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am 11. Oktober

Starke Leistungen in Sachen Natur- und Landschaftspflege

Johannes Rauch - LR Rauch und LR Gantner zeichneten Vorarlberger Wiesenmeister 2018 aus

Verdiente Anerkennung: Insgesamt 15 Auszeichnungen haben Umweltlandesrat Johannes Rauch und Landwirtschaftslandesrat Christian Gantner im Rahmen der Vorarlberger Wiesenmeisterschaft 2018 am Donnerstag (11. Oktober) im Landhaus für besonders vorbildliche ökologische Leistungen auf Wiesen und Alpen vergeben. In seinen Grußworten dankte Landesrat Rauch allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für die wertvolle Arbeit, die Jahr für Jahr mit großer Motivation geleistet wird. An die prämierten Gewinner überreichten Rauch und Gantner Preise und Urkunden.

 
Weitere Medien dazu finden Sie unter https://presse.vorarlberg.at/land/dist/vlk-57715.html

  

Das große persönliche Engagement für die Bewahrung von attraktiven Freizeit- und Erholungsräumen und für den Schutz der sensiblen Lebensräume mit ihrer vielfältigen und artenreichen Pflanzen- und Tierwelten verdiene höchste Wertschätzung, betonte Landesrat Rauch in seinen Ausführungen: "Mit der Wiesenmeisterschaft möchten wir genau dieses Bemühen vor den Vorhang holen und auszeichnen. Über die zahlreichen hervorragenden Einreichungen habe ich mich sehr gefreut. Klimawandel, Verschmutzung oder intensive Nutzung stellen eine Bedrohung für die enorme Landschaftsvielfalt dar. Hier gilt es im Schulterschluss gegenzusteuern". Dass die außergewöhnliche Vorarlberger Kulturlandschaft erhalten werden kann, sei gerade auch ein Verdienst dieser engagierten Bäuerinnen und Bauern, die sich mit hohem Aufwand für die Natur und die Umwelt einsetzen, so Landesrat Gantner.

Die Vorarlberger Wiesenmeisterschaft wurde im Jahr 2002 auf Anregung von Professor Georg Grabherr europaweit als erste Wiesenmeisterschaft begründet. Seither veranstaltet das Land Vorarlberg die Wiesenmeisterschaft in Kooperation mit dem Vorarlberger Naturschutzrat und dem Vorarlberger Alpwirtschaftsverein. Seit dem Jahr 2007 werden neben Einzelflächen auch gesamte Betriebe bewertet und seit 2010 auch Alpbetriebe.

Kurzbeschreibung Gesamtbetriebe und Einzelwiesen 2018

Kategorie Gesamtbetrieb:

Amann Heinz – Schnifis: Standortangepasste Nutzungsintensität mit stabilen Wirtschaftswiesen in Kombination mit wenig intensiven Blumenwiesen, artenreichen Magerwiesen und sensiblen Kalkflachmooren zeichnet diesen Milchbetrieb aus.

Dreier Dominic – Bürserberg: Bunte Goldhaferwiesen und Berg-Glatthaferwiesen bilden die wirtschaftliche Grundlage dieses ziegenhaltenden Betriebs. Artenreiche Magerwiesen unterschiedlicher Prägung liefern duftendes, kräuterreiches Strukturfutter. Die Wiederaufnahme der Streuwiesennutzug eines Hangmoores auf Burtscha ist vorbildlich.

Innauer Caprice und Stefan – Eichenberg: Das wohldurchdachte Betriebskonzept mit breiter Produktpalette und Eigenvermarktung, sowie die nachhaltige Nutzung der Wirtschaftswiesen zeichnen diesen kleinen Betrieb aus. Dies erhält gut strukturierte Fettwiesen und feuchte Magerwiesen in ihrer charakteristischen Ausprägung.

Kathan Marina und Martin – Weiler: Produktive Mähwiesen in Gunstlagen, blumenbunte und zugleich produktive Futterwiesen in Hofnähe, artenreiche Magerwiesen und vielfältige Streuwiesen entsprechen in idealer Weise den Prinzipien der abgestuften Landnutzung.

