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am 3. März

Mutig oben drüber statt unten durch

Redaktion Bregenz - Mutig für sanfte Mobilität! Bregenz muss Fahrradhauptstadt werden

Die Stadt der kurzen Wege wird auch zur Stadt der schnellen Wege: Zu Fuß, auf dem Rad, im Bus.


Die Rad-Snake am Hafen schafft eine neue Verbindung zwischen See und Stadt und wird zum attraktiven Aussichtspunkt.

Raus mit dem Verkehr aus der Stadt! Eine mutige Verkehrspolitik vergrößert die Fußgängerzone und schafft neue Begegnungszonen in den Stadtteilen. Der Bahnhof wird zur Mobilitätsdrehscheibe und verbindet alle Formen der sanften Mobilität.

Die Barriere zwischen Stadt und See zu überwinden, ist das größte Anliegen von Radfahrer*innen und Fußgänger*innen.

Die Zeit ist reif für mutige Lösungen!

Wir präsentieren eine Vision für Verbindungen aus der Stadt hinaus zum Seeufer und seinen Freizeit- und Tourismusangeboten, aber auch für Alltagsradler*innen von der Landesradroute am Seeufer hinein in die Innenstadt.

Die Schlange vom Kornmarkt zum Hafen

Die neue Snake verbindet die Innenstadt unmittelbar mit dem See und bietet einen attraktiven Ausblick auf die Kulturbauten und die Bregenzer Bucht. Sie beginnt bei der Nepomukkapelle und führt leicht ansteigend über die Landesstraße und die Bahn. Leicht abfallend geht es Richtung Pipeline und Lochau. Treppen bieten Fußgänger*innen kurze Wege über die neue Brücke.

Am Hafen wird so die gefährliche Kreuzung von Radroute und Fußgängerübergang entschärft.


Zehn gute Gründe gegen ein Unten-Durch

Immer wieder taucht die Idee auf, man könne den Bregenzer Autoverkehr einfach vergraben. Diese Ansätze halten einer realistischen Prüfung nicht stand.

Dem setzen wir realisierbare Visionen entgegen:

Oben drüber statt unten durch.

  1. Auch in diesem Wahlkampf wird vorgeschlagen, viel Geld für eine weitere Autolösung auszugegeben. Für eine Scheinlösung nach dem Motto: „Aus den Augen aus dem Sinn“. Viel Geld, das für die Entwicklung anderer Stadtteile und für den Klimaschutz fehlt.

  2. Keine Lösung für Verkehrsprobleme im Vorkloster sowie zwischen Lochau und Bregenz – im Gegenteil. Ein rascherer Durchfluss durch Bregenz würde wieder Verkehr vom Pfändertunnel abziehen und in die Stadt verlagern.

  3. Den Durchzugsverkehr zu vergraben, löst das Problem von Ziel- und Quellverkehr nicht, dieser beträgt über 50 %. Für Anrainer*innen, für Zulieferung und Entsorgung wäre dennoch eine oberirdische Erschließung notwendig. Diese fehlt aber im Ritsch-Projekt gänzlich. Dies wurde bereits im Generalverkehrskonzept 2008 zum Thema Unterflurlösungen so erläutert.

  4. Für die Linienbusse würde das Ritsch-Projekt bedeuten, dass sie riesige Umwege zum und vom Bahnhof fahren müssten. Das würde den ÖPNV verlangsamen und weniger attraktiv machen.

  5. Das Ritsch-Projekt würde sehr lange Rampen erfordern. Die publizierten planlichen Darstellungen sind diesbezüglich falsch. Auf der gesamten Länge der Montfortstraße von der Höhe Sagmeister bis zur Hypobank, von der HTL bis zur Inselstraße und in der Bahnhofstraße entstünden lange, tiefe, für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen unüberwindbare Gräben. Die Innenstadt würde vom See und vom Weiherviertel abgeschnitten.

  6. Der Verkehr würde vor dem Quellenviertel wieder an die Oberfläche geführt werden, dies bedeutet dort einen riesigen Verkehrsknoten à la Bärenkreuzung. Damit entsteht eine vier- bis fünfspurige Barriere für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen. Die Gefahr eines Rückstaus in den Citytunnel ist groß, diese Variante lässt die ASFINAG aus sicherheitstechnischen Gründen niemals zu. Das Quellenviertel ist die Schlüsselzone für die Stadt, hier verbindet sich die Innenstadt mit den anderen Stadteilen, genau hier würde eine Abtrennung für die Menschen erfolgen.

  7. Die Grundstücke, um die es geht, sind nicht im Eigentum der Stadt. Sie kann also alles andere als frei darüber verfügen. Vielmehr ist es Aufgabe der Stadt, ihre Interessen gegenüber den ÖBB, dem Land und den Investor*innen zu wahren. Dieser komplexe Prozess ist weit gediehen. Es ist realistisch, dass hier bald umgesetzt wird. Die Beschlüsse sind bereits gefasst.
    Zum Ritsch-Projekt gibt es eine klar ablehnende Haltung der Projektbetreiber. Es würde den bereits erzielten Interessenausgleich vernichten und das Projekt auf Jahre oder sogar Jahrzehnte verzögern.

  8. Das Ritsch-Projekt würde die bebaubare Fläche reduzieren. Dies ist weder im Interesse der Investor*innen noch der Stadt – etwa wenn es darum geht, (halbwegs) leistbaren Wohnraum zu schaffen.

  9. Die Untertunnelung würde für Fließgewässer wie den Thalbach und die Kanalisation eine Barriere darstellen. Es gibt keine Antwort darauf, wie diese überwunden werden soll.

  10. Stadt ist mehr als nur die Innenstadt. Die Mitte von Bregenz ist nicht die Kernzone der Innenstadt, sondern dort, wo der Bahnhof jetzt liegt. Von hier aus muss für alle Stadteile gedacht werden. Der motorisierte Individualverkehr wird in naher Zukunft eine weit geringere Rolle spielen. Für Autos so viel Raum zur Verfügung zu stellen, ist eine absolut rückwärtsgewandte Verkehrspolitik.