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am 17. Februar

Rappenlochbrücke

Juliane Alton - Grüne präsentieren Brückenprojekt um eine Million weniger

Eine neue Rappenlochbrücke kann im laufenden Jahr um rund 2,5 Millionen Euro gebaut werden. Doch die Verfechter einer Architektenbrücke halten an ihrem Vorhaben um 3,5 Millionen fest.

Sündenfall Direktvergabe 2017 

Die Direktvergabe der Brückengestaltung an das Architekturbüro Marte.Marte ohne Vergabeverfahren durch den Stadtrat am 24.10.2017 führt dazu, dass in Beton gebaut werden wird, ohne dass alle anderen Varianten v.a. in Bezug auf die Kosten genau geprüft wurden. "Schon damals habe ich eine Ausschreibung und einen Wettbewerb gefordert und gegen die Direktvergabe gestimmt", sagt Stadträtin Juliane Alton. "Stahl oder Beton? Diese Abwägung wurde nie mit der notwendigen Sorgfalt durchgeführt. Die Kostenfrage spielte damals offenbar keine Rolle." 

Gestaltungsziele vor Kostenaufwand?

Dass Gestaltungsüberlegungen dafür ausschlaggebend waren, nicht aber Fragen der schnellen Umsetzbarkeit und der Sparsamkeit, wird auch aus einer Präsentation im Stadtplanungsausschuss klar: Neben der Sichtweise, dass die Wartung einer Stahlbrücke teurer sei als die Wartung einer Betonbrücke (was nicht unbedingt zutreffend ist), heißt es da: 

Des weiteren wird die Auffassung vertreten, dass eine Stahlbrücke nicht dem Charakter und Landschaftssituation entsprechen würde. Ähnlich der anderen Brücken (Schanerloch, Kohlhalden, Schaufelschlucht) der Ebniterstraße ist die Landschaft geprägt von Fels und Stein. Insofern stellt
Stahl eine starke Intervention und Störung der Situation dar. Auch in der Abfolge der Brücken bzw. wiederholten Wahrnehmung entspricht Stahl nicht der Logik der Abfolge und würde einen wahrnehmbaren Bruch darstellen.

"Dass das zweimalige Sprengen von großen Felsmassen im Naturdenkmal Rappenloch einen Bruch oder einen Eingriff in die Landschaft darstellen - diese Auffassung wird offenbar nicht vertreten", stellt Stadträtin Alton fest. "Wir haben uns für die Befestigung des oberen Brückenwiderlagers mit Felsankern eingesetzt, das Sprengen haben wir abgelehnt."

Ein Antrag der Grünen im Tiefbauausschuss diese Woche zielte auf Einsparungsmöglichkeiten ab, fand aber keine Mehrheit: Der Stadtrat möge eine Neubearbeitung der Rappenlochbrücke unter dem Gesichtspunkt einer Stahlbrücke auf der Grundlage der Wirtschaftlichkeit und der Machbarkeit in die Wege leiten. Jede Einsparungsmöglichkeit sollte im Hinblick auf unsere budgetäre Situation in Betracht gezogen werden.

Naturdenkmal existiert nicht mehr

Die erstmalige Sprengung von ca. 7.000 m3 Fels erfolgte am 14. November 2019. Das Sprengen war eine Maßnahme, um ein gefahrloses Räumen des Flussbettes zu ermöglichen. Eine solche Räumung war aus Sicht der Grünen nicht notwendig und diente vor allem dem Betrieb des privaten Kleinwasserkraftwerks am Fuß der Staufenseemauer. Eine weitere Sprengung soll Anfang März 2021 passieren. Die Folge des ersten massiven Eingriffs in die sensible Landschaft waren weitere Eingriffe, welche den Charakter der Schlucht letztlich komplett verändern. "Die Rappenlochschlucht wird nie mehr das sein, was sie war. Ob die Bezirkshauptmannschaft Dornbirn ihrer Aufgabe als Anwältin des Natur- und Landschaftsschutzes hier gerecht geworden ist, darf man sich fragen. Sie hat diese massiven Eingriffe mit minimalen naturschutzrechtlichen Auflagen genehmigt," schließt Stadträtin Juliane Alton.

Entwurf Rappenlochbrücke als Stahlbrücke mit Bogentragwerk
Entwurf Rappenlochbrücke als Stahlbrücke mit Bogentragwerk