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am 5. Mai

Mit Vollgas in die Ver­gangen­heit

Juliane Alton - Die S18-Pläne der ASFINAG führen in die Vergangenheit, nicht in die Zukunft

Seit die ASFINAG im Rheintalforum damit begonnen hat, für ihre S18-Version zu werben, verbreitet sich Skepsis in den betroffenen Gemeinden. Zum einen wurde das Projekt in seiner konkreten Ausformung nicht vorgestellt. Niemand außer der ASFINAG weiß, was wo gebaut werden soll. Aber es ist klargeworden, dass es sich um ein Projekt von immenser Größe handelt, das geben allein schon die Autobahnnormen vor. Wenn zwei Autobahnen sich treffen, braucht es nach diesen Vorgaben kreuzungsfreie Verbindungen in alle Richtungen, die mit einer Geschwindigkeit von 80 bis 100 km/h zu befahren sind. Das gilt z.B. für den Übergang von der A14 zur jetzigen Schnellstraße nach Lustenau.

Mit solchen Geschwindigkeiten ist der jetzige Knoten Dornbirn Süd nicht zu befahren. "Die ASFINAG plant offenbar einen zusätzlichen, viel größeren Autobahnknoten in Dornbirn. Wichtige landwirtschaftliche Flächen zwischen Köbler Rank und Mühlgraben würden unter einem Gewirr von aufgeständerten Auf- und Abfahrten verschwinden", stellt Umwelt- und Klimaschutzstadträtin Juliane Alton fest. "So schaut kein Zukunftsprojekt in Zeiten der Klimakrise aus."

Offenbar ist der ASFINAG klar, dass die konkrete Ausformung des Projekts Widerstand hervorrufen wird. Und dies nicht nur in Dornbirn, das im Vergleich zu anderen Gemeinden eher am Rande betroffen wäre. "Ich fordere die Verantwortlichen auf, der Bevölkerung reinen Wein einzuschenken. Bis heute kennen weder die Bürgermeister:innen noch die Bürgerinnen und Bürger das Vorhaben im Detail", verlangt Alton und wirft folgende Fragen auf:

  • Wo sollen neue Autobahnknoten kommen, welche Flächen würden verbaut werden?
  • Wo würde oberirdisch und wo unterirdisch gefahren werden?
  • Würde der Rhein überbrückt oder untertunnelt werden?

"Wenn 1,5 Milliarden verbaut werden, wollen wir ein zukunftsfähiges Projekt bekommen, das der Klimaerhitzung entgegenwirkt", verweist Alton auf die immensen Kosten des Vorhabens. "Neue Straßenverbindungen mit einem prognostizierten Verkehrsaufkommen an Autos und LKWs wie die Brennerautobahn können wir nicht als Zukunftsprojekt sehen."


Grüne für S-Bahn in den Bregenzerwald


Für die Dornbirner Grünen wäre eine S-Bahn in den Bregenzerwald ein solches zukunftsfähiges Projekt:

Ein unmittelbar umsetzbares,  von der TU Graz und DI Dr. Dieter Jussel initiiertes Projekt, würde vom Bahnhof Dornbirn über den Gleisanschluss im Wallenmahd und Tunnels durch den breiten Berg und das Hochälpele  nach Bersbuch und mit Seitenlinien nach Egg und Mellau führen. "Eine solche Erweiterung des Schienennetzes kostet weniger, würde aber für die nächsten 150 Jahre Infrastruktur bereitstellen, die die Reisezeit merklich verkürzen, den Autoverkehr reduzieren und viele geplante Umfahrungen  im Bregenzerwald überflüssig machen. Und kein Quadratzentimeter des wertvollen Bodens müsste im Rheintal  geopfert werden.", schließt Alton.

Trassenstudie Dornbirn-Bregenzerwald