Expertinnen und Experten fordert Tomaselli daher mehr Bewusstseinsbildung über die Gefahren des Versendens von Nacktfotos. Sowohl Eltern als auch Schulen und Jugendeinrichtungen komme hier eine wichtige Rolle zu. „Dabei wird es zentral sein, nicht nur aufzuklären, sondern auch den Umgang mit der eigenen körperlichen Entwicklung zu thematisieren und geschlechtsspezifische Rollenbilder zu diskutieren. Elementar ist zudem, dass Jugendliche digitale Kompetenzen erwerben“, schließt Tomaselli.

Weiter Informationen entnehmen Sie bitte der beigefügten Anfrage.