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am 27. Dezember 2019

Silvester: Menschen, Tiere und Umwelt schützen

Johannes Rauch - Korken statt Raketen: Appell für eine zeitliche und räumliche Begrenzung von Feuerwerk

Silvesterfeuerwerke: Menschen, Tiere und Umwelt schützen

Gemeinsamer Appell für eine zeitliche und räumliche Begrenzung von Feuerwerk Die Lärm- und Feinstaubbelastungen in der Silvesternacht ist vielerorts so hoch wie sonst nie im Jahr. \"Diese enorme Umweltbelastung könnte …

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Die Lärm- und Feinstaubbelastungen in der Silvesternacht ist vielerorts so hoch wie sonst nie im Jahr. "Diese enorme Umweltbelastung könnte reduziert werden, in dem die Feuerwerke zeitlich und räumlich in den Gemeinden eingeschränkt werden", appelliert Umwelt- und Klimaschutzlandesrat Johannes Rauch an die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister.

​Der Grenzwert von Feinstaub (PM 10) wird zu Silvester an fast allen Messstellen um das Mehrfache überschritten. Je nach Lage und meteorologischen Bedingungen sind Silvesterfeuerwerke für mehrere Feinstaubtage verantwortlich. Hohe Feinstaubkonzentrationen belasten die Atemwege: AsthmatikerInnen haben einen erhöhten Medikamentenbedarf, die Spitäler verzeichnen erhöhte Krankenhausaufnahmen wegen Herz-Kreislauf-Problemen. 

Zeitliche und räumliche Einschränkungen

Rauch appelliert daher an die Vorarlberger Gemeindeoberhäupter, Feuerwerke an Silvester zeitlich zu begrenzen, etwa zwischen 21.00 und 01.00 Uhr, oder nur in bestimmten Bereichen oder an bestimmten Plätzen zu genehmigen. Bereits Feuerwerke mit der Kennzeichnung "Kategorie F2" (Feuerwerkskörper mit geringem Lärmpegel) sind im Ortsgebiet eigentlich verboten. Dieses Verbot kann aber von den Gemeinden per Verordnung aufgehoben werden, wenn die Lärmbelästigung nicht unzumutbar ist und die Gesundheit nicht gefährdet wird. "Ich verstehe, dass Bürgermeisterinnen und Bürgermeister an Silvester keine SpielverderberInnen sein wollen, aber es geht auch darum, Mensch, Tier und Umwelt vor gesundheitlichen Belastungen zu schützen," betont Rauch.

Wenn wir alle aufeinander Rücksicht nehmen, können auch alle ein schönes Silvester feiern.​


Tiere leiden besonders unter Feuerwerken zum Jahreswechsel, betont Tierschutzombudsfrau Karin Keckeis: „Raketen, Böller und andere Feuerwerkskörper lösen bei Heim-, Wild- und Nutztieren schwere Angst- und Schreckreaktionen aus, die in weiterer Folge auch zu körperlichen Verletzungen führen können. Durch Unterhaltung und Belustigung für uns Menschen sind diese Belastungen nicht zu rechtfertigen.“ Weil Tiere den Grund des Lärms und der Lichtblitze nicht verstehen, ist das Auslösen von Angstreaktionen nur durch Verzicht auf das Zünden von Feuerwerkskörpern vermeidbar, so die Tierschutzombudsfrau.

Im Sinne des Tierschutzes und auch den Bestimmungen dazu im Tierschutzgesetz sollte die Lärm- und Lichtbelastung für Tiere durch Feuerwerkskörper bei einer entsprechenden Verordnung durch den Bürgermeister berücksichtigt werden.


Maßnahmen und Grundsätze

Wenn alle Mitbürgerinnen und Mitbürger Rücksicht auf ihre Umgebung und Umwelt nehmen, lassen sich die Feinstaubbelastungen und Lärmbelästigungen bereits enorm einschränken. Folgende Grundsätze sollen daher eingehalten werden:

  • Weniger ist manchmal mehr: Reduzieren Sie Ihr Feuerwerk, auch Ihren Mitmenschen, der Tier- und Umwelt sowie der Luftqualität zuliebe.
  • Entsorgen Sie die Reste, vermeiden Sie das Abfeuern auf Weide- und Äsungsflächen (nicht verrottbare Plastik- und Metallteile können in das Tierfutter gelangen und bei den Tieren schwere gesundheitliche Störungen auslösen).