Rädler Martin – Eichenberg: Produktive, stabile Heuwiesen mit ausgewogener Artenkombination bilden die wirtschaftliche Grundlage dieses Milchbetriebs auf dem Pfänder. Daneben werden auch wenig intensive Wiesen und eine ausgesprochen artenreiche Flachland-Mähwiese im Rheintal bewirtschaftet.


Kategorie Einzelfläche

Domig Andre - Brand
Magerwiese „Schattenlagand-Steilhang“

Aufwändige Mähnutzung erhält eine blumenbunte Goldhaferwiese in wärmebegünstigter Hanglage am Talschluss des Brandnertals. Landschaftsbild und Tierwelt profitieren von dieser Vielfalt.

Furxer Ernst - Laterns
Streuwiese „Strichen“

Die Streuwiese im NATURA 2000-Gebiet Übersaxen beherbergt eine botanische Rarität - den Lungen-Enzian. Die herbstliche Streuemahd erhält hier einen überregional bedeutenden Lebensraum für zahlreiche weitere seltene Pflanzen.

Gmeiner Klaus - Alberschwende
Extensivierungswiese „Unterrain“

Ein ursprünglich artenarmer Grasbestand entwickelte sich durch extensive Nutzung zu einer blütenreichen Glatthaferwiese mit auffallend vielen Schmetterlingen und an feuchteren Stellen zu einer Kohldistelwiese mit Knabenkräutern.

Kinzel Stefan und Tobias - Riezlern
Magerwiese „Schwand oben“

Der strukturreiche und vielfältige Lebensraum mit einem Mosaik aus Feucht- und Trockenstandorten beherbergt eine außergewöhnliche Artenvielfalt. Hier finden sich verschiedenste Pflanzengemeinschaften auf engstem Raum.

Loretz Hermann - Dalaas
Magerwiese „Gadastatt-Halda“

Die arbeitsintensive Mahd der sehr steilen Magerwiese in Dalaas erhält eine bemerkenswerte Blütenpracht und wertet zugleich das Landschaftsbild dieses äußerst reizvollen Gebiets auf.

Maier Patrik – Bartholomäberg
Magerwiese „Valleu-Barge“

Die Trespenwiese liegt inmitten der idyllischen Wiesenlandschaft auf Valleu. Auffällig ist die enorme Artenvielfalt dieser kleinen Wiese.

Marte Bruno – Viktorsberg
Magerwiese „Schlattwiese“

Umgeben von Traubeneichenwäldern wird in windgeschützter Lage eine ausgesprochen artenreiche Berg-Trespenwiese gepflegt. In aufwändiger Handarbeit werden auftretende Problempflanzen zurückgedrängt.

Mock Claudia und Josef – Frastanz
Streuwiese „Ried1“

Die Streuwiese im NATURA 2000-Gebiet Frastanzer Ried entspricht einer schilfreichen Pfeifengraswiese mit Übergängen zu niederwüchsigen Kopfbinsenrieden. Zu den botanischen Highlights zählen Sibirische Schwertlilie, Lungen-Enzian und Duftlauch.

Stachniss Maria und Johannes – Schnifis
Streuwiese „Rongelatsch“

Dieses Mosaik aus schilfreichen Pfeifengraswiesen, Kalkflachmooren und Kalkquellfuren ist optisch eher unspektakulär, botanisch jedoch eine Überraschung – gedeihen hier mit Glanzständel und Langblättrigem Sonnentau doch zwei ausgesprochene Raritäten.

Walter Maria und Bernd - Ludesch
Magerwiese „Schälla“

Im Natura 2000-Gebiet Ludescherberg punktet ein durch Feldgehölze und Einzelbäume strukturreicher Kalk-Halbtrockenrasen, der lokal in eine Rotschwingel-Straußgraswiese überleitet, mit einer bemerkenswerten Artenvielfalt. Auf 25 m² wurden knapp 70 verschiedene Blütenpflanzen gefunden.

 

Herausgegeben von der Landespressestelle Vorarlberg
Amt der Vorarlberger Landesregierung​