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am 6. Juli

Ozon – ein Gas, das oben schützt und unten schadet

- Aktueller Ozonbericht des Umweltinstituts liegt vor

Im Frühjahr und in den ersten Sommerwochen hielt sich die Ozonbelastung im Land witterungsbedingt auf einem für diese Jahreszeit vergleichsweise niedrigem Niveau. Das änderte sich mit der vergangenen Hitzeperiode Ende Juni grundlegend. Am 30. Juni wurde dabei im Rheintal der höchste Einstundenmittelwert mit 174 µg/m³ registriert. Die Informationsschwelle von 180 µg/m³ wurde bisher an keiner Messstation überschritten. Dies kann sich aber schnell ändern, betont Umweltschutzlandesrat Johannes Rauch: "Die Emissionen von Vorläuferschadstoffen für die Ozonbildung wie Stickstoffoxide und flüchtige Kohlenwasserstoffe müssen weiter vermindert werden, um die sommerliche Ozonbelastung dauerhaft zu senken".

Den vollständigen Text dazu finden Sie auch unter http://presse.vorarlberg.at/land/dist/vlk-59622.html

 
In den vergangenen Jahren wurden in den Bereichen Verkehr und Energie, aber auch bei gewerblichen und industriellen Emissionen vielfältige Anstrengungen in diese Richtung unternommen, sagt Rauch, „aber da müssen wir dranbleiben.“ Der soeben veröffentlichte neue Luftqualitätsplan Vorarlberg des Landes beinhaltet in dieser Hinsicht wesentliche Akzente: 

Laufende Ozonmessungen in Vorarlberg

In Vorarlberg finden seit 1988 systematische Ozonmessungen statt. Vier Messstationen werden nach den Bestimmungen des Ozongesetzes ganzjährig betrieben. An diesen Stationen werden rund um die Uhr die Ozongehalte der Luft gemessen. Darüber hinaus werden an diesen sowie an vier weiteren verkehrsnahen Messstationen die Ozon-Vorläuferschadstoffe überwacht. Die Messwerte werden laufend an die Messnetzzentrale im Umweltinstitut übertragen. Damit ist jederzeit ein aktuelles Bild über die Ozonlage gegeben.

Erst bei Überschreiten der Informationsschwelle von 180 μg/m³ liegt eine kritische Ozonbelastung vor, bei der spezielle Informationen und Verhaltensempfehlungen zum Schutz besonders empfindlicher Bevölkerungsgruppen verlautbart werden.

Im Sommer 2018 hielt sich die Ozonbelastung deutlich in Grenzen. Die Ozonwerte lagen durchwegs unterhalb der Informationsschwelle von 180 µg/m³. Diese Informationsschwelle wurde seit Beginn der systematischen Ozonüberwachung vor rund 20 Jahren bisher nur in den sehr regenreichen Jahren 1999, 2000, 2008 sowie im Jahr 2009 nicht überschritten. Seit dem Jahr 2011 gab es aber nur mehr im Jahr 2015 Überschreitungen der Informationsschwelle. 

Was ist Ozon?

Ozon ist ein farbloses, in hohen Konzentrationen stechend riechendes Gas, das unter natürlichen Bedingungen in hohen Schichten der Erdatmosphäre auftritt und dort als schützender UV-Filter für das Leben auf der Erdoberfläche wirkt. Belastende Ozonkonzentrationen in bodennahen Luftschichten sind hingegen durch menschliche Aktivitäten verursacht.

Bodennahes Ozon wird durch photochemische Umwandlung von Vorläuferschadstoffen wie Stickstoffoxiden (NOx) und flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) gebildet. Diese Schadstoffe entstammen den Verkehrsabgasen und den Abgasen aus Industrie und Haushalt und belasten ganzjährig die Luft. Ozon ist ein Sekundärschadstoff, der unter starker Sonneneinstrahlung und bei hohen Temperaturen im Frühjahr und Sommer aus bereits vorhandenen Schadstoffen gebildet wird. Bei länger andauernden stabilen Schönwetterphasen kann sich die Ozonbelastung über Tage kontinuierlich aufbauen und zu hohen Spitzenwerten führen.

Die Vorläuferschadstoffe werden mit den Luftströmungen über weite Distanzen verfrachtet, sodass hohe Ozonkonzentrationen auch dort auftreten, wo sich keine maßgeblichen Schadstoffquellen befinden. Dies ist der Grund dafür, dass sich nachhaltige Erfolge in der Ozonbekämpfung nur dann einstellen werden, wenn Maßnahmen großräumig und dauerhaft gesetzt werden.

Aktuelle Ozonwerte sind auf www.vorarlberg.at/umweltinstitut abrufbar.

 

Herausgegeben von der Landespressestelle Vorarlberg 
Amt der Vorarlberger Landesregierung​