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am 2. April 2016

Unbemerktes Neonazikonzert in Vorarlberg

Nina Tomaselli - Grüne zeigen sich schockiert

„Wie vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands (DÖW) und der Seite stopp-die-rechten.com festgestellt wurde, fand am 5. März in Vorarlberg ein Neonazikonzert mit internationaler Beteiligung statt. Dies blieb offensichtlich von den Sicherheitsbehörden unbemerkt“, berichtet die grüne Landtagsabgeordnete Nina Tomaselli. „Es schockiert mich, dass man auf einem rechtsextremen Blog der C18 Hungary erfahren muss, dass Vorarlberg als Ort neonazistischen Umtriebe wieder erstarkt.“

Die ungarische Neonaziband Indulat sollte eigentlich im deutschen Bundesland Thüringen spielen. Dort aber untersagten die Behörden die Veranstaltung und so wich man auf Vorarlberg aus. Laut Medienberichterstattung von vice.com vergnügten sich die Konzertteilnehmer im Vorfeld an einem Feldkircher Schießstand.

„Ein völlig unbehelligtes Neonazikonzert mit BesucherInnen aus der Schweiz und Deutschland in Vorarlberg, ist eine ernsthafte Sache. Die Blood&Honour-Bewegung – zu der auch die Band zählt - ist äußerst gefährlich und international in zahlreiche gewalttätige Straftaten verstrickt“, zeigt sich Tomaselli besorgt.

Schon in den Nuller-Jahren habe sich in Vorarlberg ein neonazistisches Netzwerk im Dreiländereck breitgemacht. In den vergangenen Jahren sei es zwar ruhiger geworden. „Dennoch zeigt die Beantwortung meiner letzten Anfrage an Sicherheitslandesrat zu diesem Thema, dass es in Vorarlberg im vergangenenen Jahr zu einer massiven Zunahme von rassistisch motivierten Taten gekommen ist. Die Verbrechen nach dem Verbotsgesetz haben sich sogar verdoppelt“, erklärt Tomaselli.

„Solch niederträchtiges Gedankengut hat in Vorarlberg nichts verloren. Das ist von Anfang an zu unterbinden“, stellt die grüne Landtagsabgeordnete fest. Eine der ungrklärten Fragen sei nun, an welchem Ort in Vorarlberg das Blood&Honour-Konzert stattgefunden hat. Laut eigenen Recherchen der Abgeordneten könnte es sich dabei um eine Art Clubheim handeln. Außerdem seien Verstrickungen mit dem bereits medial bekannt gewordenen Uwe V. sehr wahrscheinlich. „Deshalb bringe ich am Montag eine Anfrage an Sicherheitslandesrat Schwärzler ein“, erklärt Tomaselli (Dokument siehe weiter unten).

„Es braucht scharfe Kontrollen von den Personen, die sich im Dunstkreis rechtsextremer Netzwerke befinden. Denn es darf keinesfalls riskiert werden, dass es zu gewalttätigen Ausschreitungen kommt, die Leib und Leben von Menschen gefährden oder den sozialen Frieden in Vorarlberg gefährden", so die Abgeordnete abschließend.


Weitere Informationen können Sie der Onlineberichterstattung entnehmen:

http://www.doew.at/erkennen/rechtsextremismus/neues-von-ganz-rechts/archiv/maerz-2016/neonazi-konzert-in-vorarlberg

http://www.stopptdierechten.at/2016/03/21/vorarlberg-neonazis-formieren-sich-wieder/

http://www.vice.com/alps/read/wie-nazi-skins-von-blood-honour-unbemerkt-in-vorarlberg-feierten-289