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am 12. Dezember 2019

Klimafit ins nächste Jahrzehnt?

Nina Tomaselli - Dafür fehlen uns Grünen die Weichenstellungen im Voranschlag 2020

Sehr geehrter Herr Bürgermeister! Hohe Stadtvertretung!

Wir schreiben das Jahr 2019, nur wenige Tage fehlen bis zum Jahr 2020. Das Jahr 2020 wird eine große Entscheidung mit sich bringen. Wir stehen nämlich wieder an einer Zeitenwende. Das Jahr 2020 ist das Entscheidungsjahr, wie es mit unserer schönen Stadt Feldkirch weitergehen wird. 2020 kommen die Wahlen und diese werden entscheidend dafür sein, wie das kommende Jahrzehnt aussehen wird. Das ist die Entscheidung, die die Feldkircherinnen und Feldkircher im März treffen können.

Wird Feldkirch klimafit werden, eine Parade-Stadt für ökologische leistbare Mobilität anstatt Staus und schlechter Luft. Wird Feldkirch eine Stadt werden, in der das Wohnen für alle bezahlbar wird, eine Stadt in der niemand gleicher ist als der andere und in der Transparenz das oberste Prinzip wird.

Das kommende Jahrzehnt ist eine Reise mit vielen neuen Chancen. Chancen, Dinge die gut laufen sich zu bewahren und anderes besser zu machen. Diese Chance sollten wir parteiübergreifend nutzen und uns daher gut vorbereiten. Vieles ist nämlich noch ungewiss. Wird die Klimakrise so richtig einschlagen? Was ist mit der Konjunktur, wird sie sich so abschwächen, dass es auch Feldkirch hart trifft? Hilft Bund und Land endlich die explodierenden Grundstückskosten in den Griff zu bekommen?


Wir als Feldkicher Politiker/innen sollten uns also bestens vorbereiten, damit es auch in Zukunft so lebenswert ist. Auf diese Reise ins neue Jahrzehnt mit vielen Chancen, sollten wir besonders bedacht nehmen, was wir im Koffer mitnehmen.

Ich packe einen Koffer und nehme mit:

Ein klimafittes Feldkirch. Feldkirch ist fast die energieeffizienteste Stadt Österreichs. Darauf können wir zu recht stolz sein. Klimapolitik heißt einerseits umzusteuern und einzusparen. Klimafit heißt aber auch, sich auf die Folgen der Klimaveränderung einzustellen und anzupassen. Gerade in der dicht besiedelten Stadt ist es wichtig Grünflächen zu erhalten bzw. neu zu schaffen, um die Hitzesommer erträglicher zu gestalten. Da passt es z.B. nicht, dass mitten in der Stadt ein Platz steht – der Gymnasiumsplatz – der über die kompletten Sommer unbenutzbar ist, weil es dort keinen Quadratzentimeter Schatten gibt. 

Ich packe einen Koffer und nehme mit:

Ein klimafittes Feldkirch, mit moderner Mobilitätsstrategie. Wir haben einen leistungsfähigen Nahverkehr. Jetzt gilt es den nächsten Schritt zu machen: Feldkirch soll Fahrradhauptstadt des Landes werden. Mit vielen Fahrradstraßen, Abstellanlagen, Fahrrad-E-Tankstellen usw. Das alles benötigt auch Platz, welchen man dem motorisierten Individualverkehr wegnehmen muss. Und das kostet auch Geld, welches durchaus vorhanden ist, aber nicht in ein Automegaprojekt gesteckt werden darf.

Ich packe einen Koffer und nehme mit:

Ein klimafittes Feldkirch, mit moderner Mobilitätsstrategie, das für alle ein gutes und leistbares Leben bietet. Feldkirch ist schön, Feldkirch ist lebenswert. Doch es ist schwer die Stadt zu genießen, wenn man nicht viel Geld zur Verfügung hat. Insbesondere der Wohnraum ist in Feldkirch für viele unleistbar geworden. Das kann nicht mehr lange gut gehen.

Ich packe einen Koffer und nehme mit:

Ein klimafittes Feldkirch, mit moderner Mobilitätsstrategie, das für alle ein gutes und leistbares Leben bietet mit einer transparenten Politik, die den Bürger/innen auf Augenhöhe begegnet.


Das Jahr 2019 ist kein Jahr, in dem sich die Stadtregierung in Sachen Transparenz und Information mit Ruhm bekleckert hat. Erinnern wir uns an die Kiesgrube in Paspels, den Trinkwasserdeal mit der Agrar und zuletzt den Neubau der VS Altenstadt und die damit verbundene Schließung des PFZ. Gerade bei letzterem ist der Ärger und Stress bei den Eltern erst entstanden, weil von Seiten der Stadtregierung anstatt mit frühzeitiger Information völlig unnötigerweise eine Überrumpelungstaktik gefahren worden. Politik für das 21. Jahrhunderts heißt für uns, mehr Transparenz, keine verdeckte Einflussnahme, dafür umso größere Einbindung der Bürger/innen in die Entscheidung.


Ein klimafittes Feldkirch, mit moderner Mobilitätsstrategie, das für alle ein gutes, leistbares Leben bietet mit einer transparenten Politik, die den Bürger/innen auf Augenhöhe begegnet. Das ist der grüne Koffer, den wir für das nächste Jahrzehnt mitnehmen möchten.

Wir von Feldkirch blüht haben uns wie alle Fraktionen in vielen Sitzungen Gedanken zu dem Voranschlag gemacht. Was ist uns wichtig? Uns ist wichtig, dass unsere Ideen zum dritten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts zu einem gewissen Grad Berücksichtigung finden. Und was ist uns außerdem wichtig? Dass die Dinge endlich angegangen werden. Wir stehen vor einem neuen Jahrzehnt mit viel Veränderung, da darf nicht länger gezögert werden.

Feldkirch blüht beantragt seit Jahren einige Punkte immer und immer wieder:
Hämmerle-Steg, Fahrradstraßen, Schulen ausstatten – auch mit Schulsozialarbeit an Volksschulen,  Spielplatz-Neubauten und Renovierungen, mobile Jugendarbeit, barrierefreie Montfort- und Kreuzgasse, … Fehlanzeige.

Die Herausforderungen des nächsten Jahrzehnts sind zu groß als das länger Verschieberitis betrieben werden kann. Wir werden daher dem vorliegenden Voranschlag nicht zustimmen. Unabhängig davon möchten wir uns aber recht herzlich für die professionelle Arbeit der Stadtkämmerei bedanken, stellvertretend für das Team bei Gerhard Salzer.