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am 15. November

LR Rauch: „Haushalte von Öl- und Gaspreisen unabhängiger machen“

Johannes Rauch - Energie- und Klimaschutzlandesrat informierte in Anfragebeantwortung über breites Maßnahmenpaket im Energiebereich, das vor Preissteigerungen langfristig schützt

Was die Unterstützungsmaßnahmen der Bevölkerung in Heiz- und Energiefragen angeht, „stehen wir in ständigem Austausch mit den Sozialpartnern und den Energieversorgern und nehmen die Vorschläge und Forderungen der im Landtag vertretenen Parteien mit auf in unsere Überlegungen“, schreibt Energie- und Klimaschutzlandesrat Johannes Rauch in der Beantwortung einer entsprechenden Landtagsanfrage. Die überproportional gestiegenen Energiepreise bezeichnete er als „Herausforderung, insbesondere für einkommensschwache Haushalte“. Ziel müsse sein, die eigene Abhängigkeit von Öl- und Gasimporten zu beenden. Rauch: „Die langfristig beste Absicherung von außerordentlichen Energiepreisschwankungen, wie sie derzeit zu beobachten sind, sind die forcierte Fortführung des Übergangs zu erneuerbaren Energieträgern und Maßnahmen zur Reduktion des Energieverbrauchs.“

Zu berücksichtigen sei, dass „generell eine Phase sehr niedriger Energiepreise hinter uns“ liegt, verdeutlichte Rauch. Der Strompreis in Vorarlberg bewege sich aktuell nur wenig über dem Niveau von vor zehn Jahren und beim Erdgas liege der Preis auf einem Wert, der bereits vor 15 Jahren gezahlt wurde, rechnet der Landesrat vor. Klar sei auch, dass „Haushalte, die schon heute mit erneuerbaren Energieträgern heizen, von der derzeitigen Preisentwicklung weit weniger stark betroffen sind“, betont der Energie- und Klimaschutzreferent der Landesregierung.

Um die niedrigen Beschaffungskosten an die Endkunden weiterzugeben, hat der Landesenergieversorger illwerke vkw noch im April 2021 die Gaspreise gesenkt. Über den Winter ist seitens illwerke vkw keine Preiserhöhung vorgesehen. Damit zu rechnen ist erst ab dem nächsten Jahr. Eine Entscheidung soll im April 2022 fallen.

Heizanlagen auf erneuerbare Energieträger umrüsten

Als eine wesentliche Maßnahme, um den Preissteigerungen bei Öl und Gas effektiv entgegenzutreten, nennt Rauch den von Land und Bund finanziell stark gestützten Umbau der Heizsysteme in Wohnbauten. Über die Energieförderung gewähren Land und Bund eine Basisförderung, deren Höhe sich je nach eingesetzter Technologie (Wärmepumpe, Pellets, etc.) in Summe zwischen 7.500 und bis zu 13.500 Euro bewegt. „Der diesbezügliche Posten im Landesbudget ist ausgeschöpft und wird aufgestockt“, erklärt der Landesrat.

Ergänzend zur Basisförderung ist ein nach Einkommen gestaffeltes Fördersystem für einkommensschwache Haushalte mit erhöhten Förderungen für die untersten drei Einkommensdezile in Vorbereitung. Die erforderlichen zusätzlichen Mittel werden den Ländern im Rahmen des Umweltförderungsgesetzes (UFG) vom Bund zur Verfügung gestellt. Die Förderung soll bis zu 100 Prozent der förderbaren Kosten für die untersten beiden Einkommensdezile und bis zu 75 Prozent der förderbaren Kosten für das dritte Einkommensdezil betragen. Je nach eingesetzter Technologie (Wärmepumpe, Pellets, etc.) ist eine Kostenobergrenze vorgesehen, die österreichweit erhoben wurde (z. B. für Pellets bei 25.000 Euro). Das neue Fördersystem soll mit 1. Jänner 2022 anlaufen.

Der Idee einer Zusammenkunft mit Vertretern der Landesparteien, der Sozialpartner und von Energieversorgern, um über die Energiepreise zu diskutieren, kann Landesrat Rauch wenig abgewinnen: „Mit einem ‚Gipfel‘ lässt sich keine Teuerung stoppen“.

Die bewährten kostenlosen Umstellungsberatungen auf erneuerbare Heizsysteme durch das Energieinstitut Vorarlberg sollen ebenfalls weitergeführt werden, heißt es in der Anfragebeantwortung.

Eine zusätzliche Unterstützung für einkommensschwache Haushalte stellt der Heizkostenzuschuss dar, der von Landesseite gewährt wird. „Vorarlberg hat den mit Abstand höchsten Heizkostenzuschuss aller Bundesländer“, informierte Rauch.