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am 17. Februar

Unsere neue Stadtbibliothek soll für alle da sein!

Juliane Alton - Barrierefreie Zugänge sind für Dornbirner Grüne ein Muss in allen öffentlichen Gebäuden

Die neue Stadtbibliothek ist seit Januar 2020 offiziell eröffnet. Sie ist sehr einladend durch die hellen Räume, die reizvolle Architektur, die Vielfalt der Medien, die Räume mit den unterschiedlichen Spielen und die Möglichkeit, sich dort zu treffen. - Leider aber nicht für alle Menschen.

Ältere Menschen, Eltern mit Kinderwägen und Menschen mit Behinderung, vor allem Menschen im Rollstuhl, können die Stadtbibliothek nur schwer oder gar nicht selbständig betreten. Zwar öffnen sich die Außentüren wie von Geisterhand, man kann ganz gemütlich hineinfahren oder gehen. Dann aber steht man vor einer geschlossenen Türe, die schwer nach außen zu öffnen ist.

2008 ist die UN-Behindertenrechtskonvention in Kraft getreten und wurde im selben Jahr von Österreich ratifiziert. Artikel 9 über Barrierefreiheit lautet: „Barrierefreiheit ist eine wesentliche Bedingung für die Gleichberechtigung von Menschen mit Behinderungen und ihre Teilhabe an der Gesellschaft.“ Österreich hat sich verpflichtet, die Bestimmungen in ein nationales Recht umzusetzen und dementsprechend öffentliche Gebäude barrierefrei zu errichten.

In Vorarlberg ist das im Rahmen der Bautechnikverordnung umgesetzt:

„§34: Barrierefreie Gestaltung von Bauwerken

(1) Folgende Bauwerke müssen so barrierefrei geplant und ausgeführt sein, dass die für Besucher und Kunden bestimmten Teile auch für Kinder, ältere Personen und Personen mit Behinderungen gefahrlos und tunlichst ohne fremde Hilfe zugänglich sind:

  • a.) Gebäude für öffentliche Ämter,
  • b.)Bauwerke für Bildungszwecke (z.B. Kindergärten, Schulen, Hochschulen, Volksbildungseinrichtungen),
  • c.) Handelsbetriebe mit Waren des täglichen Bedarfs, ..."

„Während Vorarlberg sich auf den Weg macht zur inklusiven Region macht, wird in der größten Stadt des Landes ein Vorzeigeprojekt für die Öffentlichkeit, ein Bildungstempel, nicht barrierefrei errichtet“, ärgert sich Vahide Aydin, Inklusionssprecherin der Grünen im Landtag.

Viele private Firmen und öffentliche Ämter zeigen wie es geht: So sind etwa der Bahnhof, die Dornbirner Sparkasse, die Raika Dornbirn, die BAWAG, der Bio-Laden Bio-bin-ich, die Bezirkshauptmannschaft, SPAR, Sutterlüty, das Dornbirner Rathaus und das Sozialpädagogische Zentrum barrierefrei zugänglich.

„Im SPZ und im Rathausneubau wurde damals die Barrierefreiheit ‚vergessen‘, man musste aufwändig nachjustieren. Auch in der Stadtbibliothek wird das Nachrüsten teuer werden“, fürchtet Stadträtin Juliane Alton und Stadtvertreterin Ingrid Benedikt. „Mir wäre es überhaupt nicht in den Sinn gekommen, dass neue öffentliche Gebäude nicht barrierefrei errichtet werden könnten.“

Es gibt aber noch mehr zu tun. Versprochen ist, dass auch der Treffpunkt an der Ach in absehbarer Zeit barrierefrei wird.

Uns Grünen stellen sich folgende Fragen:

  • Waren bei der Planung der Bibliothek auch Menschen mit Behinderung, Senioren und Seniorinnen, Eltern mit kleinen Kindern, also Betroffene involviert?
  • Wer ist in der Stadt für die Einhaltung von Auflagen wie die Barrierefreiheit zuständig?
  • Bis wann können wir mit Barrierefreiheit rechnen?
  • Was unternimmt die Stadt, dass künftig wirklich barrierefrei gebaut wird?