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am 3. September

Volksschulbau im Sumpf?

Juliane Alton - Für den Bau der Volksschule Forach ist ein äußerst ungeeignetes Grundstück vorgesehen, wie ein geotechnisches Kurzgutachten zur Bodenqualität belegt. Alternativen gibt es

Die nördlichen Stadtteile von Dornbirn wachsen, junge Familien besiedeln eine erhebliche Zahl an Neubauten. Dass es deshalb ein neues Schulgebäude im Forach oder Umgebung braucht, ist unumstritten. Doch über den genauen Standort gibt es Uneinigkeit. „Von insgesamt fünf Grundstücken, die in Frage kommen, haben sich die Stadtplanungsabteilung und die Bürgermeisterin offenbar auf das ungeeignetste festgelegt“, wundert sich Stadträtin Juliane Alton. "Allein die Verlegung und Absicherung der Wasserläufe verursacht Mehrkosten von 600.000 Euro."

Vorbehaltswidmungen für öffentliche Zwecke gibt es seit vielen Jahren auf zwei Grundstücken, die beide gut geeignet wären. Eines davon ist im Privatbesitz, ein weiteres (eher am Rand des Schulsprengels) ist sogar im öffentlichen Besitz. Zwei weitere geeignete Grundstücke ohne schulspezifische Widmung, aber jedenfalls bebaubar, liegen zentral im Sprengel. Gebaut werden soll jetzt auf einem Grundstück, das eigentlich zu klein ist – es müsste mindestens dreistöckig gebaut werden –, auf dem drei Gewässer verlaufen, das ein Gefälle von fünf Metern aufweist und das die denkbar schlechtesten Bodeneigenschaften besitzt.

Forach-Wäldle
Boden laut Gutachten ungeeignet

„Auf dem Grundstück, auf das man sich jetzt als angeblich „alternativlos“ festgelegt hat, müsste ein mindestens dreistöckiges Gebäude errichtet werden. Ein vorläufiges Bodengutachten zeigt, wie ungeeignet der Boden dort ist und dass aufgrund der Bodenqualität mit schwer abschätzbaren Mehrkosten zu rechnen ist", kann Stadtrat Martin Hämmerle die Entscheidung nicht nachvollziehen. Aus dem fünfseitigen Papier des geotechnischen Büros wird klar, dass

  • der Bodenaushub zumindest teilweise auf einer Sonderdeponie zu hohen Kosten deponiert werden muss.
  • die oberste Grundwasserschicht bereits 30 bis 50 cm unter der Oberfläche beginnt.
  • darunter Schichten mit artesisch gespanntem Grundwasser liegen, das mit Druck austritt, wenn darüber liegende Schichten gestört werden.
  • Sondierlöcher nur mit erheblichem Aufwand abgedichtet werden können.
  • die Gefahr von Setzungen in der ganzen Umgebung mit erheblichen Schäden an bestehenden Bauwerken besteht, wenn der Grundwasserdruck entweicht.
  • aufwändige Pfahlgründungen notwendig sind, doch ohne die gespannten Grundwasserschichten zu verletzen.

All das macht allein die Baugrubensicherung schwierig, aufwändig und teuer. Laut Kurzgutachten soll ein Untergeschoß möglichst gering in den Untergrund eingebunden werden, von einem zweiten Untergeschoß wird jedenfalls abgeraten. Für die Außenanlagen eines Bauwerks sei aufgrund von Setzungen mit ständigem Sanierungsaufwand zu rechnen.

"Das ist nur ein Teil der Erschwernisse und Kostenbelastungen, die dieses Grundstück verursachen wird. Wir halten es für unverantwortlich, auf einem solchen Grundstück eine Volksschule bauen zu wollen: zumal es ja günstigere und rasch realisierbare Alternativen gibt“, fordern Alton und Hämmerle die Bürgermeisterin auf, die Standortfrage neu zu stellen und in ernsthafte Verhandlungen mit den Eigentümer:innen der alternativen Grundstücke zu treten.


Alternativen prüfen

"Verhandlungen mit den Eigentümer:innen des am besten geeigneten Grundstücks mit bestehender Widmung hat die Bürgermeisterin überhaupt nur auf Druck der Grünen geführt“, zeigen Alton und Hämmerle sich skeptisch betreffend die Ernsthaftigkeit der Verhandlungen. "Zwei weitere Grundstücks­eigentümer haben uns gegenüber zu erkennen gegeben, dass mit ihnen überhaupt nichts Konkretes besprochen worden sei. Dabei ist eines der Grundstücke jedenfalls besser geeignet: flach, erschlossen, ohne Bäche, mit Bauwidmung. Dieses Grundstück steht sogar im Tauschweg zur Verfügung, es müsste nicht einmal öffentliches Geld dafür aufgebracht werden", schließt Stadträtin Juliane Alton.